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Ausstellung über Wehrmachtsjustiz erstmals in Sachsen - Veranstalter sehen "wichtiges Signal"

Ausstellung über Wehrmachtsjustiz erstmals in Sachsen - Veranstalter sehen "wichtiges Signal"

Premiere in der Unteren Wandelhalle des Neuen Rathauses: Zum ersten mal macht die Wanderausstellung „‚Was damals Recht war… Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht’“ Station in Sachsen.

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Die Wanderausstellung "Was damals Recht war...Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht" macht bis zum 25. Mai Station im Neuen Rathaus.

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. Franz Hammer, Vorsitzender der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig, sieht einen Erfolg darin, dass die Praxis der NS-Militärjustiz gerade hier illustriert wird.

Nicht nur Unrecht und Willkür der Wehrmachtjustiz sind die inhaltlichen Dreh- und Angelpunkte dessen, was es am Martin-Luther-Ring zu sehen gibt. „Die Ausstellung legt den Fokus auch auf den langen Kampf der Verurteilen um Rehabilitierung“, erklärt Franz Hammer weiter – und macht damit ein inhaltsschweres Fass auf.

Nach Angaben der Ausstellungs-Veranstalter fällte die nationalsozialistische Militärjustiz insgesamt etwa 30.000 Todesurteile, wurden mehr als 20.000 Menschen hingerichtet. Laut Franz Hammer mussten viele als fahnenflüchtig Verurteilte wieder an die Front, abkommandiert in Strafkompanien. „Diese Menschen waren quasi Kanonenfutter“, so Hammer.

Erst 2009 hob der Bundestag die letzten Urteile der Wehrmachtrechtsprechung wegen angeblichen Kriegsverrats auf. Natürlich sei auffällig, dass der Bundesbeschluss so spät kam, meint Hammer.

Zwischen 1998 und 2002 hatte der Bund bereits Wehrmachtsurteile gegen sogenannte Wehrkraftzersetzer, Volksschädlinge und Deserteure aufgehoben. Mit einem Beigeschmack: Bei den damaligen Abstimmungen im Bundesrat sprachen sich allein Bayern und Sachsen gegen die Aufhebungsgesetze aus. Hammer wertet es deswegen als „wichtiges Signal“, dass die „Was damals Recht war…“-Ausstellung jetzt nach Leipzig gekommen ist.

Die Entscheidung dazu, die Exposition ins Neue Rathaus zu holen, fällte der Stadtrat vor zwei Jahren. Während sich das Kulturamt um Aufbau und Ablauf der Wanderausstellung bemüht, ist die Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig als Kooperationspartner der Stadt für das Begleitprogramm zuständig.

„Es ist der Wunsch des Leihgebers, die Ausstellung nicht einfach hinzustellen, sondern auch ein Rahmenprogramm zu gestalten“, verdeutlicht Kulturamtsleiterin Susanne Kucharski-Huniat. Neben der Ausstellung selbst sind daher zahlreiche Vorträge, Filmvorführungen und Gedenkstättenfahrten zum Dokumentations- und Informationszentrum Torgau geplant.

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Leipzig. Premiere in der Unteren Wandelhalle des Neuen Rathauses: Zum ersten Mal macht die Wanderausstellung „‚Was damals Recht war… Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht’“ Station in Sachsen. Besuchern steht die Exposition ab Donnerstag, 18 Uhr, offen. Franz Hammer, Vorsitzender der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig, sieht einen Erfolg darin, dass die Praxis der NS-Militärjustiz gerade hier illustriert wird.

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Leihgeber ist die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Laut Kucharski-Huniat ist die Stiftung mit den Leipziger Organisatoren ziemlich zufrieden. „Unser Rahmenprogramm ist eines der besten Begleitangebote, die es bisher gegeben hat“, so die Kulturamtschefin. Immerhin wurde die Ausstellung bereits in 26 Städten gezeigt.

Die Exposition hegt den Anspruch, das gesprochene Unrecht der NS-Militärjustiz erstmals umfassend zu dokumentieren. Dazu werden unter anderem 16 Lebenswege von Verurteilten nachgezeichnet und fünf Richter porträtiert. Viele ehemalige NS-Juristen hätten nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Westdeutschland noch Karriere als Richter oder Politiker gemacht, weißt Franz Hammer: „Das zeigt die Ausstellung auch.“

Zur Eröffnung in Leipzig haben die Veranstalter mit Ludwig Baumann einen Zeitzeugen zum Gespräch gebeten. Baumann sitzt der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz vor und wurde als ehemals verurteilter Deserteur auch nach Kriegsende noch geächtet.

Zudem wird der stellvertretende Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Ulrich Baumann, sprechen. Anschließend führt Kurator Magnus Koch durch die Ausstellung.

Die Wanderausstellung „‚Was damals Recht war… Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht’“ hat bis zum 25. Mai montags bis donnerstags jeweils von 8 bis 18 Uhr geöffnet, freitags von 8 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Felix Kretz

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