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Lokales Augenblicksversagen auf der A38 kostet Fahrer das Leben - 7500 Euro Strafe
Leipzig Lokales Augenblicksversagen auf der A38 kostet Fahrer das Leben - 7500 Euro Strafe
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22:51 23.02.2010
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Leipzig

Mit Tempo 170 war er am Abend des 29. Juli vorigen Jahres auf einen vorausfahrenden Seat geprallt. Dessen 41 Jahre alter Fahrer starb noch am Unfallort.

"Es ist mir völlig schleierhaft, wie es zu dem Unfall gekommen ist. Ich kenne die Strecke genau und weiß nur noch, dass ich eine LKW-Kolonne überholt habe und mich danach rechts einordnen wollte", sagte der 43-jährige Niederlassungsleiter gestern vor Gericht. Seine Erinnerung setze erst wieder ein, "als ich mit meinem Fahrzeug kopfüber auf der Autobahn stand". Er habe noch die Tür öffnen und herausklettern können. Dabei bot sich ihm ein schrecklicher Anblick: Hartmut F., der Fahrer des Seat, lag schwer verletzt auf der Straße. Dessen Auto war ein Wrack und die Autobahn ein Trümmerfeld. Fahrzeugteile wurden noch in einer Entfernung von 220 Metern gefunden.

"Er muss leben, er darf nicht sterben." Diese Worte rief Zeugen zufolge der unter Schock stehende Andreas K., der Prellungen und Schürfwunden erlitt, damals immer wieder. Doch eine per Hubschrauber zum Unfallort - dem Autobahnabschnitt zwischen den Abfahrten Belantis und Leipzig-Südwest in Richtung Göt­tingen - gebrachte Notärztin konnte nur noch den Tod des 41-jährigen Mannes aus Friedrichroda feststellen. Nach den Berechnungen von Dekra-Gutachter Peter ­Zwicker war der Seat mit 85 bis 95 Stundenkilometern unterwegs. Der Angeklagte habe vor dem Frontalzusammenstoß überhaupt nicht reagiert. "Es gab keine Ausweichbewegungen, keine Bremsspuren."

Nach der Kollision hatte sich der Seat im Uhrzeigersinn gedreht, sein Fahrer wurde herausgeschleudert. Den Untersuchungen am Gurt zufolge war Hartmut F. nicht angeschnallt. Laut Rechtsmediziner Carsten Hädrich wäre der Mann aber "mit oder ohne Gurt aufgrund des Primäranstoßes verstorben". Die Wucht des Aufpralls war so stark, dass Brustwirbelsäule und Rückenmark durchtrennt wurden. Das Opfer war Berufskraftfahrer, hatte sich seine übliche LKW-Geschwindigkeit auch bei privaten Auto-Fahrten angewöhnt, hieß es gestern. Denn auf dem A-38-Abschnitt gibt es kein Tempolimit.

Amtsrichter Peter Weber sprach von einem "erheblichen Augenblicks­versagen" des bislang nicht vorbe­straften Angeklagten, verhängte eine Strafe von 150 Tagessätzen à 50 Euro (7500). Die Verteidigung hatte auf 5000 Euro, die Staatsanwaltschaft auf knapp das Doppelte plädiert. Schon vor dem Unfall hatte Andreas K. zweimal wegen Tempoverstößen Bußgelder zahlen müssen. Das wertete das Gericht zu seinen Lasten.

Sabine Kreuz

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