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Lokales „Aufruf 2019“ – Bürger zeigen Flagge für ein weltoffenes Leipzig
Leipzig Lokales „Aufruf 2019“ – Bürger zeigen Flagge für ein weltoffenes Leipzig
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17:53 26.10.2018
Wollen Flagge zeigen: Christian Wolff, Barbara Rucha, Burkhard Jung und Gisela Kallenbach (von links) stellen im Ariowitsch-Haus den „Aufruf 2019“ vor. Quelle: André Kempner
Leipzig

Die Sprache verroht, Pöbeleien gegen Andersdenke und Ausländer nehmen zu, Juden sind Angriffen ausgesetzt, selbst gegen Rettungskräfte wird inzwischen Gewalt ausgeübt. Menschen wenden sich von der Demokratie ab, Mauern werden nicht nur in den Köpfen errichtet. Die Beispiele ließen sich fortsetzen. „Jetzt ist der Moment, wo ich laut werden muss, obwohl ich mich normalerweise politisch nicht äußere“, sagt die Dirigentin und Komponistin Barbara Rucha, die mit vier Kindern in Leipzig lebt. Sie gehört zu den acht Initiatoren des „Aufrufs 2019“, der Anfang der Woche von 180 Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen im Ariowitsch-Haus diskutiert und unterzeichnet wurde. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Bürgerrechtlerin Gisela Kallenbach, BMW-Betriebsratschef Jens Köhler, Musiker Sebastian Krumbiegel, Gewerkschafter Erik Wolf sowie die Pfarrerin Britta Taddiken und ihr Kollege im Ruhestand Christian Wolff gehören zu den Initiatoren.

Kundgebung auf dem Markt geplant

„Wir wollen gemeinsam: Gesellschaft gestalten, statt Ängste zu verbreiten; Probleme lösen, statt Sündenböcke zu schaffen; Demokratie leben, statt sie auszuhöhlen“, heißt es darin. Am Freitag wurde der „Aufruf 2019“, dem sich nun möglichst viele Menschen anschließen sollen, öffentlich vorgestellt. Für den 14. Januar 2019 ist als Auftakt weiterer Aktionen eine große Kundgebung auf dem Markt geplant, bei der für ein weltoffenes Leipzig ebenso wie für ein geeintes, friedliches Europa geworben werden soll. Bis dahin wollen die Akteure auf Plakaten und Bannern dafür werben. Dafür werden auch Spenden gesammelt.

„Wir wollen Mut machen, Stellung zu beziehen“, sagt Oberbürgermeister Jung. Da sei der antisemitische Witz oder das dumme Gelächter über Schwule, das nicht zu ertragen sei. Da müsse man Stopp sagen. „Gewalt beginnt mit Worten.“ Freilich müsse man Ängste der Menschen ernst nehmen und ins Gespräch kommen. „Aber wir wollen auch offen sagen, wo die Grenze ist und das Strafrecht beginnt“, so Jung.

Kallenbach: Mehrheit darf nicht länger schweigen

Es sei an der Zeit, dass die schweigende Mehrheit den „Deckmantel einer vermeintlichen Neutralität“ abwirft, ergänzte die Bürgerrechtlerin und frühere Europaabgeordnete Gisela Kallenbach (Grüne): „Die drängenden Fragen, in welche Richtung sich unsere Gesellschaft entwickelt, sind zu ernst, als länger zu schweigen.“ Das Projekt Europa, so steht es im Aufruf, dürfe keinen nationalen Egoismen geopfert werden.

Auch Christian Wolff wünscht sich, dass viele Menschen mitmachen. Zum Glück beginnen wir in Leipzig nicht im luftleeren Raum“, sagt er und erinnert daran, wie die Stadtgesellschaft bereits 2009 gegen die Aufmärsche des Rechtsextremen Christian Worch aufgestanden sei oder gegen die islamfeindliche Bewegung Legida Zeichen gesetzt habe.

www.aufruf2019.de

Von Mathias Orbeck

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