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Lokales "Auch mit 74 hat man noch Visionen" - Wolfram Leuze im Interview
Leipzig Lokales "Auch mit 74 hat man noch Visionen" - Wolfram Leuze im Interview
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01:00 23.07.2013
Wolfram Leuze. Quelle: André Kempner

Über Glücksmomente und Enttäuschungen, über die Rolle von Senioren in der Kommunalpolitik und persönliche Pläne sprach die LVZ mit ihm.

LVZ:

Andere Leute genießen in Ihrem Alter längst den Ruhestand. Was fangen Sie jetzt mit der neu gewonnenen Freizeit an?

Wolfram Leuze:

Ich weiß nicht, ob das Wort Ruhestand richtig beschreibt, welche Möglichkeiten und Freiheiten das Alter dem Menschen bietet. Ich empfand und empfinde meine politische Tätigkeit nie als Belastung. Gerade in einer Gesellschaft, in der die älteren Jahrgänge immer stärker werden, glaube ich an die Verpflichtung von uns Senioren, uns mit unseren Erfahrungen einzubringen, aber auch für neue Erfahrungen im Zusammenleben mit den Jüngeren offen zu sein. Insofern werde ich meine Stadtratstätigkeit mit den Schwerpunkten Kultur- und Finanzpolitik fortsetzen, aber die gewonnene Zeit auch meiner Familie widmen.

Achteinhalb Jahre Fraktionschef - woran erinnern Sie sich besonders gerne?

Zum einen an den Wahlabend vom 7. Juni 2009. Mit einem Stimmenzuwachs von 4,7 Prozent hatten die Bürger unsere konsequente, aber konstruktive Oppositionspolitik belohnt. Das hat uns gezeigt, dass die Einwohner dieser Stadt eine realistische und berechenbare Kommunalpolitik einfordern und auch anerkennen. Zum anderen an die Wahl von Frau Dubrau zur Bürgermeisterin für Stadtentwicklung und Bau am 15. Mai. Wir haben große Erwartungen an die von unserer Fraktion nominierte und vom Stadtrat mit großer Mehrheit gewählte Dorothee Dubrau.

Was hat Sie am meisten enttäuscht?

Die größten Enttäuschungen sind persönliche Enttäuschungen, wenn gemachte Zusagen nicht eingehalten werden, ja wenn man nach allen Regeln der Kunst hintergangen wird. Das ist mir zweimal passiert, einmal bei einer Dezernentenwahl und das andere Mal beim Verkauf der Stadtwerketöchter HL-komm und Perdata. Solche persönlichen Enttäuschungen sollte man aber nicht wie eine Monstranz vor sich hertragen, sonst ist man nicht mehr in der Lage, eine sachorientierte Politik zu gestalten.

Die Grünen sind inzwischen mit zehn Sitzen im Stadtrat vertreten, stellen nun erstmals auch einen der sieben Bürgermeister. Haben die Grünen damit ihren Zenit erreicht oder welches Potenzial sehen Sie in Leipzig noch für Ihre Partei?

Als gebürtiger Schwabe war mir Baden-Württemberg immer ein Vorbild. Hier stellen die Grünen inzwischen den Ministerpräsidenten, den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart und sind stärkste Stadtratsfraktion im Gemeinderat von Stuttgart. Wir sollten versuchen, diese Blaupause des Erfolges auch in Leipzig umzusetzen. Wenn wir weiterhin eine nachvollziehbare, an den Menschen orientierte Stadtpolitik betreiben, haben die Grünen in Leipzig ihr Stimmenpotenzial noch lange nicht ausgeschöpft.

Nächstes Jahr sind Stadtratswahlen. Sie werden dann 75 Jahre alt. Wollen Sie noch mal für einen Sitz im Stadtrat kandidieren?

So Gott will und ich lebe und gesund bin und meine Partei es auch wünscht, würde ich gerne noch einmal kandidieren wollen. Denn auch mit 75 Jahren hat man noch Visionen und Gestaltungswillen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.07.2013

Klaus Staeubert

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