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Lokales Balloon Fiesta wird zum Fiasko: Zukunft des Leipziger Ballontreffens steht auf der Kippe
Leipzig Lokales Balloon Fiesta wird zum Fiasko: Zukunft des Leipziger Ballontreffens steht auf der Kippe
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14:31 29.07.2013
Hat es sich in Leipzig ausgeglüht? Die Zukunft der Balloon Fiesta steht auf der Kippe. Am neuen Standort auf der Festwiese blieben am Wochenende die Besucherströme wie in den Vorjahren aus. Quelle: Volkmar Heinz
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Leipzig

„Wir müssen darüber nachdenken, ob Aufwand und Nutzen noch in einem gesunden Verhältnis stehen“, erklärt Wohlfahrt am Montag im Gespräch mit LVZ-Online. Einen Umzug von der Festwiese zurück nach Lößnig, wo einst mehr als 100.000 Besucher bei freiem Eintritt die Ballone bestaunten, schließt er aus.

Erst zu wenig Wind, dann zu viel Hitze und schließlich Gewitter: Nur drei Mal konnten die insgesamt 35 auch aus dem Ausland angereisten Ballonfahrer-Teams am Wochenende in die Luft gehen. Zwei von fünf Starts – am Donnerstag- und Samstagabend – mussten wetterbedingt abgesagt werden. Mit Ballonglühen, Brennerparade und einem bunten Rahmenprogramm versuchten die Veranstalter dennoch, die Besucher anzulocken. Doch viele Leipziger lagen bei der Gluthitze von bis zu 36 Grad lieber am See.

Mehrere Tausend Besucher weniger

„Vielleicht ist das Thema nach 19 Jahren in Leipzig durch“, zieht Wohlfahrt beim Abbau auf der Festwiese am Montag ein enttäuschtes Resümee. Auf das Areal vor der Red-Bull-Arena strömen an den vier Tagen deutlich weniger Besucher als im vergangenen Jahr. Kamen 2012 noch 15.000 Menschen, waren es in diesem Jahr laut Wohlfahrt mehrere Tausend weniger. Genaue Zahlen sollen erst im Laufe der Woche feststehen. Vor dem Umzug waren jedoch jährlich mehr als 100.000 Ballonfans an den Silbersee in Lößnig gekommen – damals noch kostenlos.

Am Eintritt von fünf Euro, der seit zwei Jahren erhoben wird und bei vielen langjährigen Gästen auf Kritik stieß, will Wohlfahrt festhalten. „Mir sind 5000 zahlende Besucher lieber als 100.000, die nichts reinbringen“, sagt der 51-Jährige klar und deutlich. „Ich heiße zwar Wohlfahrt, aber die bin ich nicht.“ Ihm fehlt ein finanzkräftiger Hauptsponsor, um die Kosten von 250.000 Euro für das Festival zu decken. Wie groß der Verlust in diesem Jahr war, dazu will er lieber keine Angaben machen.

Festival-Ort und Termin auf dem Prüfstand

Das Konzept der International Balloon Fiesta soll nun komplett auf den Prüfstand gestellt werden – auch einen Rückzug aus Leipzig schließt Wohlfahrt nicht aus. Der Termin Ende Juli werde ebenso diskutiert wie der Standort. „Für die Passagiere ist die Festwiese allerdings die beste Wahl“, betont der Fiesta-Chef. Nur von hier aus seien Fahrten über die Innenstadt möglich – was gleichzeitig Probleme mit sich bringt. Bei mangelndem Wind kommen die Ballons nicht vom Fleck, müssten notfalls in der City landen – ein Sicherheitsrisiko.

Das war am Stadtrand in Lößnig unkomplizierter – doch die von vielen Stammbesuchern gewünschte Rückkehr zum alten Standort lehnt Wohlfahrt ab. „Das ist kein Thema. Die Bäume rundherum sind inzwischen zu hoch gewachsen, die Fläche ist zu beengt. Auch logistisch lässt sich das nicht mehr bewerkstelligen“, erklärt der Veranstalter.

Zwei Jahre Wartezeit auf einen Ballonflug

Nur selten waren die Heißluftballone am Wochenende so zahlreich über der Stadt zu sehen. Quelle: Volkmar Heinz

Im Vergleich zum Vorjahr gab es aber auch gute Nachrichten: So viele Ballon-Sonderformen wie noch nie waren in Leipzig zu sehen. Zudem konnten insgesamt mehr Fahrten als im wettertechnisch katastrophalen Vorjahr stattfinden. „Wir haben insgesamt über 80 Passagiere befördert, 2012 waren es nur 45“, berichtet der Veranstalter.

Einige Ballonfans hatten schon seit zwei Jahren auf ihre Fahrt gewartet – erst danach wird ihnen laut Vertrag das Geld zurückerstattet. Die Besucher, die diesmal nicht in die Luft gehen konnten, wurden auf die nächsten Wochen oder die 20. Auflage des Festivals nächstes Jahr vertröstet – wenn es die Balloon Fiesta dann noch gibt.

Robert Nößler

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