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Lokales Badewannen zu Bänken – Bürger-Stiftung sammelt für Paul Fröhlich Erinnerungs-Ort
Leipzig Lokales Badewannen zu Bänken – Bürger-Stiftung sammelt für Paul Fröhlich Erinnerungs-Ort
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20:49 20.06.2011
Robert Schiller und seine Frau Lisa Schiller-Witzmann möchten mit einer ungewöhnlichen Bank, an Paul Fröhlich erinnern. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Zwei Badewannen-Bänke sollen an den Leipziger Moderator, Kulturarbeiter und Pyrotechniker erinnern.

Noch ist die Fläche nicht sehr ansehnlich: Ein paar Hunde haben ihr Geschäft auf der Wiese verrichtet, Brombeersträucher sind dabei sie zu erobern. Eine junge Eiche wiegt sich einsam im Wind. Läuft alles gut, bekommt der Baum aber bald Gesellschaft von zwei zu Bänken umgebauten alten Badewannen. „Paul hätte bestimmt kein Kranzabwurf-Denkmal gewollt“, sagt Michael Berninger. Der Geschäftsführer der Culturtraeger GmbH war mit Paul Fröhlich befreundet und hat sich das Projekt „Eine Bank für Paul“ zusammen mit Paula Schwaab ausgedacht. Gerade einmal 47-jährig war Fröhlich vor zwei Jahren bei einem Autounfall in Spanien verunglückt. Seitdem vermissen viele Leipziger den Erfinder zahlreicher humorvoller Traditionsveranstaltungen wie Neujahrssingen, Badewannen- und Seifenkistenrennen oder dem mittlerweile nach ihm benannten Nato-Fußballcup.

Wer sich gerne an den Moderator erinnern möchte, soll jetzt einen schönen Platz dafür bekommen, sagt Berninger: „Wir möchten einen Ort schaffen, an den Leute, die Paul kannten, lieber gehen, als auf den Südfriedhof.“ Den Fockeberg hat er sich ausgesucht, weil er ein Lieblingsplatz von Fröhlich gewesen sei und außerdem einer der schönsten Grünflächen in der Südvorstadt, Pauls Viertel.

Lebensfreude in der Badewanne

Das Inventar für den Erinnerungsort ist beinahe fertig und steht in einer großen Halle auf der Alten Messe. Robert und Lisa Schiller vom Theater Titanick haben zwei alten Badewannen zu zwei Bänken umgebaut. Obwohl die Füße noch fehlen und auch die Sitzfläche aus Eiche noch nicht ganz fertig ist, sitzt es sich schon erstaunlich bequem in dem Kunstwerk. „Einerseits erinnert die Wanne natürlich an das Rennen vor dem Völki. Dort habe ich Paul kennengelernt“, sagt Lisa Schiller. Ehemann Robert ergänzt: „Es geht aber auch darum, dass Genies manchmal in der Badewanne ihre 'Heureka' Momente haben.“

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Dann denkt das Paar an den verstorbenen Freund und beide bekommen einen Klos im Hals. „Paul war ein sehr aktiver Mensch. Oft stellt man erst nach dem Tod von jemandem fest, wie eng man eigentlich mit ihm verbunden war“, sagt Robert Schiller nachdenklich. Fröhlich war Pate von Töchterchen Elsa, die in diesem Jahr drei Jahre alt geworden ist. Beim Bau der Bänke hat sich das Paar dem Freund nahe gefühlt. „Wir haben das quasi mit ihm gebaut. Es steckt die große Portion Lebensfreude drin, die Paul immer verbreitet hat“, sagt Robert Schiller.

Spender gesucht

Neben dem Bäumchen sollen im Spätsommer die Bänke für Paul aufgestellt werden. Quelle: Clemens Haug

Neben den Bänken braucht auch der Platz am Fuß des Fockebergs ein paar Schliffe. Berninger schätzt: „Zwei Arbeitseinsätze mit einem professionellen Landschaftsgärtner werden nötig sein. Außerdem brauchen wir noch eine Verankerung für die Bänke.“ Rund 3000 Euro wird das Projekt insgesamt kosten. Knapp die Hälfte des Geldes wurde schon gespendet. Die andere Hälfte möchte die Stiftung Bürger für Leipzig in diesem Sommer zusammen bekommen. „Paul war einer der engagiertesten Bürger dieser Stadt, die ich kennengelernt hab“, sagt Berninger. Er hofft, dass die Leipziger in Fröhlichs Sinn dabei helfen, den Fuß des Fockebergs in einen schönen öffentlichen Raum zu verwandeln.

Wer für das Projekt „Eine Bank für Paul“ spenden möchte, kann das auf das Konto der Stiftung Bürger für Leipzig tun. Kontonummer ist 110 110 110 1 bei der Sparkasse Leipzig, Bankleitzahl: 860 555 92, Kennwort: Bank. Mehr Informationen auf den Internetseiten der Bürgerstiftung und des Projekts Gärten für Leipzig.

Clemens Haug

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