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Ausgetrocknet: Elsterstausee wird zu Weide und naturnahem Erholungsgebiet

Sanierung zu teuer Ausgetrocknet: Elsterstausee wird zu Weide und naturnahem Erholungsgebiet

Nun ist er Geschichte: Der Stadtrat hat den seit vielen Jahren ausgetrockneten Elsterstausee endgültig als Gewässer beerdigt. Stattdessen sollen naturnahe Erholungs- und Freizeitangebote kommen.

Wo früher Wasser war ist nun Weideland.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Nun ist er Geschichte: Der Stadtrat hat den seit vielen Jahren ausgetrockneten Elsterstausee endgültig als Gewässer beerdigt. Das hat bei vielen „Kämpfern“, die sich mit Bürgerinitiativen viele Jahre lang für den Erhalt eingesetzt haben, für Wehmut gesorgt. „Nach Gutachten und anderen Hinhaltetaktiken ist aber der Punkt erreicht, dass der See wahrhaft nicht mehr zu retten ist“, konstatiert Rainer Engelmann (Linke). „Die Kosten müssen als Totschlagargument herhalten“, so Thomas Zeitler (CDU).

Hintergrund: Rein geschätzt wären mehr als 4,16 Millionen Euro allein für die Instandsetzung der Dämme und der Sohle notwendig. Deshalb wurde nun mit großer Mehrheit beschlossen, das Areal als land- und forstwirtschaftlich geprägten Natur- und Erholungsraum zu entwickeln. Geplant ist, Teilflächen zu beweiden, andere der Natur selbst zu überlassen. Das Areal wird auch als Reserve für die Futterversorgung der Wildparktiere genutzt. Eine Aufforstung ist nicht vorgesehen.

Der Elsterstausee wurde von 1933 bis 1935 gebaut und in den 70ern und 80ern wegen angrenzender Tagebaue verkleinert. 2005 wurde die Sohle undicht, bis 2009 verlandete der See zusehends. Um ihn vor Verwaldung zu schützen, ließ man Tiere darauf grasen. (Bilder: Dirk Knofe)

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Dabei gönnt sich die Stadt künftig sogar eine „eigene Schäferin“. Kerstin Doppelstein, die mit etwa 600 Schafen und Ziegen unter anderem Flächen am Cospudener See sowie am ehemaligen Stausee beweidet, soll eine halbe Stelle bekommen. Das haben die Grünen durchgesetzt. Wie berichtet, wollte Leipzigs bekannteste Schäferin ihren Beruf an den Nagel hängen. So werden ihre mobilen Weidezäune häufig zerstört, Stromgeräte und Batterien gestohlen. Bürger machen ihr durch oft haltlose Eingaben bei den Behörden ebenso das Leben schwer wie teilweise übertriebene Vorschriften. „Die Stadt hat aus ökologischer Sicht großen Nutzen durch die Beweidung besagter Flächen. Da ist es folgerichtig, wenn man nicht billigend in Kauf nimmt, dass die Schäferin aufgrund vieler Probleme das Handtuch wirft“, so Grünen-Stadtrat Michael Schmidt. Landschaftspflege und -unterhaltung sei schließlich eine Pflichtaufgabe der Kommune.

Die Grünen wollten festlegen, naturnahe Trimm-Dich-Angebote rund um den ehemaligen Elsterstausee sowie Aussichtspunkte zur Tierbeobachtung zu schaffen. Sowie ein Konzept zu entwickeln, wie die künftig freiwerdenden Gebäude für Gastronomie, Umweltbildung oder Ferienfreizeiten genutzt werden können. Vorgeschlagen wurde ebenso der Ausbau eines naturnahen Radweges zwischen ehemaligem See und Elster zu entwickeln und diesen als Nord-Süd-Verbindung durch den Wald bis hin zum Lauerschen Weg zu führen. „Das wäre attraktiv für alle, die sich nicht den Cospudener Rundweg entlang begeben, sondern mehr Ruhe und Natur genießen wollen“, so Schmidt. Das ging den anderen Fraktionen aber zum jetzigen Zeitpunkt zu weit. „Die Ideen sind zwar gut, gehen aber zu sehr ins Detail. Da sollen sich auch Bürger in die Debatte einbringen können“, so Jessica Heller (CDU).

Das Rathaus muss nun klären, wie mit der Stauanlage – insbesondere dem am meisten beschädigten Westdamm – umgegangen wird. Fragen, etwa ob die Folie unter der Teichsohle liegenbleiben kann, sind offen. Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) prognostiziert die Kosten für die künftige Entwicklung des Areals auf etwa zwei Millionen Euro.

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