Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Aus für das Freiheits- und Einheitsdenkmal: Leipziger Stadtrat stoppt Verfahren

Aus für das Freiheits- und Einheitsdenkmal: Leipziger Stadtrat stoppt Verfahren

Der Leipziger Stadtrat hat am Mittwoch in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause das Vergabeverfahren für das Freiheits- und Einheitsdenkmal beendet. Damit folgte das Gremium einem fraktionsübergreifenden Antrag von CDU, Bündnis90/Die Grünen, SPD und Linken.

Voriger Artikel
Künstler enttäuscht über Aus für Leipziger Einheitsdenkmal-Wettbewerb
Nächster Artikel
Parken am Cospudener See: Stadt Leipzig will Situation am Nordstrand neu ordnen

Der Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig: Hier sollte das Freiheits- und Einheitsdenkmal entstehen. Nun hat der Stadtrat die Pläne beerdigt.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Linksfraktion konnte sich aber nicht mit ihrer Forderung nach einem Bürgerentscheid durchsetzen. "Diese Atempause wird gut tun", kommentierte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) die Entscheidung.

Verankert wurde ein breiterer Beteiligungsprozess zur Form der Würdigung. Auch wenn von einem Denkmal wortwörtlich im Ratsbeschluss keine Rede ist, so soll Leipzig doch "langfristig ein Zeichen für die deutschlandweite und internationale Bedeutung der friedlichen Revolution im öffentlichen Raum setzen".

CDU fordert zeitnah neues Verfahren

"Die CDU bekennt sich mit Nachdruck zum Freiheits- und Einheitsdenkmal als Nationaldenkmal mit europäischer Ausstrahlung", sagte Unions-Fraktionschefin Ursula Grimm. Ihre Fraktion appelliere, zeitnah ein neues Verfahren auf den Weg zu bringen und brachte den ehemaligen Königsplatz als Standort ins Gespräch.

Sowohl Grimm als auch Bert Sander von der Freien Wählervereinigung sahen einen entscheidenden Grund für das Scheitern des Verfahrens darin, dass es mit stadtplanerischem Kalkül überfrachtet worden sei. Leipzig habe mit Geld von Stadt und Land die innerstädtische Brachfläche Leuschnerplatz gestalten wollen.

SPD-Fraktionsführer Axel Dyck verteidigte den Verfahrensabbruch zu diesem Zeitpunkt und nach gerichtlichen Querelen: "Die Idee des Freiheits- und Einheitsdenkmal darf nicht einem schmerzlichen Kompromiss weichen." Ingo Sasama von den Grünen forderte: "Der Stadtrat hat die Entscheidung für das Denkmalsverfahren getroffen, er muss jetzt auch Verantwortung übernehmen und es stoppen." Er verurteilte die Forderung der Linken nach einem Bürgerentscheid zu diesem Zeitpunkt als Augenwischerei.

FDP: "Blamage für die Stadt"

Ilse Lauter von den Linken erinnerte daran, dass sich ihre Fraktion 2009 bei der Entscheidung für ein Denkmal enthalten habe, weil der Rat Einwände nicht habe sehen wollen. Fraktionschef Sören Pellmann betonte, dass aber offenbar Einigkeit im Plenum bestünde, das Verfahren nun abzubrechen.

"Was für eine Blamage, was für ein Image-Schaden für die Stadt", resümierte FDP-Fraktionsvize René Hobusch. Als ehemaliges Mitglied des Begleitgremiums habe auch er übersehen, dass es vor allem um die Platzgestaltung und weniger um das Denkmal ging. Er habe außerdem die Emotionen der Leipziger unterschätzt. "Es wäre richtig gewesen zu fragen, ob die Leipziger das Denkmal wollen", so Hobusch. Allerdings nicht, wie die Linke das wollte, erst nachdem schon wesentliche Entscheidungen im Verfahren gefallen seien, betonte er.

Weichen für neuen Anlauf gestellt

Die Standortfrage muss nun ebenfalls neu gestellt werden. Der Rat hob den Beschluss auf, in dem der Wilhelm-Leuschner-Platz als Denkmals-Standort festgelegt wurde. Mit Bund und Land hatte die Stadt Leipzig bereits die Weichen für diese Entscheidung gestellt. In den Beratungen hatten die Geldgeber für das Denkmal der Stadt der friedlichen Revolution zugesichert, auch einen neuen Anlauf finanziell zu unterstützen. Trotzdem bleibt Leipzig auf rund einer halben Million Euro Kosten für das bisherige Verfahren sitzen.

Was mit den drei Siegerentwürfen "Siebzigtausend", "Eine Stiftung für die Zukunft" und "Herbstgarten" geschieht, ist noch offen. 2012 hatte sich ein Preisgericht für diese drei Entwürfe entschieden. Vor allem das Farbmuster "Siebzigtausend" in Anspielung auf die Teilnehmerzahl an der Demonstration am 9. Oktober 1989 erntete harsche Kritik und landete in der zweiten Phase des Vergabeverfahrens auf Platz 3, während der Leipziger Entwurf "Herbstgarten" plötzlich auf Platz 1 rutschte. Danach meldeten die Münchner Künstler von "Siebzigtausend" vor Gericht Zweifel am Verfahren an und bekam in Teilen Recht: Die Weiterentwicklungsphase hätte wiederholt werden müssen.

Evelyn ter Vehn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Historische Leipzig - in Text und Bildern.

Auf Zeitreise in Leipzig: So war es früher in der Messestadt. mehr

  • VDE 8 - Alle Infos und Fakten

    Am 10. Dezember eröffnete Deutschlands größte Bahnbaustelle, das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8 - hier gibt es Infos, Hintergründe und Foto... mehr

  • Weihnachten in Leipzig und der Region

    Alles für eine schöne Vorweihnachtszeit: Rezepte, Events, Deko-Tipps, Geschenkideen und eine Übersicht der schönsten Weihnachtsmärkten in der Region. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

Wie weiter nach der Grundschule? Unsere Übersicht aller Gymnasien, Oberschulen und Freien Schulen in Leipzig will Eltern bei der Auswahl der passenden Bildungseinrichtung für ihr Kind unterstützen. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album 2
    Leipzig-Album 2

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

Wie wohnt es sich in einem Bahnhof, einer Kirche oder einer alten Schnapsbrennerei? Die siebenteilige Multimedia-Serie stellt besondere Häuser rund um Leipzig vor. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr