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Auftakt im Kamal-Prozess - „Rechtsradikaler mit sadistischen Persönlichkeitsmerkmalen“

Auftakt im Kamal-Prozess - „Rechtsradikaler mit sadistischen Persönlichkeitsmerkmalen“

Vor dem Leipziger Landgericht hat am Freitag der Prozess um den getöteten jungen Iraker Kamal K. begonnen. Verantworten müssen sich der 33-jährige Marcus E. wegen Totschlags und der 29-jährige Daniel K.

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Gedenken an Kamal K.. in der Leipziger Innenstadt.

Quelle: André Kempner

Leipzig. wegen gefährlicher Körperverletzung. Bei mäßigem Besucherandrang verfolgten Kamals Mutter unter Tränen und ein Bruder den Auftakt des Verfahrens im Saal 115.

Marcus E. und Daniel K. haben laut Anklage am 24. Oktober vergangenen Jahres gegen 1.40 Uhr den Iraker vor dem Leipziger Hauptbahnhof überfallen und zunächst mit Reizgas besprüht. „Als sich K. zur Wehr setzte, kam es zur Schlägerei“, sagte Staatsanwältin Katrin Minkus bei der rund dreiminütigen Verlesung ihrer Anklageschrift. Der 19-Jährige Kamal K. sei dabei in eine kniehohe Buschgruppe gefallen.

Marcus E. habe nun plötzlich ein 20 Zentimeter langes Klappmesser gezogen und die 8,5 Zentimeter lange Klinge in Kamals linke Bauchseite gerammt. Dabei verletzte er den jungen Mann den Worten der Staatsanwältin zufolge so schwer, dass dieser knapp 14 Stunden später an einem Verblutungsschock gestorben sei.

Bei der Vernehmung durch die Polizei hatte der 29-Jährige zugegeben, den Iraker gemeinsam mit Marcus E. verprügelt zu haben, einen Tötungsvorsatz bestritt er aber. Der 29-Jährige will auch nicht gewusst haben, dass sein Komplize das Messer bei sich trug.

Die rechtliche Einschätzung der Anklagebehörde teilen die Anwälte der Opfer-Familie keineswegs. Sie sehen das Verbrechen als „rassistisch motivierten Mord“, sagte Nebenklagevertreter Sebastian Scharmer. Er stellte deshalb zum Prozessauftakt einen Antrag, den rechtlichen Hinweis zu erteilen, dass auch Verurteilungen wegen Mordes bei E. und wegen Körperverletzung mit Todesfolge bei K. in Betracht kommen.

Bei einer Tötung aus rassistischen Motiven sei das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe erfüllt, führte Scharmer in seinem fünfseitigen Antrag aus. Nach Aktenlage und dem Gutachten eines Sachverständigen, so der Anwalt weiter, stehe für ihn fest, dass Marcus E. ein überzeugter Rechtsradikaler mit sadistischen Persönlichkeitsmerkmalen sei.

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Der Körper des 33-Jährigen Marcus E. ist nach den Worten des Nebenklagevertreters mit „Symbolen der Neonaziszene übersät“.

Quelle: dpa

Der Körper des 33-Jährigen sei mit „Symbolen der Neonaziszene übersät“. So habe er sich auf den Rücken ein Hakenkreuz tätowieren lassen. Nach Ansicht Scharmers handele es sich auch bei Daniel K. um einen strammen Neonazi. Er habe sich ebenfalls ein Hakenkreuz sowie SS-Runen und den SS-Wahlspruch „Meine Ehre heißt Treue“ von einem Tätowierer stechen lassen.

Der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf nahm den Antrag zunächst zur Kenntnis und erklärte seinerseits, dass für den einschlägig vorbestraften Thüringer Marcus E. eine Sicherungsverwahrung in Betracht kommt.

 

Laut LVZ-Informationen gehörte K. vor einigen Jahren der berüchtigten rechtsradikalen Kameradschaft Aachener Land (KAL) an. Nach der Verurteilung zu einer dreijährigen Haftstrafe wegen eines Körperverletzungsdelikt, habe sich der 29-Jährige allerdings von den Neonazis abgewendet, behauptet sein Verteidiger Rainer Wittner. Er kündigte an, dass sein Mandant am zweiten Prozesstag ein Geständnis ablegen werde. E. schweigt dagegen zu den Vorwürfen. Der Prozess wird am 24. Juni fortgesetzt.

Sabine Kreuz/Matthias Roth

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