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Lokales Auktionshaus versteigert in Leipzig Münzrarität
Leipzig Lokales Auktionshaus versteigert in Leipzig Münzrarität
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11:56 22.10.2015
Diese wertvolle historische Münze wird am Freitag versteigert. Quelle: privat
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Leipzig


„Der Schätzwert der Münze liegt bei 30 000 Euro“, berichtet Christina Höhn von der Firma Leipziger Münzhandlung und Auktion Heidrun Höhn, die für die Versteigerung verantwortlich zeichnet. „Nach zahlreichen Telefongeboten und Zusagen verschiedener Kollegen, die persönlich zur Auktion kommen wollen, hoffen wir mit einem Zuschlag zwischen 100 000 und 130 000 Euro“, so Höhn. Es handele sich um ein „attraktives Exemplar von allergrößter Seltenheit“ in der Qualitätsstufe sehr schön/ vorzüglich.

Die Goldmünze zeigt König Sigismund III. Wasa (1587–1632), ist 33,47 Gramm schwer und stammt aus Riga. Auf der Vorderseite ist er als polnischer König mit Krone und Prunkrüstung, die Arme an der Hüfte abgestützt, mit Zepter in der Rechten und Schwert in der Scheide, abgebildet. Die Rückseite zeigt das Stadtwappen von Riga, darunter die Jahreszahl 1592.

„Dieser zehnfache Dukat wurde auch wegen seiner Ähnlichkeit zu portugiesischen Münzen als Portugaleser bezeichnet“, erläutert Höhn. Dass gerade im Jahre 1592 ein solches Prachtstück ausgeprägt wurde, könnte sowohl mit der Krönung Sigismunds III. zum Erbkönig von Schweden im selben Jahr zu erklären sein, als auch durch seine Heirat mit Anna von Österreich. „Die frühe Neuzeit war viel demokratischer als wir heute denken“, erzählt die Leipzigerin. Immerhin hätten sich die Polen einen schwedischen König gewählt, und die Schweden diesem polnischen König große Zugeständnisse abgetrotzt, als er auch ihr Land zu beherrschen begann. „Eine einzigartige Münze zeugt von diesen Geschehnissen“, so Höhn.

Hintergrund: Am 20. Juni des Jahres 1566 wurde ein Baby in einer Gefängniszelle von Schloss Gripsholm geboren. Sein Vater hieß Johann Wasa. Er war der jüngere Bruder des schwedischen Königs und sollte diesen nur wenige Jahre später vom Thron verjagen. Die Mutter des Kindes hieß Katharina und war die jüngste Tochter von Sigismund I., König von Polen. „So war es durchaus als ein politisches Statement zu verstehen, dass der kleine Bub auf den in Schweden sehr ungewöhnlichen Namen Sigismund getauft und in einem protestantischen Land katholisch erzogen wurde“, sagt die Münzexpertin. Er war ab 1587 König von Polen und Großfürst von Litauen, gewähltes Staatsoberhaupt von Polen-Litauen, ab 1592 bis zu seiner Absetzung 1599 durch den schwedischen Ständereichstag Erbkönig von Schweden und ab 1599 bis zu seinem Tode 1632 Titularkönig von Schweden.

„Auch wenn die hier gezeigte Münze heute äußerst selten ist, wurden im Jahr 1592 wahrscheinlich eine beträchtliche Anzahl geprägt. Wir wissen dies, weil in einer Publikation aus dem Jahre 1839 eine kleine Variante unseres Stempels beschrieben ist“, so Höhn. Die meisten Stücke werden irgendwann wegen des Metallwerts wieder eingeschmolzen worden sein. Was sie heute noch wert ist, wird man nach der 84. Auktion am Freitagnachmittag im Hotel Radisson Blu sehen. Bereits am Donnerstag wird übrigens eine herausragende Partie an Papiergeld angeboten.

Von Martin Pelzl

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