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Lokales Aufwärtstrend setzt sich fort – auch die E-Books sind Ausleih-Renner
Leipzig Lokales Aufwärtstrend setzt sich fort – auch die E-Books sind Ausleih-Renner
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00:19 05.01.2018
E-Book-Reader haben in Bibliotheken einen festen Platz inmitten der Bücher gefunden. Leipzigs Onleihe in der Stadtbibliothek ist beliebt wie nie. Quelle: Foto: dpa
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Leipzig

„Coole Bilder mit dem Smartphone“ – dieses Sachbuch ist der absolute Renner in der Onleihe der Stadtbibliothek und derzeit 13-mal vorbestellt. Die Onleihe – das Ausleihen von E-Books via Internet – hat ihren Aufwärtstrend 2017 fortgesetzt. „Die Entleihungen in unserem Haus sind aber insgesamt gewachsen“, betont Susanne Metz, die seit August 2015 die Leipziger Städtischen Bibliotheken leitet. „Der Anstieg überrascht mich immer wieder, weil die Entleihungen in vergleichbaren Bibliotheken in anderen Großstädten eher zurückgehen. Das ist keineswegs der normale Trend im Bibliothekswesen.“ Auch bei den Besucherzahlen wird es in der Stadtbibliothek und ihren Zweigstellen 2017 ein leichtes Plus geben, ebenso bei der Anzahl der Veranstaltungen. Exakte Zahlen werden die Städtischen Bibliotheken aber erst im Februar 2018 vorlegen.

Doch zurück zu den E-Books. „In der Regel ist es so, dass bei 9 bis 10 Vormerkungen schon nachbestellt wird“, erläutert Heike Scholl, die Sprecherin der Stadtbibliothek. Auch beim „Smartphone“ werde somit auf den Bedarf reagiert. Bei den Romanen rangieren Sabine Eberts „Schwert und Krone“, „Was vom Tag übrig blieb“ von Kazuo Ishiguro sowie „Die Hauptstadt“ (Robert Menasse) weit vorn. Aber auch „Durst“ von Jo Nesbo oder „Selfies“ von Jussi Adler-Olsen sind begehrt.

„Die Onleihe ist für unser Haus genau so wichtig wie eine Stadtteilbibliothek und in der Größe auch mit ihr vergleichbar“, sagt Marketingfachfrau Heike Scholl. Es bestätigt sich immer wieder: Bibliotheken sind längst nicht mehr nur der Ort, an dem Regale stehen und wo „nur“ das gute alte klassische Buch entliehen werden kann. Der Zuspruch übers Internet ist enorm gewachsen – was sich anhand von E-Books gut belegen lässt. Gab es 2015 noch 88 136 Entleihungen, waren es bis Mitte Dezember 2017 bereits 143 852. Auch der Bestand von E-Books ist in diesem Zeitraum von 12327 auf 20177 gestiegen. Dabei bekommt die Stadtbibliothek aber nicht jeden Titel wie gewünscht. Anders als bei physischen Medien haben Bibliotheken auf der Basis des geltenden Urheberrechts kein Recht auf Erwerb und Verleih elektronischer Medien.

„Jede Bibliothek hat laut Urheberrecht die Berechtigung, nach eigener Entscheidung jeden Titel zum gebundenen Ladenpreis zu erwerben und zum Verleih anzubieten“, erläutert Marketingfachfrau Heike Scholl. Ein E-Book sei jedoch kein körperlicher Gegenstand wie ein Buch, eine CD oder ein Film auf einer DVD und falle damit nicht unter die gesetzliche Regelung. „Kauft“ man ein E-Book, so schließt man lediglich eine Lizenz ab. Die Bibliothek erhält nur eine Nutzungsberechtigung, erwirbt aber kein Eigentum. Daher bestimmen die Verlage derzeit selbst darüber, ob sie eine E-Book-Lizenz an Bibliotheken vergeben oder nicht. Ist es nicht im Bestand, kann es also sein, dass die Bibliothek keine Berechtigung vom Verlag erhalten hat, den Titel als E-Book anzubieten. Oder dass die Vergabe einer E-Book-Lizenz für die Bibliothek zu teuer ist. „Sind E-Books nur in begrenztem Umfang in Bibliotheken vertreten, fehlen zukünftig immer öfter wichtige Informationsquellen des öffentlichen Lebens, denn das spielt sich mehr und mehr im Digitalen ab“, so Scholl. Enorm gestiegen sei auch der Zugriff auf das E-Learning-Portal. Dort können Nutzer Kurse und Video-Tutorials der Bereiche EDV-Computer-Office, Sprachen, Karriere und Selbstmanagement nutzten. Darüber hinaus gibt es eine Lernplattform für Schüler, auf der spielerisch an den Lehrplan der Klassen 1 bis 7 angepasste Inhalte vermittelt werden. „Wir bieten über 4000 Lernspiele sowie mehr als 10 000 Übungen und Tests an“, erläutert Scholl.

Der Erwerbungsetat für die Leipziger Städtischen Bibliotheken beträgt 2017 insgesamt: 1 057 400 Euro, davon entfallen auf E-Books, Hörbücher, Musik, Filme und Co. etwa 65 000 Euro. In diesem Jahr erhöht sich dieses Budget um 70 000 Euro.

Von Mathias Orbeck

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