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Lokales Auf früherem Unister-Areal in Leipzig entstehen jetzt gleich zwei Hotels
Leipzig Lokales Auf früherem Unister-Areal in Leipzig entstehen jetzt gleich zwei Hotels
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10:15 12.12.2016
So in etwa werden die beiden neuen Hotels aussehen: Links an der Goethestraße entsteht das „Premier Inn“, rechts am Brühl das „Capri by Fraser“. Quelle: Entwurf: Nalbach+Nalbach Architekten
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Leipzig

Leipzigs Hotel-Markt erlebt derzeit einen einzigartigen Aufschwung. Erst am 1. September hatten in der City auf einen Schlag gleich vier neue Häuser mit insgesamt 1200 Betten eröffnet. Dazu gehörten Weltmarken wie Meliá (aus Spanien) mit dem Innside-Hotel am Dittrichring sowie die Accor-Gruppe (Frankreich) mit zwei Ibis-Hotels am Museum der Bildenden Künste. Doch schon bald soll das Herbergsangebot in der Messestadt noch deutlich internationaler werden. Wie die LVZ exklusiv erfuhr, ist gegenüber der Oper nun der Bau von gleich zwei neuen Häusern ausländischer Top-Marken vorgesehen, die es in Leipzig noch nicht gibt.

Konkret geht es um eine 2780 Quadratmeter große Freifläche an der Ecke Brühl/Goethestraße. Wie berichtet, hatte der britische Marktführer Whitbread (60 000 Zimmer) das Grundstück Ende 2015 von Eigentümern des Leipziger Internet-Unternehmens Unister erworben. Zuvor trug sich der in diesem Sommer bei einem Flugzeugabsturz verstorbene Konzernchef Thomas Wagner viele Jahre mit der Idee, dort eine Firmenzentrale für über 1000 Unister-Mitarbeiter zu bauen. Gegenwärtig läuft für die meisten Unister-Firmen ein Insolvenzverfahren.

Bekanntlich kündigte Whitbread im Mai 2016 an, auf dem Areal sein erstes „Premier Inn“ in Ostdeutschland zu bauen. Dabei bleibt es auch, versicherte Ian Biglands von der Premier Inn Investments GmbH gegenüber der LVZ. Das Premium-Economy-Hotel dieser Marke werde über 186 Zimmer verfügen und im südlichen Teil des Grundstücks errichtet. Direkt integriert sei eine Costa-Coffee-Filiale, in Großbritannien ein bedeutender Starbucks-Wettbewerber auf dem Kaffee-Markt. Eröffnungstermin ist Anfang 2019.

Die nördliche Hälfte des Areals hat Whitbread aber inzwischen an einen der größten deutschen Hotel-Projektentwickler verkauft: die GBI AG aus Berlin. GBI möchte dort zeitgleich ein Haus auf Vier-Sterne-Niveau der Marke „Capri by Fraser“ ansiedeln, so Vorstandssprecher Reiner Nittka. Auch Frasers Hospitality (weltweit 24 000 Zimmer) zählt zu den international bekannten Namen, im Heimatland Singapur ist die Kette ein Börsen-Schwergewicht. Die 151 Apartments im „Capri by Fraser“ werden durchgängig mit einer kleinen Küche und Arbeitsbereich ausgestattet. Hinzu kommt eine Konferenz-Zone im wie ein offenes Wohnzimmer gestalteten, öffentlichen Bereich; auch modernste Technik wie ein elektronischer Concierge. Das Konzept ziele vor allem auf Wirtschaftsreisende, die oft mehrere Tage oder Wochen bleiben, so Nittka. „Alle Dienstleistungen vom Fitnessstudio bis Speisen stehen dem Gast rund um die Uhr zur Verfügung.“

Ein direktes Nebeneinander beider Marken werde bereits in Frankfurt/Main praktiziert. Daher wisse GBI, dass sich die verschiedenen Zielgruppen gut ergänzen. „Das bringt abends für mehr Leben in die City und lockt weitere internationale Gäste an – gerade auch aus Asien.“

Die Bauanträge für beide Häuser sowie eine gemeinsame Tiefgarage wurden schon bei der Stadt eingereicht. Die aufeinander abgestimmten Fassadenentwürfe der Architekturbüros RKW („Premier Inn“) und Nalbach+Nalbach („Capri by Fraser“) fanden Zustimmung im Leipziger Gestaltungsforum. Baustart ist 2017.

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Da sowohl die Auslastung als auch die Erlöse pro Übernachtung in Leipzig seit Jahren im Aufwind sind, gibt es aktuell etliche Hotel-Projekte. Allein in und am Rand der City sind zeitnah noch folgende neun Häuser geplant:

Im Brühlpelz-Hochhaus will die australische Marke Adina im Herbst 2017 ein Apartment-Hotel mit 166 Studios und Apartments eröffnen.

Am 2. Dezember begann der Bau eines Motel One mit 302 Zimmern am Grimmaischen Steinweg. An der Front zum Augustusplatz kommen separat 136 Apartments nach dem Fünf-Sterne-Konzept „Das Lebendige Haus“ hinzu.

Etwa im März 2017 soll der Bau eines NH-Hotels (spanischer Branchenriese) mit vier Sternen, 197 Zimmern, Bar und Restaurant im über 20 Jahre alten Burgplatzloch starten.

Wo früher Ibis und Novotel residierten, will ab Anfang 2017 die Meininger-Gruppe mit 404 Betten in 127 Zimmern nachfolgen.

Im leer stehenden Petershof (ehemals Kino Capitol) soll im zweiten Quartal 2017 der Umbau von Teilflächen zu einem Hotel mit 150 Zimmern (drei bis vier Sterne) starten.

Schon drei Jahre Bauverzug hat das Travel24-Hotel mit 170 Zimmern. Als Eröffnungstermin wurde zuletzt Frühjahr 2017 genannt.

An der Ostseite gehen voraussichtlich im April 2017 die Bauarbeiten für ein Ramada (USA, vier Sterne, 193 Zimmer) sowie ein H2-Hotel (zwei Sterne, 336 Zimmer) los.

Von Jens Rometsch

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