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Lokales "Bach doch mal!": Musik auf Schritt und Tritt - Eindrücke vom Bachfest 2013 in Leipzig
Leipzig Lokales "Bach doch mal!": Musik auf Schritt und Tritt - Eindrücke vom Bachfest 2013 in Leipzig
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01:00 17.06.2013
Bachfest 2013: Zum Open Air ist der Markt rappelvoll. Quelle: André Kempner

"It's very lively", sagt eine Engländerin auf dem Leipziger Markt, "es ist sehr lebendig", und damit hat sie Recht. Am Samstagnachmittag schieben sich Massen durch die Stadt, Einkäufer mischen sich mit Bachfest-Besuchern, Leipziger mit Touristen. Auf dem Weg vom Augustusplatz zur Thomaskirche stehen mindestens fünf Straßenmusiker mit Geige, Akkordeon oder Gitarre und vom Markt schallt die Opera Metal "molllust" herüber.

Dort mischen sich auch die Besucher des Bachfestes, die passiven und die aktiven. Einige sind zufällig stehengeblieben, angezogen von der ungewöhnlichen Kombination aus Klassik und Metal. "Geschrei" nennen es die anderen, die auf dem Markt in Ruhe einen Kaffee trinken wollen, bevor sie zum Orgelkonzert in die Nikolaikirche gehen.

Das Publikum ist gemischt, die Stadt ist voll. "Mir gefällt es sehr. Ich liebe Trubel und viele Menschen um mich herum", sagt Stefanie Weller. Die Münchnerin ist nicht eigens für das Bachfest in Leipzig, freut sich aber darüber, einige Konzerte auf dem Markt zu hören. "Das ist praktisch, dann kann ich auch kommen und gehen, wann ich möchte."

Besonders beliebt ist die Bachfigur aus Pappe am Rand des Marktes. "Bach doch mal" steht darauf. Das Gesicht durch die Öffnung geschoben kann der Musikliebhaber - zumindest ein bisschen - aussehen wie der große Leipziger, dem das Fest gewidmet ist. Davon machen viele Gebrauch, die Leute stehen Schlange für Erinnerungsfotos. Die Umstehenden amüsieren sich dabei über die wechselnden Köpfe oberhalb Bachs vollschlankem Bauch.

Auch die Auslagen vieler Geschäfte sind dieser Tage auf Bach getrimmt. Tassen mit den Noten des Weihnachtsoratoriums, Radiergummis in Form eines Notenschlüssels, dicke Wälzer mit seiner Biografie - Bach ist überall.

Wie praktisch für die Touristen, dass sie mit den Spielstätten des Musikfestes gleich einige der Sehenswürdigkeiten der Stadt kennenlernen. Etwa die Thomaskirche mit Bachs Grabstätte, die Nikolaikirche, den Markt, das Alte Rathaus und die Moritzbastei. "Das Bachfest ist eine wunderbare Gelegenheit, Leipzig über die Musik kennenzulernen", sagt Besucher Manfred Naumberg. Die Kombination aus Konzerten und Sightseeing werde die Stadt für ihn unvergesslich machen.

Öfter noch als sonst sind fremde Sprachen zu hören. "Bach kennt man auch in China", versichert Alexander Ni aus Peking. Der 25-Jährige, der in Leipzig Sportmanagement studiert, hat vor zwölf Jahren zum ersten Mal vom Bachfest gehört. "Mein Musiklehrer in China hatte uns davon erzählt. Ein großes Fest für einen großen Komponisten." Dass er jetzt zum ersten Mal dabei ist, freut ihn sehr.

Verlässt man die Innenstadt, verschwindet Bach aber genauso schnell, wie er über den Besucher hergefallen ist - ein Trost für all jene, die es mit klassischer Musik nicht so haben. Andererseits: In den zehn Tagen voller Bach-Musik ist für jedermann etwas dabei. Bach gibt es keineswegs nur klassisch. Die Band "molllust" ist ein Beispiel dafür, sie macht es den Metal-Fans leicht, Bekanntschaft zu machen mit diesem Johann Sebastian Bach.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.06.2013

Sofia Dreisbach

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