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Aufbruch in eine neue Kulturära

„Kino der Jugend“ Aufbruch in eine neue Kulturära

IG Fortuna präsentiert Leipziger Osten-Klassiker / Neues Dach auf altem Gemäuer. IG-Vorsitzender Daniel Schade. „Das ganze Viertel hat Interesse, das in dem Gebäude, das seit über 30 Jahren geschlossen ist, wieder Leben einzieht.“

Open-Air-Kino am ehemaligen „Kino der Jugend“ in der Eisenbahnstraße in Leipzig

Quelle: André Kempner

Leipzig. Aufbruch in ein neues Leben: Wer am Sonnabend am ehemaligen „Kino der Jugend“ in der Eisenbahnstraße 162 vorbei kam, staunte nicht schlecht: An dem maroden Gebäude sammeln sich Menschen über Menschen. Und es werden immer mehr. Rund 500 Gäste sollen es zu später Stunde schließlich sein. Alle wollen sie am Aufbruch in eine neue Kultur-Ära teilnehmen. Alle wollen sie den Leipziger Osten-Klassiker „Die Liebe zum Schrott und andere Leidenschaften“ sehen, den die Interessengemeinschaft (IG) Fortuna zum Tag der Städtebauförderung präsentiert. Jener Verein aus ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger, die sich neben der Rettung des früheren Kinos auch dessen Wiederbelebung als multifunktionalen Kultursaal verschrieben haben.

„Es gibt hier im Osten einen großen Bedarf an Veranstaltungsräumen für interkulturelle Begegnungen“, weiß IG-Vorsitzender Daniel Schade. „Das ganze Viertel hat Interesse, das in dem Gebäude, das seit über 30 Jahren geschlossen ist, wieder Leben einzieht.“ Gut also, dass die Vereinsmitglieder für den Filmabend genügend Bänke und Stapelstühle bereit gestellt haben. „Start zur Gründung der IG Fortuna-Kino der Jugend war bereits 2015“, erzählt Andreas Bernatschek vom Bürgerverein Volkmarsdorf. Seit diesem ersten Treffen sei viel passiert: „Es ist uns gelungen Stadtrat und Verwaltung zu Rettungsmaßnahmen an dem Gebäude zu bewegen. So habe der Stadtrat mit großer Mehrheit beschlossen, die Immobilie 2018 im Konzeptvergabeverfahren auszuschreiben. „Daraufhin haben wir mehrere Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit den verschiedenen Themen – von der Finanzierung über die Sanierung bis hin zur inhaltlichen Ausrichtung – beschäftigen“, berichten die Akteure. Unterstützt werden sie vom Amt für Stadterneuerung Wohnungsbauförderung (ASW). Eine Planung sehe beispielsweise vor, dass der große Saal durch einen kleinen und einen mittleren ergänzt werde.

Schon jetzt gibt es ein erstes sichtbares Ergebnis: Das neue Dach strahlt weithin sichtbar über der Art-déco-Fassade. „Es verleiht dem alten Gemäuer ein hoffnungsfrohes Antlitz“, freuen sich die Mitglieder der IG. Und auch im Inneren bewegt sich was: „Jeden Tag wird eimerweise Schutt rausgetragen“, beobachtet Jörg Werner. Der leidenschaftliche Kinogänger wohnt gegenüber und hat im Eckladen der Eisenbahnstraße 143 die Ausstellung „Rettet das Kino“ eingerichtet. Die kleine Schau ist ein weiterer Anziehungspunkt an diesem Abend: Filmplakate und verblichene Dokumente berichten von längst vergangenen Tagen. Immer umringt: Gabriele Sergel, heute für die verfallende Kulturstätte im Einsatz – bis 1987 Leiterin des „Kinos der Jugend“. „Wir haben nicht nur Filme gezeigt, sondern auch Konzerte veranstaltet – Renft, Silly, City und viele andere bekannte Bands gastierten hier“, erzählt sie.

Neugierig geworden, blättern etliche Besucher im Gästebuch, das auch Autogramme von DEFA-Regisseuren schmückt. „Jeden Sonntag haben wir im ,Kino der Jugend’ für 25 Pfennige unsere Lieblingsfilme geschaut“, erinnern sich Erika Trommer (71) und Gabi Schuhmacher (70). „Wir wohnten in der Gretschelstraße und konnten von der Wohnung aus den Kinoeingang sehen. Standen die Kumpels da, sind wir losgezogen. Nun sind wir gespannt auf ,Die Liebe zum Schrott und andere Leidenschaften’.“ Ein Film, der zwölf Jahre nach der Wende entstanden ist und vom Leben im Leipziger Osten berichtet. Wer genau hinschaute, ahnt: Ein Viertel im Aufbruch.

Von Ingrid Hildebrandt

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