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Lokales Aufsichtsrätin Peggy Liebscher fordert: Neuer LVB-Chef muss von außen kommen
Leipzig Lokales Aufsichtsrätin Peggy Liebscher fordert: Neuer LVB-Chef muss von außen kommen
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23:59 06.07.2010
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Leipzig

Hanss, der zum Jahresende und damit vorzeitig ausscheidet, habe es verstanden, politische Kräfte so zu binden, dass Abhängigkeitsverhältnisse entstanden seien. Diese hätten sich sicherlich auf manche Sachentscheidungen im Unternehmen ausgewirkt, meinte die frühere Stadträtin. Es sei Hanss gelegentlich blind gefolgt worden. Es gebe Projekte wie das in Alexandria, die keine Erfolge gebracht, aber viel Geld gekostet hätten. Seit über fünf Jahren laufen Gespräche zwischen den LVB und Vertretern der ägyptischen Stadt über die Modernisierung des dortigen Straßenbahnnetzes, bislang ohne spruchreifes Ergebnis. Geschäfte wie dieses bräuchten einen langen Atem, heißt es dazu seitens der LVB.

Liebscher sagte, über das vorzeitige Ausscheiden von Hanss ("er hat absolut seine Verdienste") sei sie sehr erleichtert. Spätestens seit der Anklage gegen ihn wegen Bestechlichkeit und Untreue "war eine vertrauensvolle Arbeit kaum noch möglich". Die Staatsanwaltschaft hatte im Oktober 2009 Anklage erhoben, das Landgericht hat aber über die Annahme noch nicht entschieden. Mit einer kompetenten Neubesetzung, so Liebscher, bestehe nun die Chance, dass die LVB keine negativen Schlagzeilen produzierten, sondern "wieder als gut aufgestelltes Verkehrsunternehmen von sich reden machen". Sie hoffe auf eine breite Unterstützung durch die Arbeitnehmer- wie Arbeitgeberseite im Aufsichtsrat für den Nachfolger.

Liebscher sagte, sie habe große Sympathie für den Vorschlag der Arbeitnehmerseite, künftig die Positionen des Firmenchefs und des Arbeitsdirektors zu trennen. "Ich halte es für falsch, noch einmal jemanden mit so viel Macht auszustatten." Die LVB sind nach Einschätzung der Aufsichtsrätin ein "attraktives Unternehmen". Es müsse darum gehen, sich auf die Kernkompetenzen zu konzentrieren, also einen guten öffentlichen Personennahverkehr anzubieten. Da es europaweit offenbar unaufhaltsame Tendenzen zu mehr Wettbewerb gebe, müsse die Zeit genutzt werden, aus den LVB ein starkes Unternehmen zum machen, das sich im Konkurrenzkampf behaupten könne.

Ulrich Milde

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