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Lokales Bürgervereinschef: "Eisenbahnstraße hat zwei Gesichter"
Leipzig Lokales Bürgervereinschef: "Eisenbahnstraße hat zwei Gesichter"
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09:40 06.11.2018
Henry Hufenreuter (55) äussert sich zur Waffenverbotszone. Quelle: Kempner/privat
Leipzig

Was halten Sie von der neuen Waffenverbotszone in Ihrem Kiez?

Ich bin für die Zone – mit einer Einschränkung.

Und die wäre?

Geltendes Recht muss auch durchgesetzt werden beziehungsweise durchsetzbar sein. Wir brauchen also personelle Ressourcen, sprich Polizeibeamte, die an Ort und Stelle nach dem Rechten sehen. Ich bin sehr gespannt, wie die Umsetzung erfolgt.

Wie fühlte sich das Leben denn bisher an in Ihrem sogenannten Problemviertel?

Die Eisenbahnstraße ist eine Straße mit zwei Gesichtern. Sie hat einerseits sehr erfreuliche, freundliche Züge entwickelt, weil junge Menschen zuziehen und sich kulturell einiges tut. Sie ist von daher abwechslungsreicher und urbaner als etwa die Georg-Schwarz-Straße. Andererseits ist sie ein Hotspot des Drogenhandels, der Kleinkriminalität und der organisierten Kriminalität. Beides existiert nebeneinander her, beides ist Wahrheit: das positive Lebensgefühl ebenso wie die Angst, Opfer von Kriminellen zu werden.

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Wie viele Bewohner wenden sich an Sie mit der Klage, es nicht mehr auszuhalten?

Die Formulierung „Ich halt’s hier nicht mehr aus“ höre ich eher selten.

Was hören Sie stattdessen?

Ich treffe auf Frustration. Viele, vor allem die Älteren, vertrauen Polizei und Stadt nicht mehr. Was die Waffenverbotszone anbelangt, höre ich von den Neuzugezogenen, den jüngeren Leuten vor allem Vorbehalte und Ablehnung.

Wie bewerten Sie die Proteste von Linken und Kulturschaffenden, die kritisieren, dass mit der Zone ein Viertel stigmatisiert werde?

Die Kritik kommt von denen, die auch – und das sicher zu Recht – vor einer Gentrifizierung in Neustadt-Neuschönefeld und Volksmarsdorf warnen. Dass in den Veranstaltungen dieser Szene empfohlen wird, den Müll auf der Straße zu lassen und die Wände zu beschmieren, um die Mietpreise erschwinglich zu halten, gefällt mir wiederum nicht. Das stigmatisiert das Viertel nicht weniger als die Waffenverbotszone.

Im Leipziger Osten ist eine Waffenverbotszone geplant, auch verdachtsunabhängige Kontrollen sind dann möglich. Aus Protest dagegen zog am Samtag eine Demonstration unter anderem durch die Einesnbahnstraße.

Wie also die Straße retten?

Die Kriminalitätsstatistik spricht eine klare Sprache. Daher ist es verständlich, dass das Gros unserer Menschen sich nach mehr Sicherheit sehnt. Die muss auch kommen. Trotzdem halte ich die Eisenbahnstraße nicht für die gefährlichste Meile Deutschlands. Das ist sie auf keinen Fall.

Interview: Dominic Welters

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