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Lokales An Beifall muss sich Leipzigs erster Mustang noch gewöhnen
Leipzig Lokales An Beifall muss sich Leipzigs erster Mustang noch gewöhnen
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15:44 23.01.2019
Nadja Neumcke (links) stellt ihren Mustang vor und berichtet, wie aus einem wild lebenden Pferd ein Therapiepferd wurde. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Auf der Partner Pferd schloss sich der Kreis: Vor einem Jahr, auf der Pferdemesse 2018, fasste die Leipzigerin Nadja Neumcke den Entschluss, sich einen Mustang aus den USA zuzulegen. Ein Jahr später konnte sie den Vierbeiner schon im Aktionsring vorstellen und von seiner Ausbildung zum Therapiepferd berichten.

„Okay, wir machen das!“

„Voriges Jahr war der Verein zur Rettung der Mustangs auf der Messe“, erzählt die 47-jährige Pferdebesitzerin und Reittherapeutin. Er berät Interessenten bei Vermittlung, Ankauf, Formalitäten und kümmert sich um die Frachtpapiere. Nadja Neumcke beschloss damals: „Okay, wir machen das!“ Denn schon in der Jugend schlug ihr Herz für die legendären Mustangs. Es handelt sich um verwilderte Nachkommen jener Hauspferde, die mit den spanischen Eroberern in den wilden Westen kamen. Als Teil des amerikanischen Mythos stehen sie unter besonderem Schutz. Doch da die Herden immer größer werden und den Rindern das Weideland streitig machen, gibt es verschiedene Programme, um diese Pferde an neue Besitzer auch in Europa zu vermitteln.

Zwei Monate später stand er im Stall

„Ich dachte, es wird vielleicht ein Jahr dauern. Aber es ging alles sehr schnell, zwei Monate später hatte ich ihn schon im Stall“, erzählt die Rechtsanwältin, die ihren Beruf zugunsten der Pferde an den Nagel gehängt hat. Ihr Wunschpferd Shadybrook’s Duke, das sie sich anhand von Fotos und Videos aussuchte, stand nämlich schon für die Ausreise bereit. Der neunjährige Wallach lebte auf einer Ranch in Oregon (USA). Wenig später trat er den Flug nach Deutschland an. Natürlich erst, nachdem Nadja Neumcke knapp 4000 Euro als Ankaufpreis und weitere rund 6000 Euro für den Transport überwiesen hatte.

Seit Dezember im Therapie-Einsatz

Seit Ende März lebt der Mustang auf der K-Ranch in Zweenfurth bei Borsdorf, östlich von Leipzig. Dort hat seine neue Besitzerin monatelang Bodenarbeit und Gelassenheitstraining mit ihm gemacht, damit sie ihn in der Reittherapie einsetzen kann. „Er ist noch lange nicht fertig mit seiner Ausbildung. Aber seit Dezember ist er schon für ausgesuchte Klienten im Einsatz“, erzählt die zweifache Mutter. Ihre Tochter Helena sitzt oft auf dem Rücken des Mustangs. Für die Reittherapie hat das Pferd einen weiteren, einen indianischen Namen bekommen: Icamani, das bedeutet „der, der neben dir geht“. In Zukunft soll der Mustang auch bei Teamcoachings zum Einsatz kommen, die die Leipzigerin für Manager oder Verwaltungsangestellte anbieten will.

Aufregender Messeauftritt

Nach der Übersiedlung aus den USA war der Auftritt auf der Partner Pferd eine besondere Situation für den ersten Mustang in Leipzig. „Er hat es gut gemacht, aber es war aufregend für ihn“, schätzt Nadja Neumcke ein. Das helle Licht in der Messehalle, das Publikum auf der Tribüne, die veränderte Stimme seiner Besitzerin, die über Mikrofon sprach – das waren Herausforderungen für das junge Pferd aus dem wilden Westen. Zwar hatten der Wallach und seine Halterin vorher ungewohnte Situationen geübt. Doch als die Zuschauer klatschten und mit den Füßen trampelten, erschrak Shadybrook’s Duke und sprang umher. Durch Loben und Streicheln machte ihm seine Chefin deutlich, dass keine Gefahr droht.

Weitere Mustangs leben bei Meißen

Das hellbraune Pferd ist bislang der einzige Mustang in Leipzig, aber nicht der einzige in Sachsen. Auch auf der Western-Inn-Ranch in der Nähe von Meißen leben Mustangs, die 2018 aus den USA gekommen sind. Auch sie wurden auf der Partner Pferd vorgestellt. Die Western-Inn-Ranch holt die Tiere nicht nur für den Eigenbedarf, sondern damit Interessenten die legendären amerikanischen Pferde näher kennenlernen können.

www.sunktanka.de

www.western-inn.de

Von Kerstin Decker

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