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Auf diesen Straßen im Leipziger Süden und Westen wird die Fahrt zur Qual

LVZ-Schlagloch-Serie Auf diesen Straßen im Leipziger Süden und Westen wird die Fahrt zur Qual

Südvorstadt, Plagwitz, Leutzsch – auch im Leipziger Süden und Westen holpert es gewaltig. Der letzte Teil unserer Schlagloch-Serie zeigt zehn weitere marode Nebenstraßen. Über die nervigste Buckelpiste kann ab sofort in einem Online-Voting abgestimmt werden.

Eine der schlimmsten Holperpisten in der Leipziger Südvorstadt, fotografiert von Leser Christian Sevenheck. Hügeliges Kopfsteinpflaster macht die Fahrt durch die Kochstraße zur Qual.

Quelle: Christian Sevenheck

Leipzig.  „Irgendwann schrotte ich mir dort definitiv noch das Auto“ – so genervt wie ein User von LVZ.de über die Nikolai-Rumjanzew-Straße in Grünau ist, ergeht es Fahrern auf zahlreichen Straßen im Süden und Westen der Stadt. An vielen Stellen in Connewitz, der Südvorstadt, Plagwitz oder Leutzsch werden Stoßdämpfer auf eine harte Probe gestellt.

Nach den schlimmsten Hauptstraßen Leipzigs, den kaputtesten Nebenstraßen im Zentrum sowie im Norden und Osten der Messestadt stellen wir heute zehn weitere kaputte Fahrbahnen auf Anwohnerstrecken im Süden und Westen vor. Sie wurden aus mehr als 200 Vorschlägen ausgewählt, die nach dem Aufruf für die LVZ-Schlagloch-Serie bei der Redaktion eingingen.

Gefährliche Schlaglöcher lauern in der Naumburger Straße in Plagwitz

Gefährliche Schlaglöcher lauern in der Naumburger Straße in Plagwitz.

Quelle: Jens Witschel

Die LVZ hat auch diesmal wieder beim Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt nachgehakt, wann sich am Zustand der Buckelpisten etwas ändert. Die schlechte Nachricht: Sanierungen sind aus Geldmangel kaum in Sicht. Christoph Bock, Abteilungsleiter für Straßenbau und -unterhaltung, erklärt jedoch, wie die aktuellen Pläne für die jeweiligen Straßen aussehen. Zugleich startet heute unser Voting: Über die schlimmste der vorgestellten 25 Buckelpisten kann ab sofort online abgestimmt werden (ganz unten auf dieser Seite).

1. Barnecker Straße (Böhlitz-Ehrenberg)

In der gesamten Länge von 300 Metern sei die Barnecker Straße „eine einzige Zumutung“, ärgert sich Werner Pfauder. Das Pflaster lasse nur Schrittgeschwindigkeit zu. „Die Straße befindet sich noch im Urzustand ihrer Entstehung“, so der LVZ-Leser. Das Tiefbauamt bestätigt, dass die Fahrbahn und die Seitenabläufe „überaltert“ seien. Reparaturen würden nach Erfordernis ausgeführt. Im letzten Jahr setzte die Stadt einen Straßenablauf instand. Derzeit bestehe kein akuter Handlungsbedarf, so Christoph Bock. Hoffnung kann er den Anwohnern nicht machen. „Für eine wesentliche und dauerhafte Zustandsverbesserung ist der grundhafte Ausbau der Straße erforderlich. Dieser ist gegenwärtig nicht vorgesehen.“

2. Burgstädter Straße (Connewitz)

Das Umfahren der Schlaglöcher wird in der Burgstädter Straße zum Abenteuer

Das Umfahren der Schlaglöcher wird in der Burgstädter Straße zum Abenteuer.

Quelle: Dirk Knofe

„Die Straße ist komplett kaputt. Sie besteht im Prinzip nur aus Flicken und Löchern“, ärgert sich Leser Norman Kaiser. Im Rathaus ist das Problem bekannt: „Die Burgstädter Straße besitzt eine bituminöse Fahrbahndecke. Diese ist leider verschlissen“, so Christoph Bock. Besonders der Abschnitt zwischen Kohrener Straße und Hildebrandstraße befinde sich in einem schlechten Zustand. Doch eine Sanierung sei aktuell „finanziell nicht darstellbar und daher auch nicht vorgesehen“. Gefahrenstellen würden im Rahmen der laufenden Straßenunterhaltung jedes Jahr beseitigt.

3. Hermann-Schein-Straße (Dölitz-Dösen)

Claudia Schuldig steckte einen Zollstock in dieses sieben Zentimeter tiefe Loch in der Hermann-Schein-Straße, um das Ausmaß der Schäden zu zeigen 

Claudia Schuldig steckte einen Zollstock in dieses sieben Zentimeter tiefe Loch in der Hermann-Schein-Straße, um das Ausmaß der Schäden zu zeigen. 

Quelle: Claudia Schuldig

Diese Schlaglochpiste befindet sich an der südlichen Stadtgrenze. „Seit Jahren ist hier weder von Markkleeberg noch von Leipzig in Sachen Straßenunterhaltung etwas geschehen, geschweige gemeinsam koordiniert worden“, ärgern sich Claudia Schuldig und Matthias Ulrich. „Als Anwohner kann man sich Besuchern gegenüber nur schämen“, so die LVZ-Leser. Pläne, dass sich daran etwas ändert, gibt es aktuell nicht. Dabei ist die Bitumen-Fahrbahn „völlig überaltert und verschlissen“, wie Christoph Bock vom Tiefbauamt eingesteht. „Die Fahrbahndecke besitzt Unebenheiten, Schadstellen und diverse Reparaturstellen“, beschreibt er die Lage vor Ort. Ein grundhafter Ausbau sei zwar erforderlich, aber im Zuständigkeitsbereich der Stadt Leipzig aus Kostengründen aktuell nicht darstellbar.

4. Karl-Schurz-Straße (Leutzsch)

Wellen, Schlaglöcher, fehlendes Pflaster: Eine Fahrt über die Buckelpiste in Leutzsch ist ein Härtetest für jeden Stoßdämpfer. „Ab der Heimteichstraße bis zur Georg-Schwarz-Straße sind Mängel an den Großpflastersteinen in Form von Abplatzungen vorhanden. Das Pflaster liegt sehr uneben. Stellenweise haben auch die Abwasserschächte in der Fahrbahn einen gewissen Überstand“, so Christoph Bock. Auch die Gehwege seien aufgrund von Wurzeltrieben in schlechtem Zustand. Zwar befindet sich die Karl-Schurz-Straße auf einer von den Stadtbezirksbeiräten erarbeiteten und abgestimmten Prioritätenliste für einen Ausbau. Wann es dazu kommt, steht aber in den Sternen. „Eine zeitliche Einordnung ist aufgrund der fehlenden finanziellen Unterlegung derzeit nicht möglich“, so Bock.

5. Kochstraße (Südvorstadt)

Hier holpert es gewaltig

Hier holpert es gewaltig: Ecke Kochstraße/Kantstraße, fotografiert von Christian Sevenheck.

Quelle: Christian Sevenheck

Mehrere tausend Fahrzeuge holpern nach Angaben der Stadt täglich über die grob gepflasterte Buckelpiste in der Südvorstadt, die für jeden Autofahrer vor allem südlich der Kurt-Eisner-Straße eine Qual ist. Leser Christian Sevenheck dokumentierte an der Ecke zur Kantstraße den desolaten Zustand mit seiner Kamera. Auch viele andere Querstraßen sind eine Zumutung. Problematisch ist vor allem das Kopfsteinpflaster, das Stoßdämpfer mit Löchern und Unebenheiten auf eine harte Probe stellt. Obwohl alle angrenzenden Häuser längst saniert sind, müssen Anwohner weiter auf einen Ausbau zwischen Kurt-Eisner- und Wolfgang-Heinze-Straße warten. „Ein Ersatzneubau ist vor dem Hintergrund der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Mittel und der derzeit gegebenen Nutzbarkeit der Straße nicht vorgesehen“, so Christoph Bock.

6. Küchenholzallee (Großzschocher)

Viele Leipziger Straßen weisen teils erhebliche Schäden in der Fahrbahndecke auf

Viele Leipziger Straßen weisen teils erhebliche Schäden in der Fahrbahndecke auf. So wie hier in der Küchenholzallee.

Quelle: Dirk Knofe

„Bei der Frage nach Leipzigs schlechtestem Stück Straße dürfte die Küchenholzallee mit Sicherheit ganz vorn mitspielen“, schreibt Dirk Schulze-Weil. Ein Teil der Straße in Klein- und Großzschocher führt zum Bootsanleger des Kanusportvereins Germania, dessen Vorsitzender Schulze-Weil ist. „Befahrbar ist der Abschnitt sowieso nur im ersten Gang und in Schrittgeschwindigkeit, für tieferliegende oder beladene Fahrzeuge völlig unpassierbar“, kritisiert er. Im Oktober sei zwischen der Bahnbrücke und der Buttergasse eine punktuelle Reparatur vorgenommen worden, berichtet Christoph Bock vom Tiefbauamt. Ein grundhafter Ausbau sei derzeit aber nicht geplant. Dies gilt auch für die Abschnitte im Volkspark Kleinzschocher, die zum Freibad und mehreren Kleingartenanlagen führen. Durch deren Nutzer und die Lenkbewegungen von wendenden, bremsenden und anfahrenden Fahrzeugen würden immer wieder Tiefstellen in der Fahrbahn entstehen. Diese will das Tiefbauamt auch künftig regelmäßig glätten.

7. Naumburger Straße (Plagwitz)

Vorsicht, Löcher

Vorsicht, Löcher: Fehlende Pflastersteine in der Naumburger Straße.

Quelle: Jens Witschel

„Seit Jahren ist diese Straße am Anfang, von der Zschocherschen Straße kommend, nur noch im Schritttempo befahrbar“, ärgert sich Leser Jens Witschel und hat an seine Mail gleich noch Fotos angehängt. „Das liegt zum Teil daran, dass der betroffene Teil aus Kopfsteinpflastern besteht, welche zum Großteil herausgebrochen sind, zum anderen Teil weil in diese Straße auch 40-Tonner fahren.“ Auch hier handelt es sich laut Tiefbauamt nicht um eine Anliegerstraße, sondern eine Erschließungsstraße. Diese nutzen in manchen Abschnitten mehr als 6000 Fahrzeuge täglich, darunter mehr als 600 Lkw. Der Stadt ist der Plagwitzer Problemfall bekannt. Zwischen Engertstraße und Gießerstraße weise die Asphaltdecke altersbedingte Risse, Unebenheiten und Schadstellen auf, so Christoph Bock. Noch schlimmer sehe es westlich davon bis zum Parkplatz des Möbelhauses aus. „Dennoch ist die Straße gegenwärtig aus Sicht des Verkehrs- und Tiefbauamtes gefahrlos nutzbar“, betont Bock. Für einen notwendigen Ausbau fehlt auch hier da Geld. Gefahrstellen sollen weiterhin punktuell beseitigt werden.

8. Nikolai-Rumjanzew-Straße (Grünau-Ost)

Ein Facebook-User von LVZ.de ist hier täglich unterwegs, um seine Kinder in die Krippe zu bringen. „Irgendwann schrotte ich mir dort definitiv noch das Auto“, befürchtet er. Auch Krankenwagen nutzen die von Rissen durchzogene Nikolai-Rumjanzew-Straße, um zur Notaufnahme der Robert-Koch-Klinik zu kommen. Bei einer Verkehrszählung im Jahr 2004 wurden 5200 Fahrzeuge täglich zwischen der Schönauer Straße und Straße am Park gemessen. Besserung ist hier bereits in Sicht: Aufgrund des schlechten baulichen Zustandes sei die Nikolai-Rumjanzew-Straße in das Straßenbauprogramm aufgenommen worden, erklärt Christoph Bock vom Tiefbauamt. Baustart sei jedoch „frühestens 2020“.

9. Rosenweg (Grünau-Ost)

Maroder Fahrbahnrand im Rosenweg 

Maroder Fahrbahnrand im Rosenweg. 

Quelle: Wolfgang Schönefelder

Im vergangenen Jahr wurde die Fahrbahn zwischen den Hausnummern 10 und 20 großflächig instandgesetzt. Dabei wurden auch die Gehwege auf Vordermann gebracht, Wurzeltriebe überbaut und Baumscheiben neu eingefasst. An anderer Stelle blieben jedoch die Probleme bestehen. Anwohner Wolfgang Schönefelder stört vor allem die Buckelpiste in Höhe der Nummern 46 bis 68, wo sich auch die Zufahrt einer Förderschule befindet. Die Fahrbahnoberfläche aus Asphalt sei überaltert, rissig und porös, heißt es dazu aus dem Tiefbauamt. Gefahrenstellen sieht die Stadtverwaltung aber nicht. Auch hier könne nur ein grundhafter Ausbau die Situation verbessern. Pläne dafür gibt es derzeit nicht.

10. Wigandstraße (Kleinzschocher)

Wer von Leipzigs schlimmster Hauptstraße, der Dieskaustraße, auf die Wigandstraße abbiegt, wähnt sich zunächst in Sicherheit. Einem glatt asphaltierten Abschnitt folgt beim Überqueren der Gießerstraße jedoch die nächste Schlaglochpiste. Auch viele Parallelstraßen in Kleinzschocher befinden sich in ähnlich marodem Zustand. Von „zahlreichen Schadstellen, Reparaturstellen und Unebenheiten“ ist im Rathaus bei der Wigandstraße die Rede. Ändern wird sich daran auf Sicht wenig. „Konstruktionsbedingt ist für eine Zustandsverbesserung ein grundhafter Ausbau notwendig“, so Christoph Bock vom Tiefbauamt. Da dieser gegenwärtig nicht vorgesehen sei, würden Gefahrenstellen im Zuge der permanenten Straßenunterhaltung punktuell beseitigt – ein Schicksal, das sich die Wigandstraße mit hunderten desolaten Nebenstraßen im Stadtgebiet teilt.

Von Robert Nößler

Die schlimmsten Nebenstraßen in Leipzig

Welche Nebenstraße ist die schlimmste Buckelpiste in Leipzig?

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