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Lokales Autofreier City-Ring: Leipziger Initiative ruft zur Fahrraddemo auf
Leipzig Lokales Autofreier City-Ring: Leipziger Initiative ruft zur Fahrraddemo auf
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11:35 03.06.2017
Stau auf dem Leipziger Innenstadtring. Eine Initiative ruft zur Fahrraddemo für einen autofreien Ring auf.  Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

 Der Leipziger Cityring als autofreie Zone – für diese Idee treten am kommenden Samstag Radler in die Pedale. Zum Europäischen Tag des Fahrrads ruft die Aktionsgruppe „Critical Mass“ zur Demo auf, die um 14 Uhr am Johannisplatz starten soll. Anmelder ist laut Ordnungsamt der Verein „Autofrei leben“. Bis zu 150 Teilnehmer werden laut Veranstalter erwartet. „Fahrbahnen werden dafür sicher nicht gesperrt, aber die Demo wird vorrangig behandelt und durchgeleitet“, so Mitinitiator Jürgen Kasek, Landesvorstandssprecher der sächsischen Grünen. In der Stadt dürfte ohnehin viel los sein: Wave Gotik Treffen und Stadtfest sorgen für viel Publikum.

„Autofreier Ring ist natürlich provokativ gemeint“, sagt er. Aber man brauche endlich ein sicheres und klar kenntliches Radwegenetz am Ring. Mankos sieht Kasek vor allem auf dem äußeren Ring: Radfahrer werden direkt vor den Bahnhofstüren vorbeigeführt, gefährliche Situationen mit Fußgängern sind die Folge. „So ein Slalom muss ja nicht sein.“ Richtung Goerdelerring dürften Radfahrer dann weder die Straße benutzen, noch gebe es eine durchgängige Radwege-Lösung. „Dann ist man auf den Fußweg angewiesen.“

Geplante Demo-Route

Geplante Route der Fahrraddemo am Samstag, 3. Juni, von 14 bis 16 Uhr: Johannisplatz, Roßplatz, Wilhelm-Leuschner-Platz, Martin-Luther-Ring, Dittrichring, Goerdelerring, Tröndlinring, Willy-Brandt-Platz. Hinter der Straßenbahnhaltestelle wechseln die Teilnehmer auf den äußeren Promenadenring und fahren die gewählte Strecke zurück. Die Route ist noch nicht abschließend vom Ordnungsamt bestätigt.

„Brauchen keine innerstädtische Autobahn“

Seit Monaten steht vor allem der Promenadenring im Zentrum einer Diskussion um verbesserte Bedingungen für alle Verkehrsteilnehmer, besonders vor dem Hauptbahnhof. So hatte die CDU-Fraktion im Stadtrat vorgeschlagen, die Ring-Fahrbahnen in einen Trog abzusenken und damit mehr Platz für den ÖPNV und Fußgänger auf dem Bahnhofsvorplatz zu schaffen.

Damit beschleunige man zwar den Autoverkehr, schaffe aber keine Motivation, Verkehr aus der City herauszuhalten, so Kasek. „Am Promenadenring kulminieren die Probleme. Wir brauchen keine innerstädtische Autobahn“, heißt es im Aufruf zur Fahrraddemo.

Der Leipziger Stadtrat hatte im April einer Machbarkeitsstudie zugestimmt, die alle Optionen für eine neue Gestaltung des Rings im Bereich des Bahnhofsvorplatzes prüfen soll. Die Grünen-Fraktion hatte zugestimmt unter der Bedingung, dass auch die Möglichkeit einer kompletten Sperrung des Willy-Brandt-Platzes für den Autoverkehr untersucht wird. Ab Oktober soll die Studie EU-gefördert vorangetrieben werden.

City-Ring als störendes Element

Die Demo-Initiatoren sehen den Ring eher als störende Trennung von Zentrum und Stadtteilen. Bereits seit 1998 gebe es deshalb den Stadtratsbeschluss, die Bedeutung des Cityrings für den Stadtverkehr zu reduzieren. Der Gegenentwurf: Je sicherer und leistungsstärker das Radwegenetz in Leipzig werde, desto mehr Menschen würden auf das Auto verzichten, und so die Umweltbelastung senken. Letztlich entstehe dadurch für alle mehr Lebensqualität.

Beim jüngsten bundesweiten Fahrradklimatest des ADFC verlor Leipzig zwar das Label „fahrradfreundlichste Stadt in Ostdeutschland“ an Rostock. Gleichzeitig schob sich die Messestadt beim „Stadtradeln“, einem deutschlandweiten Wettbewerb der Kommunen, im Herbst vergangenen Jahres auf Platz drei und erreichte mit 1,4 Millionen gefahrenen Kilometern eine neue Bestmarke. Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) sprach von einem klaren Signal, „Leipzig als Fahrradhauptstadt zu etablieren“.

Die Stadtpolitik hat sich bereits im Februar 2015 für eine weitere Stärkung des Umweltbundes ausgesprochen. Im Stadtentwicklungsplan Verkehr legte der Stadtrat fest, dass das Verhältnis von ÖPNV, Rad- und Fußverkehr zum Kraftfahrzeugverkehr bis 2015 von 60 zu 40 Prozent auf 70 zu 30 wachsen soll.

Von Evelyn ter Vehn

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