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Lokales Asylkrise: Leipzig stellt 100 neue Mitarbeiter ein
Leipzig Lokales Asylkrise: Leipzig stellt 100 neue Mitarbeiter ein
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00:36 19.09.2015
Als Reaktion auf den anhaltenden Flüchtlingsstrom wird die Stadtverwaltung mehr als 100 neue Mitarbeiter einstellen. (Symbolbild) Quelle: Leipzigreport
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Leipzig

Als Reaktion auf den anhaltenden Flüchtlingsstrom wird die Stadtverwaltung mehr als 100 neue Mitarbeiter einstellen. Darüber sei sich die Rathausspitze intern bereits einig, sagte Hauptamtsleiter Christian Aegerter der LVZ. In der Oktober-Sitzung soll dem Stadtrat ein entsprechendes Beschlusspapier vorliegen.

Die neuen Beschäftigten werden vornehmlich im Sozialdezernat eingesetzt. Jüngsten Prognosen des Freistaates zufolge kommen dieses Jahr  5400 neue Flüchtlinge nach Leipzig, das sind viermal so viele wie im vergangenen Jahr. Damit steigt für die Kommune der personelle Aufwand bei der Betreuung der Menschen und der Bearbeitung ihrer Anträge.

Die Einstellungen sind größtenteils bis 2018 befristet und sollen noch in diesem Jahr erfolgen. Die Stadt geht bei den Personalkosten zunächst in Vorleistung. „Wir gehen davon aus, dass der Freistaat die Kosten übernimmt“, so Aegerter.

Nach seinen Worten besteht besonders in der Migrantenhilfe und in der Ausländerbehörde ein hoher Stellenbedarf. Mehr Mitarbeiter brauche es zudem bei der Organisation neuer Unterbringungsmöglichkeiten. Das medizinische Personal im Gesundheitsamt muss aufgestockt werden, weil die Stadt für die Erstuntersuchung der Flüchtlinge zuständig ist. Im Bereich Familie und Bildung sind mehr Mitarbeiter erforderlich, um die steigende Zahl minderjähriger Flüchtlinge zu betreuen,   die ohne Begleitung von Eltern oder anderen Familienangehörigen aus ihren Heimatländern geflohen sind.

Nach den Worten von Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) leben derzeit 95 minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge in der Stadt.  Für nächstes Jahr werden rund 1300 elternlose Flüchtlingskinder und -jugendliche in Sachsen erwartet, 170 würden dann Leipzig zugewiesen. Der Bürgermeister geht davon aus, dass ihre Anzahl noch weiter steigt. Minderjährige sollen vornehmlich in Wohngruppen untergebracht, auf eine schulische und berufliche Ausbildung vorbereitet werden. Im vierten Quartal will Fabians Behörde dem Jugendhilfeausschuss ein Betreuungskonzept für diese Kinder und  Jugendlichen vorlegen.

Die Ratsversammlung beauftragte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) gestern, sicherzustellen, dass Stadt und Jobcenter im kommenden Jahr Quoten für die Integration von Flüchtlingen in den ersten Arbeitsmarkt oder in  Ausbildung festlegen. „Momentan beschäftigen wir uns fast nur damit, dafür zu sorgen, den Asylsuchenden ein Dach über dem Kopf zu geben“, sagte SPD-Stadtrat Christopher Zenker  in der Begründung des Antrages seiner Fraktion. „Die eigentliche Mammutaufgabe“, so Zenker,  „liegt jedoch noch vor uns, denn die meisten Flüchtlinge, die aktuell zu uns kommen, werden lange bei uns bleiben, vielleicht für immer.“

Klaus Staeubert

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