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Lokales Autowrack im Elster-Saale-Kanal: Stadt Leipzig sah geringe Umweltgefahr
Leipzig Lokales Autowrack im Elster-Saale-Kanal: Stadt Leipzig sah geringe Umweltgefahr
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12:33 17.05.2017
Das versunkene Autowrack wurde am 29. April aus dem Elster-Saale-Kanal in Leipzig-Lindenau gezogen. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Gut zwei Wochen nach der Bergung eines mehr als 25 Jahre alten Autowracks aus dem Elster-Saale-Kanal in Lindenau bleibt der Halter des Wagens unbekannt. Die Daten im Zentralen Fahrzeugregister würden bei Autos mit Versicherungskennzeichen nach sieben Jahren gelöscht, erklärte Angelika Freifrau von Fritsch, Leiterin des Leipziger Umweltamts, gegen über LVZ.de. Der Eigentümer sei somit nicht mehr zu ermitteln. Wem der versunkene Opel Vectra mit DDR-Kennzeichen gehörte, der am 29. April mit Hilfe der Feuerwehr geborgen wurde, und wie er in den Kanal kam, bleibt damit vorerst ein Rätsel. Dem Anfangsbuchstaben K zufolge war der Wagen im Bezirk Halle gemeldet, die Zulassungsplakette wurde in Bitterfeld ausgestellt.

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Mit Tauchern und technischem Hilfsgerät haben die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und die Feuerwehr am Samstag das Wrack eines Opel-Vectras aus dem Schlamm am Grund des Elster-Saale-Kanals nahe dem Lindenauer Hafen gezogen.

Keine Behörde fühlte sich für Bergung zuständig

Dass das Auto seit dem Fund vor gut eineinhalb Jahren im Kanal liegen gelassen wurde, erklärte die Stadt mit Zuständigkeitsschwierigkeiten. Allerdings, so von Fritsch, sei nach einer so langen Zeit im Wasser kaum noch eine Gefahr für die Umwelt ausgegangen – beispielsweise durch Motoröl, Benzin, Bremsflüssigkeit, Substanzen in der Autobatterie wie Schwefelsäure oder Bremsbeläge. „Mit zunehmender Liegedauer eines Autowracks in einem Gewässer vermindern sich die Risiken durch Abbau der Substanzen und Verdünnungseffekte“, erklärte die Amtsleiterin. Im Fall des Opels ging die Behörde davon aus, dass das Fahrzeug mindestens 15 Jahre im Wasser lag.

Offenbar fühlte sich im Rathaus für den Schrott-Pkw niemand so recht verantwortlich. Im öffentlichen Verkehr und auf öffentlich zugänglichen Grundstücken sei das Ordnungsamt für die Beseitigung von Fahrzeugschrott zuständig, außerhalb dieser Bereiche das Amt für Umweltschutz, erläuterte Fritsch. Jedoch gebe es keine „Verwaltungsvorschrift“, wie die Zusammenarbeit der Behörden bei der Entsorgung von Altfahrzeugen in Gewässern erster Ordnung – wie dem Elster-Saale-Kanal – abzulaufen habe. Die Behörden müssten sich in jedem Einzelfall abstimmen und eine rechtliche Prüfung vornehmen.

Steuerzahler muss Entsorgung zahlen

Im Fall des Opels, der vermutlich nach der Wende gestohlen und im Kanal versenkt wurde, zog sich die Ämter-Abstimmung über Jahre. Ein Motorbootverleih, der den Wagen im September 2015 entdeckt hatte, beteiligte sich an der Bergung zusammen mit Feuerwehr, Wasserschutzpolizei und Deutscher Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), welche die Kosten übernahm. Die Entsorgung, erklärte die Umweltamtsleiterin nun, bleibe an der Kommune und damit am Steuerzahler hängen. Zur genauen Höhe der Kosten machte sie keine Angaben.

Von nöß

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