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Lokales Auf OP-Tour in Burkina Faso unterwegs
Leipzig Lokales Auf OP-Tour in Burkina Faso unterwegs
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19:09 01.02.2016
Simone Schwarz vom Saida-Verein hilft in Burkina-Faso. Quelle: privat
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Leipzig

Simone Schwarz vom an die Johanniter-Akademie angedockten Saida-Verein ist seit einigen Tagen unterwegs, um mit einem kleinen medizinischen Team aus Kamerun im Nordwesten des westafrikanischen Staates Burkina Faso Operationen für Mädchen und Frauen durchzuführen, die unter Inkontinenz durch Geburtsfisteln leiden, was häufig eine Folge von zu früher Schwangerschaft und/oder Genitalverstümmelung ist. „Für diese speziellen chirurgischen Maßnahmen im Urogenitaltrakt fehlt in Burkina Faso das Know-how, sodass Doktor Franklin Danki Sillong dort die lokalen Kräfte ausbilden wird“, berichtet Schwarz. Danki sei am Universitätsklinikum Leipzig ausgebildet worden.

„Die Lage im Nordwesten des Landes ist tatsächlich nicht erst seit dem Al-Kaida-Attentat Mitte Januar unsicher“, berichtet die engagierte Leipzigerin. Ausländer seien in der Grenzregion zu Mali gefährdet und ein offensives Vorgehen gegen die weit verbreitete Genitalverstümmelung und Zwangsverheiratung könne Aggressionen seitens einiger Bevölkerungsteile nach sich ziehen. „Der islamistische Terror sollte aber aus unserer Sicht nicht als Rechtfertigung dafür dienen, die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung einzuschränken oder gar abzubrechen“, gibt sich Schwarz kämpferisch. Vielmehr sollten Maßnahmen ergriffen werden, um laufende und geplante Projekte so sicher wie möglich durchzuführen und alles für eine Stabilisierung des Landes zu tun. Gerade weil Burkina Faso den Volksaufstand 2014, den Militärputsch im September 2015 und jüngst die ersten freien Wahlen seit Jahrzehnten bewältigt hat. „Wir arbeiten seit 2011 mit lokalen Initiativen zusammen, die wir nun in dieser Ausnahmesituation in ihren Bemühungen um Kinderschutz, die Stärkung von Frauen sowie Armutsbekämpfung bestärken und die bisherigen Erfolge sichern wollen“, sagt Schwarz. Im Februar werde der Verein daher wie geplant die neue Grundschule einweihen, die mit Mitteln aus der Aktion „Genialsozial“ der Sächsischen Jugendstiftung gebaut werden konnte – trotz der Erschwernisse durch besagten Militärputsch.

„Der Kern unserer Projektarbeit ist der Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung und Frühverheiratung sowie die Förderung von Schulbildung für alle Kinder“, fasst die Leipzigerin zusammen. In einem seit 2011 laufenden Pilotprojekt verfolge der Verein einen neuen Ansatz zur Prävention von Genitalverstümmelung in der Gemeinde Gomboro im Norden.

„Es kommt meines Erachtens nun darauf an, den Menschen in Deutschland zu vermitteln, dass gerade jetzt die Bemühungen um Bildung, Gesundheit, Menschenrechte und Demokratisierung verstärkt werden müssen und solidarisches Handeln gefragt ist“, sagt Schwarz. Dem Verein seien kürlich die Fördermittel für eine neue Geburtshilfestation auf Eis gelegt worden, was mit dem Terror durch Al Kaida begründet wurde. „Wenn dieses Beispiel Schule macht und viele Projekte gestoppt werden, werden sich in absehbarer Zeit womöglich auch einige junge Burkinabé aus reiner Perspektivlosigkeit den Terroristen anschließen“, befürchtet die Vorstandsfrau.

Infos zu Verein und Projekten gibt es unter Telefon: 0341 2474669, per E-Mail unter info@saida.de sowie im Internet unter https://saida.de/ Spendenkonto: Ethikbank;
IBAN: DE61 8309 4495 0003 0283 13;
BIC: GENODEF1ETK

Von Martin Pelzl

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