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Lokales "Authentischer Blick in ein abgeschottetes Land" - Leipziger Abgeordneter reist nach Nordkorea
Leipzig Lokales "Authentischer Blick in ein abgeschottetes Land" - Leipziger Abgeordneter reist nach Nordkorea
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11:36 22.03.2011
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Berlin/Leipzig

In der kommenden Woche fliegt die Delegation nach Pjöngjang. Mit dabei ist der Leipziger CDU-Parlamentarier Thomas Feist, der im Gespräch die Ziele der Reise erläutert.

Herr Feist, der Deutsche Fußball-Bund will als Gastgeber der Frauenfußball-Weltmeisterschaft alle Teilnehmerländer besuchen, darunter auch Nordkorea. Das Land ist isoliert, die humanitäre Lage prekär. Machen Sie die Diktatur damit nicht salonfähig?

Feist:

„Nein, denn wir werden gezielt die Menschenrechte und die Versorgungslage im Land ansprechen und sehen uns als Wegbereiter für diplomatische Gespräche. Das ist die Voraussetzung, um konkrete Verbesserungen für die Menschen herbeizuführen.“

Was möchte Sie konkret erreichen?

Feist:

„Sport ist Politik. Es stehen fast ein Dutzend Projekte aus den Bereichen Sport und Kultur auf unserer Agenda. 2013 könnte es klappen, dass eine nordkoreanische Kulturwerbeausstellung nach Leipzig kommt. Wir hoffen darauf, dass der Lesesaal des Goethe-Instituts in Pjöngjang wieder eröffnet wird, der 2009 geschlossen wurde. Und wir stellen uns auch Fortschritte bei der Erhaltung des alten Königspalastes von Kaesong vor. Das Unternehmen ruht derzeit.“

Nach der Vorlage sollen fünf Abgeordnete mit dabei sein, darunter Grünen-Chefin Claudia Roth. Was können die konkret ausrichten?

Feist:

„Wir haben außerdem 17 Journalisten eingeladen und es gibt Signale, dass auch Visa erteilt werden sollen - ob für alle, ist noch unklar. Für viele wäre es der erste authentische Blick in das abgeschottete Land. Sie können die Öffentlichkeit ungeschminkt über die Lage informieren.“

Was hat das alles mit der Frauenfußball-WM zu tun?

Feist:

„In Dresden treten am 28. Juni die Fußballmannschaften von Nordkorea und den USA gegeneinander an. Auf der Tribüne werden voraussichtlich die Botschafter beider Staaten sitzen. Ich sehe darin eine Chance für Gespräche. Deshalb planen wir einen Empfang mit allen Spielerinnen und den Botschaftern. Letztlich kommt das den Menschen zugute. Natürlich weiß ich, dass Auslandsreisende in Nordkorea privilegiert sind. Aber auch für uns in der DDR war es damals enorm wichtig, dass es solche Kontakte auf die andere Seite des Eisernen Vorhangs gab.“

Rolf Westermann, dpa

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