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Lokales Auf der Autobahn von Leipzig nach Chemnitz - endlich unter einer Stunde
Leipzig Lokales Auf der Autobahn von Leipzig nach Chemnitz - endlich unter einer Stunde
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20:20 16.07.2013
Verlauf und Bauabschnitte der A 72 Quelle: LVZ

Bislang war es deutlich mehr, denn auf der Bundesstraße zwischen beiden sächsischen Großstädten geht es weitgehend pro Richtung nur einspurig vorwärts. Die A 72 ist bislang nur zwischen Penig und Chemnitz befahrbar.

Die neue Autobahn bringt außer kürzeren Fahrzeiten auch den bislang wirtschaftlich eher benachteiligten Südraum Leipzigs deutlich voran. Davon geht Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) aus. "Ich rechne spätestens mit Fertigstellung der gesamten Trasse mit Gewerbeansiedlungen ähnlich wie entlang der A 72 im Vogtland", so der Minister. Viele Kommunen dort würden über enorme Gewerbesteuereinnahmen verfügen. Einige sogar so viel, schwärmt der Minister, "dass sie in den kommunalen Ausgleich einzahlen".

Zwei Bauabschnitte fehlen noch bis zur kompletten Fertigstellung der A 72. Der von Borna-Nord bis Rötha ist seit diesem Monat im Bau und soll 2017 in Betrieb gehen. Möglich sei auch ein früherer Termin, so Morlok. Wünschenswert ist das allemal, insbesondere für die Einwohner von Espenhain, die bereits jetzt schon unter massivem Verkehr und Abgasen leiden.

Für den letzten Abschnitt Rötha bis zur Autobahn 38 erwartet Morlok noch in diesem Jahr Baurecht und die anschließende Aufnahme in den Straßenbauplan des Bundes. Eine schnelle Finanzierung durch den Bund vorausgesetzt, könnte mit dem Bau im kommenden Jahr begonnen werden.

Wenn nicht der Umweltbund Ökolöwe Leipzig dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung macht. "Eine Autobahn erachten wir in diesem Bereich als schlicht unnötig, da die Bundesstraße bereits vierstreifig ausgebaut ist", sagte Matthias Uhlig vom Umweltbund. Bereits im Februar habe sich der Ökolöwe dazu im laufenden Planungsverfahren klar positioniert. "Der Bau zerstört die Natur. Die Gelder sind anderswo besser aufgehoben", so Uhlig. Man behalte sich vor, gegen den Planfeststellungsbeschluss zu klagen. Die Erfolgsaussichten, so Uhlig weiter, seien aber gering. Da der Freistaat das Projekt mit Priorität vorantreibt.

Letzteres heftet sich Morlok ans Revers. Er habe in seinem Ministerium die Strukturen klar geändert. Statt auf viele Straßenprojekte konzentriere man sich auf wenige, um sich nicht zu verzetteln. Die A 72 gehöre dazu. Zugleich übt er Kritik an seinen Vorgängern im Amt. Den ursprünglich genannten Fertigstellungstermin 2006 hält er für viel zu optimistisch. Solche Erwartungen bei der Bevölkerung zu wecken, sei "schlicht fahrlässig" gewesen. Denn die Planungs- und Ausschreibungsvorschriften innerhalb der EU" seien aufwendig und zeitraubend.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.07.2013

Andreas Dunte

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