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Lokales „Badewanne des Todes“ siegt beim Rennen am Völki – 14 Teams starten beim Nato-Fest
Leipzig Lokales „Badewanne des Todes“ siegt beim Rennen am Völki – 14 Teams starten beim Nato-Fest
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18:50 20.07.2014
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Besonders ambitioniert dabei: Die „Badewanne des Todes“.

Es war so heiß, dass die Sonnencreme auf der Haut schmolz. Die Außerirdischen der „Rutschos Galacticos“ hatten sich nur stellenweise mit silber-goldener Rettungsdecke bekleidet und kühlten sich schon mal von innen ab – mit einer Runde Bier. Heute, sagten sie, wollen sie in andere galaktische Sphären rutschen. Am Bug ihres selbst gebauten schwimmbaren Untersatzes (Europaletten mit grünem Filzteppich auf Kanistern) führte eine Rutsche in das schlammig-braune Wasser des Völki-Beckens.

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Dumm nur, dass manche Paddel kaum bis ins Wasser reichten. Das Team „Affentheater“ hatte sich beim Bau wohl verrechnet. Die Holzkonstruktion mit Feuerstelle und Pappmaschee-Baum schwamm, ja schwebte geradezu, auf etwa einen halben Meter hohen Styropor-Beinen. „Es geht schon“, sagte Jessi Junker. „Wir haben von langer Hand geplant, hier mitzumachen, haben Kuchen verkauft, um das Geld zusammenzukriegen und ein paar Wochen immer nach Feierabend gebaut“, erzählte die PHD-Studentin. Ihre Teamkollegen, allesamt Forscher am Max-Planck-Institut, wollten mit der Teilnahme auf die schlechte Situation von Menschenaffen aufmerksam machen.

Unsinnreden als Motivation

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„Das ist ja schon fast eine politische Veranstaltung“, wunderte sich Armin Zarbock, der mit Kollege Larsen Sechert für ausgleichende Unseriosität sorgt. Nach Paul Fröhlich haben die beiden die Moderation übernommen - „und sind damit ein schweres Erbe angetreten“, so Falk Elstermann von der Nato. „Sie werden von Jahr zu Jahr besser. Und das Unsinnreden war auch ihre Motivation, überhaupt mitzumachen. Normalerweise hört ja keiner zu.“ Einen ernsthaften Hintergrund hatte das Rennen in diesem Jahr allerdings: Mithilfe von Spendengeldern soll in der Nato ein behindertengerechtes WC gebaut werden.

Auf dem Wasser machten sich die Teams bereit für das Hindernisrennen. Kurz vor dem Start wurden die „Rutschos Galacticos“ mit der Wasserkanone des „Medi-Elferrats“ beschossen. Die technische Ausstattung der „Galacticos“ ließ keinen Gegenangriff zu. Einziges Extra an Bord: Ein Planschbecken, in dem Bier kühl stand. „Den Sieg können wir uns ohnehin in die Haare schmieren“, sagte Björn Woodowski hinter einer grünen Fliegenbrille. „Unsere Ambition ist, beim Spaßhaben zu gewinnen!

Auf der „Badewanne des Todes“ herrschten andere Ansichten. „Wir wollen nicht unbedingt gewinnen, aber auf jeden Fall besser sein als der Zweite“, formulierte es „Baron“ Frank von der Ahe, der mit Team „Schwarzes Leipzig“ schon zum achten Mal in Folge an antrat. Dementsprechend professionell war ihre Performance. Bei der Großen Regatta ließen sie die „Scorpion Kings“ (TV Club) und „Das sinkende Wasserkabarett“ auf Platz 3 und 2 hinter sich und verteidigten ihren Titel. Tosender Applaus von den „mehreren Millionen Zuschauern“, die Moderator Sechert zählt. Tatsächlich waren es etwa zwei- bis dreitausend, hieß es von der Nato.

Auch im Kurzsprint machte die „Badewanne des Todes“ das Rennen. Bei der Hindernisfahrt überzeugten das „Affentheater“ und „Das sinkende Wasserkabarett“. Den Preis der Stadtwerke für familien- und umweltfreundliche Ingenieurleistung heimste das „Affentheater“, den Preis für „Goldnoten im Wendebereich“ von Ur-Krostitzer die Spaßvögel von „Rutschos Galacticos“ ein. Den Designpreis gewannen die „Scorpion Kings“. Beim Wannenstechen blieb „Das sinkende Wasserkabarett“ übrig.

Lisa Berins

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