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Lokales Aus Flüchtlingsunterkunft wird Kindertagesstätte
Leipzig Lokales Aus Flüchtlingsunterkunft wird Kindertagesstätte
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22:27 02.05.2018
Neue Kita: Arthur (links) und Louis waren mit ihren Eltern zur Eingewöhnung in der Kita Gustav-Mahler-Straße, die im Vorjahr noch als Flüchtlingsunterkunft diente und nun umgebaut wurde. Quelle: Armin Kühne
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Leipzig

 Das Gründerzeitgebäude hat eine bewegte Geschichte: Wohnhaus, Altenheim, viele Jahre Leerstand, Flüchtlingsunterkunft, nun Kita: In der Gustav-Mahler-Straße hat am Mittwoch die Eingewöhnung für die ersten Krippenkinder begonnen. Bis Mitte August 2017 lebten dort noch Geflüchtete. Danach begann der umfangreiche Umbau, zunächst auf zwei Etagen.

„Schule und Kitas haben oberste Priorität. Deshalb haben wir das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft außer Betrieb genommen“, sagt Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD). Fakt sei aber auch, dass derzeit weniger Flüchtlinge unterzubringen sind. „Von der Planung bis zur Fertigstellung der Kita sind nur neun Monate vergangen. Eine attraktive, innenstadtnahe Kindertagesstätte mit 60 Betreuungsplätzen für Krippenkinder und zeitnah auch noch für 36 Kindergartenkinder ist das Ergebnis“, betont Fabian.

 „Die Einrichtung wird nun schrittweise belegt, damit die Kinder sich eingewöhnen“, ergänzt Annett Nowacki, die die städtische Kita leitet. Die Plätze seien alle vergeben.

Mehr Freifläche benötigt

Im Erd- und im ersten Obergeschoss wurden Räumlichkeiten für insgesamt vier Gruppen – jeweils mit bis zu 15 Kindern – geschaffen. Jede verfügt über einen Gruppen- und einen Ruheraum, ein Bad mit Toiletten sowie einen Abstellraum. Insgesamt hat der Ausbau rund 1,1 Millionen Euro gekostet, dabei kamen rund 730 000 Euro Fördermittel zum Einsatz.

Das Haus wurde zuvor teilsaniert, für den Kita-Betrieb musste von Handläufen über Toiletten vieles angepasst oder ein Fahrstuhl eingebaut werden. Bis die Kita-Kinder kommen, dauert es noch eine Weile. Dafür muss die Freifläche mit Sandkasten, Klettergerüst und Spielwiese erweitert werden, über das entsprechende Grundstück wird gerade mit der Kirche verhandelt.

Die Stadt ist dabei, zwei weitere ehemalige Flüchtlingsunterkünfte zur Kita umzubauen. So entsteht auf dem Gelände Riebeckstraße 63 die Integrativ-Einrichtung „Kleine Handwerksmeister“ für 174 Kinder, die der Städtische Eigenbetrieb Behindertentenhilfe errichtet. Außerdem läuft die Planung für die ehemalige Grünauer Kinderkombi Deiwitzweg, die nach Nutzung durch Flüchtlinge ebenfalls wieder zur Kita wird.

Weniger Asylbewerber zugewiesen

Leipzig hat in diesem Jahr 243 Asylbewerber (Stand 16. April) zugewiesen bekommen. Im Jahr 2016 waren es 1997 Menschen (2017: 974). Deshalb werden weitere Kapazitäten abgebaut. Die Container auf dem Barnet-Licht-Platz sowie Torgauer Straße sollen umgesetzt werden und eine andere Nutzung erfahren, etwa als temporäre Erweiterung für Schulen. Die Belegung der neue Unterkunft Arno-Nitzsche-Straße beginnt Ende Mai. Am 5. Mai 2018 von 10.30 bis 13 Uhr ist dort übrigens zur Besichtigung Tag der offenen Tür.

Weitere Standorte werden geprüft, ob und für welche Nachnutzungen sie sich eignen. Priorität hat dabei immer die Nutzung für die Kommune. Ist das nicht möglich, werden auch andere Optionen geprüft.

Von Mathias Orbeck

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