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Lokales Bagger holt 15 000 Tonnen Schlamm aus dem Leipziger Elsterbecken
Leipzig Lokales Bagger holt 15 000 Tonnen Schlamm aus dem Leipziger Elsterbecken
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18:58 01.02.2018
Hinter dem Palmgartenwehr wird per Bagger der Schlamm aus dem Elsterbecken geholt und auf einen Frachtkahn mit Schubboot verladen. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Schwerlastverkehr auf dem Leipziger Elsterbecken: Voraussichtlich noch bis Ende Februar pendeln auf dem Gewässer zwei Schubverbände, die Schlamm abtransportieren. Geborgen wird er mit einem auf einem Ponton stationierten Bagger im Bereich des Richard-Wagner-Hains und dann auf Schuten verladen. Die Schiffe steuern einen hinter der Landauer Brücke eingerichteten Umschlagstützpunkt an, wo ein Langarmbagger die Fracht auf LKW verlädt. Letztlich landet sie in Absetzgruben in Großzschocher. „Wir holen diesmal rund 15 000 Tonnen Sediment heraus, das sich in der Vergangenheit vor allem hinter dem Palmgartenwehr abgelagert hat“, erklärte Axel Bobbe, der Betriebsleiter der zuständigen Talsperrenmeisterei in Rötha.

Seit langem ist das 1925 für den Hochwasserschutz fertiggestellte und sich rund 2,7 Kilometer hinziehende Elsterbecken ein Problemfall. Aufgrund seiner Breite von rund 155 Metern verlangsamt sich die Fließgeschwindigkeit. Bobbe: „Der Fluss hat dadurch nicht mehr genügend Kraft, um das angespülte Material weiter mitzunehmen.“ Vor allem große Fluten wie die letzte 2013 sorgen für kräftigen Nachschub an Kiesen, Sanden und Tonen aus dem Oberlauf der Weißen Elster, für die die Reise schließlich hinter dem Palmgartenwehr endet. Fachleute sprechen von einem „Geschiebehunger“ des Elsterbeckens.

Ursprünglich war es 2,50 Meter tief, längst ist es zum Flachwasser geraten, in dem die Sedimente zeit- und stellenweise sogar Inseln bilden. Schätzungsweise 800 000 Kubikmeter teils mit Schwermetallen belasteten Schlamms hat das Gewässerareal intus. Mittlerweile gibt es jährlich Bergungsaktionen wie die aktuelle in der winterlichen Vegetationspause. „Wir kratzen da angesichts der Sedimentmassen aber nur an der Oberfläche“, so Bobbe.

Mit wechselnden Technologien wird den Ablagerungen zu Leibe gerückt: In den letzten Jahren kam vorzugsweise das Saugspül-Verfahren zum Einsatz. Ein Schwimmbagger saugte dabei die Sedimente per Rüssel an, über eine im Wasser verlegte Rohrschlange wurden sie dann bis zu einem Absetzbecken in Möckern gepumpt. Diesmal gehen die Fachleute anders vor: Sedimente ausbaggern, verschiffen, auf Laster umladen und zum Abtrocknen nach Großzschocher verfrachten. „Wir konzentrieren unsere Arbeiten jetzt im Sektor zwischen Palmgartenwehr und Zeppelinbrücke. Das dortige Material ist meist so beschaffen, dass es sich schwer pumpen lässt“, erklärte Bobbe die nun gewählte Variante des Aushubs und Schiffstransports.

Auch andernorts auf Leipziger Flur bis hin ins angrenzende Schkeuditz sind Fachleute der Talsperrenverwaltung momentan aktiv. Orkan „Friederike“ hat seine Spuren insbesondere am Unterlauf der Weißen Elster hinterlassen. Bäume wurden zu Treibgut und müssen beräumt werden. Wasserbaulich werde sich in diesem Jahr an der Neuen Luppe einiges tun, kündigte Bobbe an. In den Kanal kommen an mehreren Stellen sogenannte Solschwellen, um eine weitere Erosion des Luppe-Bettes zu verhindern. Schon in den 1930er-Jahren habe es dort solche Mini-Wehre aus Faschinen, also befestigten Holzbündeln, gegeben, berichtete Bobbe.

Von Mario Beck

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