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Lokales Badeparadies Cospudener See - Streit um Parkplatz am Nordstrand
Leipzig Lokales Badeparadies Cospudener See - Streit um Parkplatz am Nordstrand
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23:59 21.07.2014
Parkplatz am Nordstrand des Cospudener Sees. Zwischen Strand und Stellfläche liegen etwa 1200 Meter Wegstrecke. Quelle: André Kempner

Der Stadtrat hat kurz vor seiner Sommerpause beschlossen, in Abstimmung mit Markkleeberg und Zwenkau das Verkehrskonzept auf den Prüfstand zu stellen sowie über die Nutzung des Areals neu nachzudenken.

"Nach fast 15 Jahren ist das wirklich sinnvoll", sagt Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke). Die Initiative ging von der CDU aus, der beispielsweise die Lage des Parkplatzes ein Dorn im Auge ist. Dieser ist 1,2 Kilometer vom See entfernt, für Familien mit Kindern sei der Weg, so CDU-Stadträtin Sabine Heymann "unerträglich weit", da man den See "nicht mal aus der Ferne" sehen kann. Ob Autos näher an den See dürfen, bleibt vorerst offen - bis Juni 2015 wird das Verkehrskonzept geprüft. Direkt an der Hacienda gibt es schon 100 genehmigte Parkplätze, die aber nur benutzt werden können, wenn die Poller Richtung Lauerscher Weg offen sind - etwa bei Sonderveranstaltungen oder mit Genehmigung. Die Grünen und Linken lehnen eine Erweiterung als "Drive In" zum See ab. "Wir schauen genau hin, wollen danach einen Masterplan für die künftige Entwicklung vorlegen", kündigt Inge Kunath, die Chefin des Amtes für Stadtgrün und Gewässer, an.

Vergangenes Wochenende war der Parkplatz Brückenstraße/Ziegeleiweg jedenfalls proppevoll - was wohl auch an der abgebauten Schranke liegt. Stadt und Pächter streiten sich derzeit vor Gericht, bis zur Neuausschreibung der Betreibung des Areals kann kostenlos geparkt werden. "Der Nordstrand ist unser Eingangstor zum Südraum. Dieser Rolle wird er aber nicht mehr gerecht", moniert Heymann. Sie plädiert für zusätzliche Nutzungen - etwa für den Nordstrand als Terrain für jugendlichen Sporttourismus und einen Campingplatz. Ein Schwimmlernstrand wäre ebenfalls toll - das sei eine Anregung von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. So könnten wenigstens im Sommer fehlende Hallenzeiten ausgeglichen werden. "Doch auch im Winter sollen die Leute dorthin strömen - wie an den Pier 1 in Markkleeberg. Deshalb könnte ich mir am Nordstrand gut eine weitere Gaststätte vorstellen, die das ganze Jahr geöffnet hat. Laut Kunath ist dafür in der ursprünglichen Planung eine Fläche vorgesehen. "Ob wir sie ausschreiben, wird bei Erarbeitung des Masterplanes diskutiert", sagt sie. Dann kommen auch noch einmal die Wegebeziehungen auf den Prüfstand.

Genauer anschauen wollen sich die Planer den Ringweg, der von Fußgängern, Radfahrern und Skatern genutzt wird - mit viel Gefahrenpotenzial bei rücksichtslosem Verhalten. Für Inline-Skater besonders riskant ist die Pflasterstrecke an der Einmündung der Kelchsteinlinie auf den Lauerschen Weg. An dieser Stelle ist auch die Haltestelle der Busse der Linien 65 und 79, die auf den Ringweg einbiegen. "Für Skater ist die Stelle sehr gefährlich, das beobachte ich seit Jahren", sagt Grünen-Stadtrat Michael Schmidt. Seine Fraktion hat daher beantragt, parallel zur Wegkreuzung eine angemessene asphaltierte Umgehung zu errichten. Das bleibt vorerst Zukunftsmusik. Im Herbst geht es zunächst mit der Erneuerung eines weiteren Abschnittes der verschlissenen Holzstege weiter, die die einzelnen Stationen am Nordstrand verbinden. Denn auch das Robinienholz ist in die Jahre gekommen. Bis 2017 soll der Weg erneuert sein.

Kommentar

Von Mathias Orbeck

Für einige mag es bequemer sein, direkt mit dem Auto an den See zu fahren. Für viele andere ist es eine Belästigung. Sobald zuhauf Blechlawinen zum See düsen, schmälert das den Erholungswert. Wer sich die dicht an dicht sonnenden Menschen bei sommerlichen Temperaturen anschaut, bekommt nicht gerade den Eindruck, dass der Nordstrand verwaist - weil Badegäste 1,2 Kilometer laufen müssen. Und es ist sicherlich maßlos übertrieben, wenn nun gelegentlich in politischen Debatten behauptet wird, dass das Vorzeigeprojekt der Expo 2000 dem Verfall preisgegeben wird. Natürlich: Es gibt Vandalismus, auch Unrat macht sich gelegentlich breit. Doch der Seebetreiber Pier 1 bemüht sich, für Ordnung zu sorgen. Trotzdem ist es richtig, nach so vielen Jahren genauer hinzuschauen, wie sich der Badesee vieler Süd-Leipziger entwickelt hat. Und wie er das ganze Jahr über attraktiver werden kann - ohne Angebote der anderen Seen zu kopieren.

m.orbeck@lvz.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.07.2014

Mathias Orbeck

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