Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Ausbau der A 72 bis in den Leipziger Süden vom Tisch – Hoffnung für den Agra-Park
Leipzig Lokales Ausbau der A 72 bis in den Leipziger Süden vom Tisch – Hoffnung für den Agra-Park
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:22 20.02.2013
Rund 44.000 Fahrzeuge rollen derzeit täglich über die Bundesstraße 2 im Leipziger Süden. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Der Leipziger Stadtrat hat unmittelbar davor in diesem Sinne entschieden, verwahrt sich gegen mehr Verkehr in der City. Nebeneffekt: Die umstrittende Verkehrsführung am Agra-Park wird neu diskutiert.

Bereits im Januar 2011 hatte der Stadtrat den Leipziger Oberbürgermeister beauftragt, sich beim Bundesverkehrsministerium dafür einzusetzen, dass die A 72 am Autobahndreieck mit der A 38 enden soll. Jetzt forderte das Sächsische Verkehrsministerium die Stadt erneut auf, verbindlich Stellung zu beziehen. „Wir beschließen gern noch einmal, was schon beschlossen ist“, sagte Jung am Mittwoch im Rat.

Leipzig. Eine Verlängerung der A 72 bis zur Anschlussstelle Connewitz ist vom Tisch. „Der Freistaat wird die Weiterführung dieses Abschnitts als Autobahn nicht mehr für den Bundesverkehrswegeplan 2015 anmelden“, teilte das Wirtschaftsministerium am Mittwochabend mit. Der Stadtrat hat unmittelbar davor in diesem Sinne entschieden, verwahrt sich gegen mehr Verkehr in der City. Nebeneffekt: Die umstrittende Verkehrsführung am Agra-Park wird neu diskutiert.

Morlok: Verzicht auf Autobahn bringt Anwohnern auch Nachteile

Leipzig will mit dem Beschluss unkontrolliert viel Durchgangsverkehr durch die City verhindern. „Da müssen wir ja über einen zweiten City-Tunnel nachdenken“, spitzte Jens Herrmann-Kambach, verkehrspolitischer Sprecher der Linken, die Bedenken zu. Schon jetzt rollen rund 44.000 Fahrzeuge über die B2 in den Leipziger Süden.

Das Verkehrsministerium macht aber auch auf Nachteile aufmerksam, wenn die Autobahn nicht kommt. Zum Beispiel könne bei Baustellen der Verkehr nicht einfach vorbeigeführt werden. Umleitungen würden dann das Nebenstraßennetz und damit die Anwohner belasten, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums vom Mittwoch. „Gerade wegen dieser Auswirkungen war uns besonders wichtig, die Standpunkte der beiden Städte Leipzig und Markkleeberg in die Planungen einzubeziehen, die wir dem Bund zur Entscheidung vorlegen“, sagte Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok (FDP).

Agra-Brücke: Kommt statt Neubau jetzt die Tunnel-Lösung?

Das Streitobjekt Agra-Brücke aus der Vogelperspektive: Der Bürgerverein Pro Agra-Park kämpft für die Tieferlegung der B 2/95. Quelle: André Kempner

Hintergrund für die Anfrage aus Dresden ist aber offenbar auch die Planung für die Verkehrsführung am Agra-Park. Die derzeitige Brücke muss erneuert werden. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr plant bislang einen Ersatzneubau – sehr zum Ärger von Markkleeberg und Leipzig. Vor Ort bevorzugt man mindestens eine Variante, bei dem die Bundesstraße 2 durch einen Trog geführt wird.

45 Millionen Euro hätte die Weiterführung der Autobahn gekostet, einschließlich einer neuen Agra-Brücke. Durch den Beschluss, „nur“ die Bundesstraße zu erhalten, rechnet Oberbürgermeister Burkhard Jung mit Einsparungen. „Ich hoffe, dass dadurch neue Möglichkeiten für den Agra-Park entstehen“, äußerte er im Stadtrat.

Tatsächlich scheint das der Fall zu sein. Dresden signalisierte am Mittwoch: „Der Freistaat wird jetzt auch eine Variante mit Tunnel in die Planungen aufnehmen und dem Bund zur Entscheidung vorlegen.“

Evelyn ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) haben am Mittwoch Modernisierungen und Instandsetzungen von Gleis- und Haltestellenanlagen angekündigt. Insgesamt werden über 30 Millionen Euro für das Schienennetz ausgegeben.

20.02.2013

Leipziger Stadtpolitik live im Netz, ja bitte. Aber Diskussionen, Statements und Beschlüsse garniert mit Reklame jeglicher Art? Dafür gab es am Mittwoch im Stadtrat keine Mehrheit.

20.02.2013

Die Pläne für einen kostenlosen Internetzugang im öffentlichen Raum sind noch nicht gestorben. Der Stadtrat beauftragte am Mittwoch die Verwaltung, bis zum Sommer definitiv die Möglichkeiten zu prüfen.

20.02.2013