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Lokales Basar mit Kunsthandwerk aus aller Welt im Leipziger Grassi-Museum
Leipzig Lokales Basar mit Kunsthandwerk aus aller Welt im Leipziger Grassi-Museum
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12:05 03.11.2016
Michael Schaal bietet Kunsthandwerk aus Mexiko an. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Die kunstvoll gefertigten Mützen hat ihre Mutter gestrickt: „Ich fahre in mein Dorf Paccha nach Peru, um neue Produkte zu holen“, erzählt Clotilde Gonzales-Ziegenrücker, die in Leipzig lebt. Sie gehört zu den 22 Händlern, die zum Basar ins Leipziger Grassi Museum für Völkerkunde am Johannisplatz eingeladen worden sind. Bis Sonntag bieten sie dort ein sorgsam ausgewähltes Angebot an. „Wir achten darauf, dass wir nur Händler einladen, die den fairen Handel in der Welt unterstützen“, betont Ute Uhlemann, die Marketingfachfrau des Museums. Die meisten Produkte wurden in Familienbetrieben und kleinen Werkstätten hergestellt. Uhlemann ist stolz darauf, dass der Basar vom Museum ohne Agentur selbst organisiert wird – in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal. Ein Schwerpunkt liegt diesmal auf Textilien. Gewebte, bestickte oder gefilzte Stoffe, die zu aparter Bekleidung und dekorativen Wohnaccessoires verarbeitet worden sind, können erworben werden. Das liegt auch an der aktuellen Sonderschau „Gewebte Zeit“, die am Sonntag mit einer Finissage endet. So gibt es beispielsweise guatemaltekische Textilien aus neuen und recycelten Stoffen.

Michael Schaal hat es Mexiko angetan. Dorthin reist er zwei- bis dreimal im Jahr, um neues Kunsthandwerk zu holen. Alebrijes heißen die farbenfrohen Fabelwesen und Tierfiguren, die er anbietet. „Sie werden aus dem Holz des Copal-Baumes gefertigt, dessen Harz noch heute bei rituellen Zeromonien der Indigenas geopfert werden“, erklärt er. Er hat aber auch handgewebte Teppiche oder diverse Modeartikel im Angebot.

Wer an den Ständen entlangschlendert, findet viel Kreatives und Nützliches. Leder- und Flechtarbeiten, Schnitzkunst und handgenähte Puppen, aber auch Musikinstrumente und erlesene Gewürze, die einen neuen Geschmack in die heimische Küche bringen können. „Bei einigen Ständen können die Besucher selbst kreativ werden und beispielsweise individuelle Schmuckstücke mit farbenfrohen Recycling-Glasperlen aus Ghana anfertigen oder auf Bernsteinsuche gehen“, erzählt Afrikanistin Friederike Brandenburger, die den Basar organisiert. Neben dem Verkauf der Produkte wollen die Händler über Arbeitstechniken und -bedingungen informieren. Seinen Abschluss findet der Basar am Sonntag in Kombination mit dem Grassi-Fest. Die drei Museen laden dann zu einem Familienprogramm mit Musik, Tanz, Ausstellungsrundgängen sowie Informations- und Verkaufsständen ein. Zur Finissage der Sonderausstellung „Gewebte Zeit“ bietet das Völkerkundemuseum Kurzführungen an und lädt zu Bewegungsaktionen sowie einer Rallye ein, bei der am Ende eine Piñata geschlagen wird. Geplant sind eine Lesung von Susan Hastings aus ihrem neuen Buch „Episoden um Christian Fürchtegott Gellert“ (anlässlich seines 300.Geburtstags) sowie eine Führung über den Alten Johannisfriedhof unter dem Motto „Von Gellert bis Grassi“. Geöffnet ist 10 bis 18 Uhr. Zum Basar ist Freitag und Sonnabend der Eintritt frei. Zum Grassi-Fest zahlen Erwachsene sechs Euro, bis 18 Jahre ist frei.

Von Mathias Orbeck

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