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Lokales Aus für grünes Provisorium: Connewitzer Leopoldpark abgeholzt
Leipzig Lokales Aus für grünes Provisorium: Connewitzer Leopoldpark abgeholzt
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12:16 19.02.2018
Baumfällarbeiten an der Grünfläche Leopoldstraße in Connewitz. Foto: Andre Kempner Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Es war längst beschlossene Sache, dass der sogenannte Leopoldpark in Connewitz weichen muss. Doch als am Montag dieser Woche der massive Kahlschlag über die Bühne ging, war das vielen Anwohnern alles andere als egal – wie auch die überraschten und traurigen Reaktionen noch Tage später am LVZ-Lesertelefon zeigten.

Brachfläche 2001 als Interimspark gestaltet

Immerhin wurde das rund 5600 Quadratmeter große Areal im Bereich Leopoldstraße/Wolfgang-Heinze-Straße, das früher mal eine Garagen- und Brachfläche war, seit mehr als 15 Jahren als Grünanlage genutzt. Und es engagierte sich auch eine Anwohner-Initiative für den Erhalt dieser Grünfläche. Dabei war die grüne Oase von jeher nur übergangsweise gedacht.

Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde die Fläche im Jahr 2001 im Rahmen einer Gestattungsvereinbarung mit dem damaligen Eigentümer, der Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG), beräumt und als Interimsgrünfläche gestaltet.

„Der Bindungszeitraum für die öffentliche Nutzung betrug fünf Jahre. Die Nutzung als öffentliche Grünfläche wurde durch die der TLG nachfolgenden Eigentümer bis heute weiter zugelassen“, stellte das Rathaus Ende August 2017 klar. „Das in Privatbesitz befindliche Grundstück wurde in den letzten Jahren mit der Zustimmung des Eigentümers als zeitweilige öffentliche Grünfläche durch das Amt für Stadtgrün und Gewässer bewirtschaftet.“

Baugenehmigung für Mehrfamilienhäuser erteilt

Ende 2016 wurde ein Bauantrag gestellt, mittlerweile ist die Baugenehmigung erteilt. Wie Amt für Bauordnung und Denkmalpflege am Donnerstag auf Anfrage der LVZ mitteilte, „werden auf dem Baugrundstück insgesamt vier Mehrfamilienhäuser mit 94 Wohnungen auf Grundlage der erteilten Baugenehmigung errichtet“.

Für dieses Vorhaben mussten nun unzählige Gehölze entlang der Wolfgang-Heinze-Straße und auf der Fläche weichen. Nach Angaben der Verwaltung ist „aufgrund der planungsrechtlichen Vorgaben (Blockrandbebauung) ein Erhalt von Gehölzen und Biotopen insbesondere entlang der Wolfgang-Heinze-Straße nicht möglich“. Lediglich zwei Blutbuchen an der Leopoldstraße bleiben erhalten.

In diesem Zusammenhang wurde der Bauherr laut Stadt zu Änderungen seiner Pläne veranlasst. Erhalten bleiben sollten auch Gehölze an der südlichen Flurstücksgrenze zur Nachbarbebauung. Die Erlaubnis zum Kahlschlag gab es mit der Baugenehmigung. Allerdings enthält das Papier nach Behördenangaben auch „Auflagen zum Schutz der verbleibenden Gehölze und zum Ausgleich (Ersatzpflanzungen) sowie Festsetzungen zu artenschutzrechtlichen Aspekten“.

Stadtverwaltung: Genügend Grünflächen in Umgebung

Für die Stadtverwaltung ist der Verlust des grünen Provisoriums kein Problem. Es gebe schließlich mit dem Herderplatz, dem „Kronengarten“ und dem Streetballplatz am Connewitzer Kreuz umfangreiche Grün-, Spiel- und Sportflächen für unterschiedlichste Altersgruppen.

Und das Wichtigste: „Da sich diese öffentlichen Flächen im Eigentum der Stadt Leipzig befinden, sind diese Nutzungen auch für die Zukunft gesichert.“

Von Frank Döring

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