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Lokales Ausbilderin Karin Schilder und ihre Anwärter am Leipziger Amtsgericht
Leipzig Lokales Ausbilderin Karin Schilder und ihre Anwärter am Leipziger Amtsgericht
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23:59 12.02.2014
Karin Schilder mit einem Geschenk: Justizsekretäre bedankten sich 1993 mit dieser Uhr. Quelle: André Kempner

Das Gros sind künftige Justizsekretäre und Rechtspfleger. Karin Schilder, Referentin für Ausbildung, nennt sie liebevoll "meine Anwärter".

Seit 1991 ist die 56-Jährige zuständig für die Ausbildung. Und seither kam in ihrem Büro, sagt sie augenzwinkernd, schon eine richtige Ahnengalerie einstiger Eleven zusammen. Das ihr überreichte erste Dankeschön: eine Uhr. Darauf hatten sich Justizsekretäre verewigt, die von 1991 bis 1993 einen Beruf erlernten, den es in der DDR so nicht gab. Schilders erster Jahrgang: "Einige sind jetzt meine Kollegen im Haus." Justizsekretäre managen Geschäftsstellen, führen in Verhandlungen das Protokoll. Später kamen noch etliche Fotos, ein Pokal, Tassen und diverse Erinnerungen an "Karin und die 7 Anwärter" oder "Die verflixten Sieben" hinzu. Bis 1996 bildete die Wurzenerin die Anwärter für den mittleren Dienst im praktischen Teil selbst aus (1991 war die Quereinsteigerin selbst erst in einem Crash-Kurs in Bayern dafür fit gemacht worden). "Ich wurde ins kalte Wasser geworfen. Im Rückblick, glaube ich zumindest, hab' ich das wohl ordentlich gemacht: Die Anwärter haben ihre Prüfung bestanden!" 1997 folgte innerhalb Sachsens eine Umstrukturierung. Folge: Originäre Ausbildungsgerichte für den praktischen Teil sind jetzt die Amtsgerichte in Zwickau und Bautzen.

Das Handwerkszeug bekommen sie dann an mehreren Amtsgerichten - wie auch in Leipzig - vermittelt. Ähnlich läuft es bei den künftigen Rechtspflegern. Nach Abschluss des Studiums erwartet die Beamten im gehobenen Dienst ein breites Tätigkeitsfeld: Nicht etwa Richter, sondern sie eröffnen und verkünden beispielsweise den Erben Testamente, erteilen bei Zwangsversteigerungen von Immobilien den Zuschlag an Meistbietende oder leiten Insolvenzverfahren. "Einen Rechtsanspruch auf Übernahme gibt es allerdings nicht", sagt sie. Die Zahl der Bewerber für die Berufe Justizsekretär und Rechtspfleger ist enorm, nur ein Bruchteil besteht das Auswahlverfahren.

Sind die Anwärter am Amtsgericht Leipzig, nimmt Karin Schilder sie unter ihre Fittiche, koordiniert ihren Einsatz, ist Ansprechpartnerin bei allen kleinen und großen Sorgen. "Sie ist eine Nette, die mit jungen Leuten einfach gut kann", lobt Vizepräsident Dominik Schulz. Das wissen auch viele andere Praktikanten wie etwa Schüler und Polizeikommissar-Anwärter oder Justizwachtmeister in Fortbildung zu schätzen.

iBewerbungs-Infos: Fachhochschule der Sächsischen Verwaltung, Herbert-Böhme-Straße 11, 01662 Meißen; www.fhsv.sachsen.de; Infos zu Schüler-Praktikanten: Karin Schilder, Amtsgericht Leipzig, Tel. 0341 4940907; Mail: karin.schilder@ agl.justiz.sachsen.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.02.2014

Sabine Kreuz

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