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Lokales Auerbachs Keller: Chef Rothenberger und seine Antwort auf eine böse Mail
Leipzig Lokales Auerbachs Keller: Chef Rothenberger und seine Antwort auf eine böse Mail
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15:00 29.09.2016
Bernhard Rothenberger im Eingang zum Großen Keller. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Bernhard Rothenberger ist ja einiges gewöhnt. Unter den zahlreichen Besuchern im Auerbachs Keller gibt es ab und zu welche, die sich mit dummen Vorurteilen über die ostdeutschen Bundesländer zu Wort melden. Aber was der Keller-Chef jetzt erleben musste, ging ihm zu weit. Auf eine bitterböse Mail antwortete der Gastronom gekonnt...

“Für den 13.12.2016 hatte ich einen Tisch für zwei Personen im Großen Keller für 12.15 Uhr reserviert“, schreibt Thomas G., „diese Reservierung möchte ich absagen. Gerne wären wir gekommen, jedoch hat sich eine große Antipathie gegen die neuen Bundesländer in uns breit gemacht.“ Die politische Entwicklung habe man sich doch anders vorgestellt, schreibt Thomas G. und lässt seine Stornierungsmail in diesem Satz gipfeln: „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen. Ich nun schon.“ Vor allem die letzte Bemerkung hat Bernhard Rothenberger die Zornesröte ins Gesicht getrieben – und zur Tastatur bewegt. „Sehr geehrter Herr G.“, schreibt der Auerbachs-Keller-Chef, „natürlich respektieren wir Ihre Entscheidung.“ Nachvollziehen oder verstehen könne er sie aber nicht. “Sie waren noch nie hier, haben aber ein fertiges Urteil?“, fragt Rothenberger und fährt fort. „Ich, geboren in Baden-Baden, lebe und arbeite sehr gerne hier, besonders in Sachsen und in Leipzig. Um das zu verstehen, müssten Sie die Menschen kennenlernen und die wunderbare Stadt sehen. Nun, mit Mauer geht das nicht, das wissen wir, ja selbst sogar wir ,Ex-Wessis’“. Und dann gibt der Wirt von Leipzigs traditionsreichstem Lokal seinem verhinderten Gast noch einen kleinen „Tipp“ mit auf den Weg: „Nur einen kleinen Wunsch zur Platzierung Ihrer neuen Mauer hätte ich, wenn Sie gestatten: Bauen Sie diese doch um Ihr Haus, damit sind Sie am besten vor Meinungsvielfalt geschützt. Sehr geehrter Herr G., falls Sie eines Tages zu einer anderen Einschätzung kommen, ich wäre so erfreut, dass ich Sie wahrscheinlich persönlich einladen würde. Mit nettem Gruß von Deutschland nach Deutschland, Bernhard Rothenberger, Geschäftsführender Gesellschafter, Auerbachs Keller“.

Offenbar fehle dem Absender der Stornierung jegliches differenzierte Urteilsvermögen, ärgerte sich Rothenberger im Gespräch mit der LVZ. “Ich kann sowas 26 Jahre nach der Einheit nicht mehr hören.“

Von Björn Meine

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