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Lokales Ausbruch des gefährlichen Darmkeims KPC an der Uniklinik Leipzig gestoppt
Leipzig Lokales Ausbruch des gefährlichen Darmkeims KPC an der Uniklinik Leipzig gestoppt
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18:00 24.06.2013
Blick auf das Uniklinikum Leipzig in der Liebigstraße Quelle: André Kempner
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Leipzig

Seit fast drei Monaten seien keine neuen Nachweise registriert worden. Aber: In sieben Fällen sei ein Zusammenhang mit dem tödlichen Krankheitsverlauf anzunehmen.

Seit Juli 2010 war der Darmkeim laut Uniklinikum bei 98 stationären Patienten nachgewiesen worden. Der Großteil der infizierten Gruppe sei Träger des Keims gewesen, "ohne dass daraus gesundheitliche Einschränkungen resultierten", hieß es weiter. Ein Gutachten unabhängiger Infektiologen unterstütze die internen Prüfungsergebnisse des UKL, so Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums. Danach war der KPC-Keim für solche Patienten lebensgefährlich, die schwerstkrank gewesen seien und bei denen "wenig Aussicht auf ein Überleben bestand". Fleig sagte: "Wir müssen uns bewusst machen, dass es keinen hundertprozentigen Schutz vor Krankenhausinfektionen gibt und geben kann."

Das Uniklinikum Leipzig habe auf den Ausbruch der Infektionen mit einer massiven Erhöhung der Schutzmaßnahmen reagiert. Um den Erreger einzudämmen, führten die Mediziner großflächige Überprüfungen durch: Seit Juni 2012 wurden alle stationär aufgenommen Patienten bei der Aufnahme und in regelmäßigen Abständen auf den gefährlichen Keim untersucht. Mehrere Isolierstationen mit 52 Betten sind eingerichtet worden.

Uniklinikum untersuchte mehr als 40.000 Proben

Der Erreger KPC (Klebsiella pneumoniae mit Carbapenemasebildung) sei selten und wenig erforscht. Er ist gegen die meisten Antibiotika resistent. Das Bakterium tritt bei vielen Menschen im Mund und Darm auf und ist dort ungefährlich. Gelangt es jedoch in die Blutbahn, führt es zu schweren Infektionen. In der Folge können Entzündungen der Atem- und Harnwege auftreten, auch Wundeiterung oder Blutvergiftung.

Täglich werden zwischen 250 und 300 Patienten am UKL neu aufgenommen, und inzwischen seien mehr als 40.000 Proben mit einem hochempfindlichen Verfahren untersucht worden, so das Klinikum. Mit der Vielzahl an Proben nehme das UKL eine Vorreiterrolle bei der Kontrolle und Erforschung von KPC ein, hieß es am Montag.

Das UKL war im Mai 2012 in die Kritik geraten. Obwohl sich die Fälle ab Oktober 2010 mit monatlich bis zu zwölf neuen Nachweisen häuften, meldete das UKL die Epidemie erst im Januar 2011 an das Leipziger Gesundheitsamt. Zu spät, monierte die Behörde. Laut Sächsischem Infektionsschutzgesetz bestehe eine Meldepflicht schon bei zwei örtlich und zeitlich dicht beieinander auftretenden Fällen.

Laut Uniklinikum wurden nach dem Auftreten der ersten Fälle im Juli 2010 alle Schutzmaßnahmen sofort eingeleitet. Die mikrobiologische Untersuchung von Mitpatienten und der Umgebung habe zunächst keinen Hinweis auf eine Übertragung ergeben. Trotz Gegenmaßnahmen kam es aber drei Monate später zu einer ausbruchsartigen Häufung.

lyn

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