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Bach-Archiv nach Wiedereröffnung als "Ausgewählter Ort" ausgezeichnet

Bach-Archiv nach Wiedereröffnung als "Ausgewählter Ort" ausgezeichnet

"Wir wollten Bach auf einen Sockel stellen, aber auf einen nicht zu hohen." Eine Büste des großen Johann Sebastian Bach schmückt den Eingangsbereich des neu eröffneten Museums.

Leipzig. Gut sichtbar, exponiert, dennoch schlicht und stilvoll.

Kerstin Wiese, Leiterin des Bach-Museums, erläutert das neuartige Konzept des Hauses. Zwei Jahre hatte die Sanierung gedauert, vor einer Woche wurde das Haus neu eröffnet. Und zog seitdem schon an die 5000 Zuschauer an. Mit Touchscreens, einem interaktiven Stadtplan von Leipzig wird die Musik Bachs erfahrbar, man kann sie mit allen Sinnen wahrnehmen. Sich informieren, staunen, Schätze wie Autographe und historische Instrumente betrachten. Grund genug für die Vertreter der Initiative "Deutschland - Land der Ideen", das Bach-Museum zum "Ausgewählten Ort 2010" zu küren.

In Kooperation mit der Deutschen Bank werden mit diesem Titel Einrichtungen ausgezeichnet, die zukunftsorientierte Ideen entwickeln, fördern und umsetzen. Stolz nehmen Dettloff Schwerdtfeger (Geschäftsführer Bach-Archiv) und Kerstin Wiese den von Andreas Fichte (Mitglied der Geschäftsleitung Deutsche Bank) verliehenen Preis an, auch Michael Faber, Kulturbürgermeister von Leipzig, ist sichtlich erfreut über die Auszeichnung.

Ideenreichtum sei gefragt gewesen, um das Museum nicht als reine Gedenkstätte, sondern als attraktiven Informations- und Ausstellungsstandort zu gestalten, sagt Faber. Fichte erwähnt, welche Begeisterung der Komponist weltweit auslöst: "Versuchen Sie mal, während des Bachfestes einen Flug nach Leipzig zu bekommen - das können Sie vergessen!" Doch nicht nur festliche Worte erklingen, schließlich steht die Musik im Mittelpunkt. Als besondere Attraktion präsentiert Benedikt Hübner einen historischen Kontrabass, der schon in Bachs Orchester zum Einsatz kam und sonst nur in einer Vitrine zu bewundern ist. Gemeinsam mit Cornelia Osterwald (Cembalo) spielt er Willem de Feschs Sonate F-Dur, die besonders in der Sarabande ihren Reiz entfaltet. Henry Eccles Sonate g-Moll gelingt gefühlvoll-tragisch, Hübner ist sichtlich stolz, dieses bedeutsame Instrument spielen zu dürfen. Anerkennender Applaus für die Redner, großer Beifall für die Musiker.

Maren Winterfeld

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