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Babyboom: Auch Leipzigs Kliniken müssen wachsen

Geburtenrekord Babyboom: Auch Leipzigs Kliniken müssen wachsen

Leipzig wächst und wächst. Bereits im Jahr 2020 sollen es mehr als 600 000 Einwohner sein. Ein Grund für den rasanten Anstieg ist der anhaltende Babyboom. Doch je mehr Kinder zur Welt kommen, desto größer wird die Belastung für die Krankenhäuser.

Wenige Stunden alte Babys im Leipziger Universitätsklinikum.

Quelle: dpa

Leipzig. Das rasante Bevölkerungswachstum in Leipzig hält unvermindert an. Bereits in wenigen Jahren soll die Marke von 600 000 Einwohnern überschritten werden. Ein Grund dafür ist der anhaltende Babyboom in der Stadt. Dieser stellt indes die lokalen Krankenhäuser vor eine schwierige Aufgabe.

„Wir haben am Tag durchschnittlich zwischen sechs und neun Geburten“, erklärt Holger Stepan, Leiter der Abteilung Geburtsmedizin am Universitätsklinikum, auf LVZ-Anfrage. Am St. Elisabeth in Connewitz seien es „grob gerechnet sieben Geburten pro Tag“, sagt Sprecherin Tina Murzik-Kaufmann. Eine steigende Tendenz gebe es auch am St. Georg. Für das laufende Jahr erwartet Sprecher Michael Müller rund 1600 Geburten. Durchschnittlich hundert Entbindungen pro Monat seien es in der Bornaer Sana-Klinik, wie Sprecherin Janet Schütze mitteilt.

Das gesundheitliche Wohl der Patientinnen steht für alle Krankenhäuser an oberster Stelle. Den wachsenden Andrang damit in Einklang zu bringen, ist jedoch für manche Klinik eine große Herausforderung. Am katholischen St. Elisabeth-Krankenhaus räumte Sprecherin Murzik-Kaufmann ein, dass bei einer Belegung aller Kreißsäle und Untersuchungszimmer bereits Schwangere abgewiesen werden mussten. „Diese Entscheidung fällt uns nie leicht, dennoch ist sie mitunter notwendig, um das hohe Maß an Qualität aufrechtzuerhalten, zu dem wir verpflichtet sind beziehungsweise uns verpflichtet fühlen“, beteuert Murzik-Kaufmann. Wenn die Zeit nicht mehr reicht, um in eine andere Klinik zu gelangen, erfolge die Entbindung natürlich vor Ort.

In Uniklinik und St. Georg ist die Schmerzgrenze offenbar noch nicht erreicht. „Wir nehmen jede Frau auf, die zu uns kommt, egal, zu welcher Zeit“, betont Stepan vom Uniklinikum. „Es wird keine Schwangere mit einer beginnenden Geburt abgewiesen.“ Und von St. Georg-Sprecher Müller heißt es: „Es wird keine Schwangere abgewiesen, die sich mit Geburtsbeginn im Kreißsaal meldet.“

Uniklinik will Geburtsstation erweitern

Im vergangenen Jahr erblickten an den drei städtischen Geburtskliniken – St. Elisabeth, St. Georg und Uniklinikum – insgesamt 6765 Kinder das Licht der Welt. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren es etwa 400 Neugeborene weniger. Damit übernahm Leipzig sogar bundesweit die Spitzenstellung und erlangte den inoffiziellen Titel „Geburtenhauptstadt“. Hintergrund der Rekordentwicklung ist das generelle Bevölkerungswachstum in der Stadt, verbunden mit dem Zuzug vieler junger Leute.

Um dem anhaltenden Boom standhalten zu können, müssen die Krankenhäuser stetig ihr Areal und Personal erweitern. An der Uniklinik, Leipzigs größtem Hospital, werde die Geburtsstation von vier auf künftig fünf Kreißsäle ausgedehnt. Derzeit stünden insgesamt 32 Betten bereit, die immer voll ausgelastet seien, bekräftigt Stepan. Ein Rückgriff auf Betten benachbarter Stationen sei bei Bedarf aber ohne Weiteres möglich.

Am katholischen St. Elisabeth, das vier Kreißsäle besitzt, werde ein Ausbau der geburtshilflichen Abteilung erwogen. Diesbezüglich sei bereits das zuständige Ministerium kontaktiert worden, so Murzik-Kaufmann. Erst im Sommer 2015 hatte das Elisabeth eine Neonatologie eröffnet und damit auch die Geburtenstation gestärkt. Das St. Georg in Eutritzsch verfüge aktuell über zwei Kreißsäle und einen sogenannten „Sectio-Saal“. Gleichwohl könnten die Kapazitäten der Nachfrage entsprechend angepasst werden. „So wird im Bedarfsfall die Bettenzahl der Wochenbettstation erhöht oder zusätzliches Personal über ein Rufbereitschaftssystem hinzugezogen“, erläutert Müller.

Der sich abzeichnende Ausbau der Kapazitäten ist auch deshalb erforderlich, weil in den vergangenen Jahrzehnten zwei Entbindungsstationen (Diakonissenhaus, Bethanienkrankenhaus) geschlossen worden waren.

Geburten im Jahr 2015

Universitätsklinikum: 2657 Entbindungen

St. Elisabeth-Krankenhaus: 2296 Entbindungen

Klinikum St. Georg: 1652 Entbindungen

Sana Kliniken Leipziger Land, Standort Borna: 1067 Entbindungen

Von Matthias Klöppel

Leipzig 51.3396955 12.3730747
Leipzig
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