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Lokales Ausstellung und Diskurs zu Moschee-Neubau in Leipzig-Gohlis
Leipzig Lokales Ausstellung und Diskurs zu Moschee-Neubau in Leipzig-Gohlis
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23:08 03.11.2015
Modell der neuen Moschee in Leipzig-Gohlis.  Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Im kommenden Jahr wird im Leipziger Stadtteil Gohlis die neue Ahmadiyya-Moschee gebaut. Nach den Plänen des Stuttgarter Architekten Mustafa Ljaic soll an der Kreuzung Georg-Schumann-Straße und Bleichertstraße ein Gebäude mit beleuchteter Glaskuppel und Zierminarett entstehen. Ljaic hatte den Architekturwettbewerb unlängst für sich entscheiden können. Ab Dienstagabend (19 Uhr) sind seine Pläne zusammen mit den anderen Bauvorschlägen im Infozentrum an der Georg-Schumann-Straße 126 zu sehen. Zudem lädt die Initiative „Dialoge für Gohlis“ Anwohner und Interessierte zur Podiumsdiskussion ein, an der auch Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) und Vertreter von Ahmadiyya-Gemeinde sowie Magistralenrat teilnehmen.

Im Infozentrum an der Georg-Schumann-Straße 126 werden die Entwürfe für den Moschee-Neubau in Leipzig-Gohlis gezeigt. Zu sehen ist auch der im Architekturwettbewerb erstplatzierte Vorschlag des Stuttgarters Mustafa Ljaic. Fotos: Dirk Knofe

„Als Bürgerverein ist es uns wichtig, dass über die Entwicklungen im Stadtteil geredet wird. Unsere Ausstellung soll eine Dialogplattform sein. Hier sollen alle Bürger Fragen stellen können und Antworten bekommen“, sagte Peter Niemann vom Bürgerverein Gohlis, der sich zusammen mit Kirchen, Anwohnern und Politikern in der Initiative „Dialoge für Gohlis“ engagiert. Neben der Podiumsdiskussion am Dienstagabend soll es künftig auch an jedem Montag von 14 bis 16 Uhr die Möglichkeit geben, im Infozentrum konkrete Fragen zum Bau stellen zu können. Die Ausstellung selbst ist während der regulären Öffnungszeiten des Gohliser Bürgerzentrums zu besichtigen.

Nach Bekanntwerden der Pläne im Oktober 2013 war es im Stadtteil zu Protesten gekommen, die erst anonym, später auch offen von Rechtsextremen angeführt wurden. Im April 2014 wollte der damalige NPD-Stadtratskandidat Alexander Kurth eine Petition gegen den Bau im Stadtrat übergeben. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) verweigerte aber die Annahme. Zuvor hatten die Initiative „Dialoge für Gohlis“ 6000 Unterschriften für den Bau im Stadtteil gesammelt.

Zweiter Moschee-Neubau im Osten – bisher acht Moscheen in Leipzig

Die geplante Ahmadiyya-Moschee wird der zweite muslimische Sakral-Neubau in in Ostdeutschland. Nach Angaben des Gemeinde-Vorsitzenden Abdullah Uwe Wagishauser werde das Gebäude etwa 700.000 Euro kosten. Neben einer beleuchteten Kuppel und einem 16 Meter hohen Zierminarett sind auch ein kleiner Vorplatz als Begegnungsstätte samt Brunnenanlage geplant. Parkplätze werden als Tiefgarage angelegt.

Die Ahmadiyya hat 1957 in Hamburg ihr erstes Gebetshaus in Deutschland errichtet, inzwischen betreibt die Gemeinde deutschlandweit 35 Sakralbauten. Die Khadija-Moschee in Berlin-Heinersdorf war das erste neu gebaute Gemeindhaus in Ostdeutschland. Ursprünglich stammt die Glaubensgemeinschaft aus dem heutigen Indien und Pakistan und wurde dort Ende des 19. Jahrhunderts von Mirza Ghulam Ahmad gegründet.

Nach Schätzungen der Stadtverwaltung lebten zum Jahresbeginn etwa 9000 bis 10.000 Menschen mit muslimischem Glauben in Leipzig. Das sind zwei Prozent der Messestädter. Bisher gibt es acht Moscheen in Leipzig, die meisten davon unscheinbar in Hinterhäusern. Dazu gehören die Gebetshäuser der Ahmadiyya-Gemeinde, die Eyüp-Sultan-Moschee, die Alrahman Moschee, das Islamische Al-Sahra Center, das Islamische Kulturzentrum der Bosniaken, die Takva Moschee und die Pakistanische Moschee.

Von Matthias Puppe

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