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Lokales Auch Schleußiger Falschparker werden bald kontrolliert - Einbahnstraßen auf dem Prüfstand
Leipzig Lokales Auch Schleußiger Falschparker werden bald kontrolliert - Einbahnstraßen auf dem Prüfstand
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08:06 05.12.2013
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Die Bürgerinitiative "Pro Parkplatz Schleußig" und die Fraktion der Grünen hatten eingeladen. Am Ende war klar: Das Einbahnstraßensystem muss auf den Prüfstand. Und die Verwaltung wird ab Januar an Gehweg-Parker Knöllchen verteilen.

Rund zweieinhalb Stunden spielten sich Bürger und Verwaltung im Saal der Bethanienkirche die Bälle zu. Sachlich sollte es zugehen, einander zuhören, die Positionen besser verstehen - unter diese Maxime stellte Stefan Marx von der Bürgerinitiative die Veranstaltung. Immer wieder wurden dabei die aktuellen Neuerungen im Viertel hinterfragt. Und dann kochten doch die Emotionen hoch, vor allem beim Thema Gehwegparken.

"Die Gehwege sind zum Teil neun Meter breit. Dort ist es möglich zu parken, ohne andere zu behindern", sagte eine Anwohnerin und erntete viel Beifall dafür. Tiefbauamtsleiterin Edeltraut Höfer stellte klar, dass es vor allem um den Weg zu den Stellplätzen geht. "Längsfahren ist auf dem Fußweg verboten", erklärte sie, und berge außerdem Gefahren für die Fußgänger.

Der Stadtbezirksbeirat und der Stadtrat hatten die Verwaltung aufgefordert zu handeln, nachdem Familien mit Kindern gefährliche Situationen mit Autofahrern erlebt hätten. Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau sagte, dass sich Anwohner in zahlreichen Briefen erleichtert zeigen, dass nun tatsächlich etwas getan werde. "Gehwege sind Gehwege", betonte sie.

300 Plätze fehlen in Schleußig - Parkstreifen markieren

Im Bürgerforum beschworen zahlreiche Schleußiger allerdings, dass ihnen keine Unfälle mit Kindern bekannt seien. Alle Verkehrsteilnehmer hätten trotz des "wilden" Parkens Rücksicht aufeinander genommen. Ein Vater aus der Stieglitzstraße merkte dagegen an: "Die Situation war nie konfliktfrei, man musste mit zwei Kindern auf dem Gehweg die Augen immer überall haben." Gleichzeitig regte er an, dass man von vorn auf die Bürgersteige auffahren könnte - statt einer teuren Absenkung der Bordsteine sollte die Stadt doch einfach mit Keilen den Weg zu Fahrbahn ebnen.

Viel Beifall fand der Vorschlag, auf den breiten Gehwegen einen Parkstreifen per Markierung abzutrennen. Doch auch damit, erklärten die Verkehrsexperten, werde das Problem nicht gelöst: Wer seinen Stellplatz erreichen will, muss über den Gehweg fahren. Ein Rückbau sei ebenfalls problematisch. In der Brockhausstraße etwas müssten die Bäume weichen, um spürbar mehr Parkraum zu schaffen. Eine kostspielige Umgestaltung der Straße würde außerdem auch die Haus-Eigentümer treffen: 75 Prozent der Kosten könnte die Kommune umlegen.

Auf drängende Nachfragen bezifferte Edeltraut Höfer das Stellplatz-Defizit in Schleußig auf 300 Plätze. "Eine tolle Lösung für alle wird es wahrscheinlich nie geben. Dazu bietet der Straßenraum zu wenig Platz", sagte sie.

Einbahnstraßensystem auf dem Prüfstand

Unverständnis erregte auch die Einbahnstraßensystem. Vor allem in der Brockhausstraße, in der keine schrägen Parktaschen angelegt wurden, hielten viele der Anwesenden die alte Regelung für besser. Verschiedene Schleußiger berichteten von gefährlichen Situationen mit entgegenkommenden Radfahrern. Die Verwaltung signalisierte, dass nach einer Testphase die Regelungen auf den Prüfstand kommen.

Status Quo ist: Großflächige Markierungen an Kreuzungen, ein neues Einbahnstraßensystem, 40 neue Parktaschen durch schräg angeordnete Stellplätze sowie Fahrradbügel auf der Straße (eine Anregung aus dem Bürgerwettbewerb) - mit diesen Maßnahmen will die Stadt ihrer Pflicht nachkommen, die Gehwege und Einmündungen autofrei zu halten. Ordnungsbürgermeister Rosenthal wehrte sich gegen Vorwürfe, dass Schleußig nun durch Knöllchen für die Aufbesserung der Stadtfinanzen herhalten müsse. Seit Jahren plane man dieselben Einnahmen ein, nämlich zehn Millionen Euro, "und die werden meist nicht erfüllt." Von der geplanten Summe komme die Hälfte aus Ordnungswidrigkeiten im ruhenden Verkehr. In der Regel seien 35 Politessen in ganz Leipzig im Zweischichtsystem im Einsatz, davon acht ständig in der City, erklärte er.

Gleichzeitig legte Rosenthal die Karten auf den Tisch: Ab Januar 2014 wird in Schleußig kontrolliert, ob die Gehwege und Kreuzungen autofrei sind. Wer trotzdem auf dem Fußweg parkt, muss mit 20 Euro Bußgeld rechnen.

Evelyn ter Vehn

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