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21:16 28.07.2015
Gesamtansicht des Thüringer, des Magedeburger und des Dresdner Bahnhofs etwa Mitte des 19. Jahrhunderts. Quelle: Stadtgeschichtliches Museum
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Leipzig

Leipzig nahm im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts eine rasante Entwicklung, knackte um 1870 die den Rang einer Großstadt bedeutende Marke von 100000 Einwohnern - klar, dass sich dies auch massiv auf den Reise- und Güterverkehr niederschlug. Problem: Die Eisenbahnanlagen auf den vielen Leipziger Bahnhöfen - Dresdner, Magdeburger, Thüringer, Berliner, Bayerischer und Eilenburger - waren teils veraltet und vor allem den Anforderungen nicht mehr gewachsen. Hinzu kamen noch äußerst unbequeme Wege, die den Reisenden innerhalb Leipzigs zugemutet wurden.

Diese Zustände schrieen geradezu nach einer Lösung. Doch auch im Eisenbahnwesen herrschte eine große Kleinstaaterei. Zudem befand sich ein Großteil der Eisenbahnunternehmen noch in privater Hand. Erst die Übernahme der privaten Aktiengesellschaften durch den Staat ermöglichten umfangreiche Investitionen. Sachsens Regierung war zwar schon seit 1847 Eigentümer der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn, übernahm aber die Leipzig-Dresdner Linie erst 1876. Beide wurden 1895 zu den Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen vereinigt.
Doch Sachsen war nur einer der Protagonisten beim Ringen um einen modernen Fernbahnhof. Denn das Königreich Preußen hatte die Magdeburger-Leipziger Eisenbahn aufgekauft und besaß weitere Eisenbahngesellschaften. Somit verkehrten in Leipzig Züge zweier Teilstaaten des Deutschen Reiches, die zudem teils unterschiedliche Interessen, manchmal sogar gegensätzliche hatten. Es wurde auch vom preußisch-sächsischen Eisenbahnkrieg gesprochen.

Nichtsdestotrotz begannen Verhandlungen zwischen allen Beteiligten, die in einen Staatsvertrag zwischen der sächsischen und der preußischen Regierung mündeten, der Mitte 1884 unterzeichnet wurde. Darin wurde der Bau eines gemeinschaftlichen Personenhauptbahnhofs mit entsprechenden Güterverkehrs- und Rangieranlagen fixiert. Doch bis zum Baubeginn gingen wie bekannt noch Jahrzehnte ins Land. Ab 1887 begutachteten Vertreter beider Staatsregierungen verschiedene Entwürfe - teils als Durchgangs-, teils als Kopfbahnhof ausgeführt.
Eine Einigung wurde jedoch nicht so schnell erzielt. Hintergrund: Die Sächsischen Staatsbahnen wollten einen Durchgangsbahnhof auf der Flur Schönefeld. Den lehnten die Preußen aber ab, weil sie eine zu starke Konkurrenz zu ihrem 1890 eröffneten sowie florierenden Durchgangsbahnhof im nahen Halle fürchteten.

Als dritter Interessent an einem Bahnhofsneubau kam nun die Stadt Leipzig ins Spiel, die aus messetechnischen Gründen eine möglichst zentrumsnahe Lage wünschte und sich aus städtebaulichen Gründen gegen die Errichtung eines Durchgangsbahnhofs auf Schönefelder Flur aussprach.

Dies spielte den Preußen natürlich in die Hände. Mit dem städtischen Verbündeten kam 1898 eine Einigung zustande, wonach ein gemeinsamer Kopfbahnhof am Georgiring auf dem Gelände des Thüringer, Magdeburger, Dresdner und Berliner Bahnhofs gebaut werden sollte.

Zahlen & Fakten

Einwohnerentwicklung in Leipzig
1871 107000
1890 295000
1900 456000
Beförderte Personen (nur Dresdner und Bayerischer Bahnhof)
1872 1,4 Millionen
1892 3,3 Millionen
1899 6,3 Millionen
Entfernungen ausgewählter Bahnhöfe
Dresdner-Magdeburger 0,3 Kilometer
Thüringer-Berliner 1,8 Kilometer
Berliner-Bayerischer 4,0 Kilometer

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