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Aus für Leipziger Karli-Beben – neue Chance für kleinere Kultur-Events

Zu hohe Auflagen Aus für Leipziger Karli-Beben – neue Chance für kleinere Kultur-Events

Die Veranstalter haben die Reißleine gezogen: Der Verein KarliBeben will 2018 kein Massenevent auf der Südmeile ausrichten. Die Auflagen seien zu hoch. Kleinere, konzertierte Kulturevents schließt der Verein aber nicht aus.

Volle Partymeile: Im April 2017 lockten Geschäften und Gastronomen zum Karli-Beben mehr als 20.000 Besucher auf die Südmeile. Eine Neuauflage wird es 2018 nicht geben.
 

Quelle: Kempner

Leipzig.  Die Karli als offene Partymeile mit Live-Musik und zigtausenden Besuchern – darauf muss Leipzig im Jahr 2018 verzichten. Nach der Absage für das Karli-Beben im Herbst wird es auch im kommenden Jahr keine Neuauflage des Events mit zuletzt mehr als 20.000 Besuchern geben. Die Ansprüche der Stadt Einfahrtsperren über Security seien nicht zu stemmen, so Mitorganisator und Volkshaus-Chef Andreas Bürger gegenüber LVZ.de

„Wir haben uns auch gefragt, ob wir so eine Art Straßenfest überhaupt noch wollen“, so Bürger weiter. Einfahrtsperren zur Partymeile, mehr Einsatzkräfte im Sanitätsdienst und vor allem deutlich mehr Security gehören zu den zentralen Punkten, die der KarliBeben e.V. als Auflage von den Behörden erhalten habe. Bürger ist enttäuscht von den Gesprächen mit der Kommune, hätte sich mehr Unterstützung gewünscht für eine Veranstaltung, „die doch schon fest zum Kalender der Stadt dazugehörte“, sagte er. Das Karli-Beben war 2014 als Baustellenparty gestartet und erwies sich schnell zweimal im Jahr als Publikumsmagnet.

Das gestiegene Sicherheitsbedürfnis stellt Bürger nicht in Frage, sieht derzeit aber auch keine Patentlösung. Einlasskontrollen oder punktuelle Taschenkontrollen seien unrealistisch. „Die Karli ist urbaner, gelebter Raum“, sagt der Volkshaus-Chef. Auch der Sinn von Betonsperren oder Poller am Nord- und Südende der Karli müsse hinterfragt werden, wenn gleichzeitig die Zufahrt über die Seitenstraßen offen bleibe. Sein Eindruck: „Die Verantwortung wird allein auf die Veranstalter abgewälzt.“

Kommune: Veranstaltungskonzept fehlt

Das Ordnungsamt kritisierte am Freitag gegenüber LVZ.de, dass der Verein Karli-Beben bei einer Abstimmung mit Ämtern und Polizei im Oktober kein Veranstaltungskonzept vorgelegt habe. Dies sei aber als Gesprächsgrundlage vorgesehen gewesen, so die Behörde. Die Kommune könne außerdem keine Leistungen übernehmen, die in die Pflichten eines Veranstalters fallen, heißt es weiter. Die Unterstützung der Stadt ziele auf die Begleitung der Vor- und Nachbereitung des Events und auf die Einhaltung von Auflagen.

Aus für das Karli-Beben

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Karli-Beben 2017

Karli-Beben 2017: Auftritt der Band El Miguel auf der Straßenbühne vor der Uptown Coffeebar.

Quelle: André Kempner

Rückbesinnung auf Kulturmeile Süd

Aus Sicht der Veranstalter gibt es da einen weiteren Knackpunkt, wenn es nämlich um die Reinigung der Magistrale nach der Party geht. Die Seitenstraßen sollten künftig zusätzlich in die Verantwortung der Veranstalter fallen. Gleichzeitig habe die beauftragte Stadtreinigung extra Security angefragt, weil Arbeiter nach dem Event im Frühjahr von Betrunkenen bepöbelt worden seien. Rund 14.000 Euro standen bisher als Budget für zentrale Kosten zur Verfügung, plus Engagement von Bands oder Programm der Karli-Akteure. Wie viel teurer die Erfüllung aller Auflagen werden könnte, kann Bürger nicht abschätzen.

Dass der Verein die Reißleine gezogen hat, liegt aber offenbar nicht nur am Geld. „Wir müssen auch selbstkritisch sein“, sagt der Mitorganisator des Events. Das Engagement für das Programm sei bei den Akteuren auf der Meile sehr unterschiedlich, auch wenn alle vom Zulauf profitierten. Zuletzt habe das „Beben“ zudem nach außen offenbar den Eindruck hinterlassen: Eine Veranstaltung mit lauter Musik und viel Müll auf der Straße.

Stattdessen könne die Magistrale sich künftig wieder stärker auf ihr Image als Kulturmeile Süd konzentrieren. Keine Massenevents, aber konzertierte Indoor-Veranstaltungen mit Konzerten oder Kultur-Veranstaltungen hält Bürger für eine gute Alternative. Der Verein KarliBeben, da ist er sich sicher, wird noch gebraucht.

Von Evelyn ter Vehn

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