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Lokales Bahntrasse nach Probstheida: Medizincampus will sie so schnell wie möglich haben
Leipzig Lokales Bahntrasse nach Probstheida: Medizincampus will sie so schnell wie möglich haben
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23:59 18.10.2013
Das Herzzentrum der Universität Leipzig in Probstheida. (Archivbild) Quelle: Andr Kempner

Viele Anwohner sehen das Vorhaben weiter kritisch.

Das Stadtplanungsamt hatte am Donnerstagabend in die Aula des Humboldt-Gymnasiums eingeladen, um die mittlerweile neun untersuchten Trassenverläufe zu erläutern und die Meinung der Leipziger zu erfahren. Hunderte nahmen die Einladung an - die Aula des Gymnasiums war bis auf den letzten Platz gefüllt, sogar im Gang drängten sich Besucher. Alle erlebten mit, wie Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) betonte, dass bis zum Bau der neuen Straßenbahntrasse noch viele Jahre vergehen würden, dann aber von einem ranghohen Vertreter des Medizin-Campus' korrigiert wurde: "Wir haben nicht zehn Jahre Zeit, über eine Verbesserung zu reden", stellte Martin Jonas, Geschäftsführer der Herzzentrums, klar. "Aus meiner Sicht ist der Bedarf jetzt schon gegeben. Die heutige Anbindung ist indiskutabel." Derzeit würden jährlich 165 000 Patienten die medizinischen Einrichtungen auf dem Campus-Gelände nutzen; für sie und die 2500 Beschäftigten gebe es lediglich 1100 Autostellplätze. "Wir sind wirtschaftlich ein sehr, sehr gesunder Standort", betonte Jonas und deshalb sei auch davon auszugehen, dass nach einem Eigentümerwechsel der Ausbau der medizinischen Einrichtungen fortgesetzt wird.

In der Diskussion erhielt Jonas von Angehörigen der Patienten und von Beschäftigten der Kliniken Rückenstärkung. Der Campus, zu dem neben dem Herzzentrum das Parkkrankenhaus und die Soteria-Klinik gehören, sei "für ganz Leipzig" wichtig und deshalb dürfe die Entscheidung über die Straßenanbindung nicht allein von den Probstheidaern getroffen werden. Gebraucht werde eine Direktverbindung von der Leipziger Innenstadt zum Klinikum - ohne Umsteigen. Gleichzeitig wurde ein ganzheitliches Verkehrskonzept gefordert: Neben der Straßenbahnstrecke seien ebenso Verbesserungen für Autofahrer notwendig. Auch ein Schnellradweg von der City zum Campus wurde gefordert.

Anwohner aus Probstheida forderten dagegen, statt der Straßenbahnen moderne Busse einzusetzen. Angeregt wurde der Aufbau einer Elektrobusflotte und die Einrichtung eines Testgebiets in Probstheida. Wieder andere ermahnten die Stadtplaner, bei der Bewertung der Straßenbahn-Varianten die Belange der Natur nicht über die der Menschen zu stellen. Gleichzeitig wurde eine zügige Entscheidung gefordert, um Investitionssicherheit zu schaffen.

Die aktuellen Trassen-Varianten sind im Internet unter www.leipzig.de zu finden. Eine Ausstellung mit den Varianten ist von Montag bis zum 8. November in der fünften Etage des Neuen Rathauses zu sehen: Zeitgleich sollen die Pläne auch auf dem Campus ausgestellt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.10.2013

Andreas Tappert

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