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Basecap und Parfüm überführen Räuber

Basecap und Parfüm überführen Räuber

Dabei beteuerte der Angeklagte gestern bis zum Schluss: "Ich bin es nicht gewesen. Wie berichtet, war Maik P. bereits Mitte 2012 wegen dieses bewaffneten Übergriffs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

en. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob, nachdem Verteidigerin Elke Eßbach Revision eingelegt hatte, die Entscheidung aufgrund "einer lückenhaften Beweiswürdigung" jedoch komplett wieder auf und verwies den Fall an eine andere Strafkammer zur Neuverhandlung zurück.

Doch auch die Richter gestern hielten wie bereits ihre Kollegen bei der ersten Verhandlung ein Basecap für das wichtigste Beweisstück. Das war unmittelbar nach dem Überfall unweit des Tatortes, in der Tschaikowskistraße, entdeckt worden. Daran sicherten die Ermittler die DNA-Spuren von Maik P., einem seit Jahren guten Bekannten von Polizei und Justiz. Nicht nur, dass in seinem Sündenregister 20 Vorstrafen aufgelistet sind, unvergessen ist auch seine spektakuläre Aktion, als er 1999 als Gefangener in Alufolie verpackte Rasierklingen schluckte. Von Komplizen wurde daraufhin der Transporter bei der Fahrt ins Haftkrankenhaus überfallen - und P. befreit.

Im aktuellen Fall hält ihn die 6. Strafkammer zudem wegen des starken Parfümgeruchs am Basecap für überführt. Zumal jene Leipzigerin, bei der P. zur Tatzeit untergetaucht war, gestern wiederum bestätigte, dass sich ihr Gast mit ihrem Lieblingsparfüm - Sun von Jil Sander - massiv eingesprüht hat. Als weitere objektive Spur bezeichnete der Vorsitzende Richter Jens Kaden außerdem eine Plastiktüte, die im Kassenbereich des überfallenen Geschäfts gefunden worden war. Auch daran - und zwar am Griff - habe sich die DNA des Angeklagten befunden. Maik P., der zur Tatzeit heroinabhängig war, habe unter starkem Druck gestanden, Geld für neuen Stoff zu besorgen, so Kaden. Auch Staatsanwältin Susann Lenz plädierte gestern auf schuldig; Verteidigerin Elke Eßbach hingegen auf Freispruch. Sie hielt den Zusammenhang zwischen Tatort und Basecap für konstruiert und verwies darauf, dass die drei Ladenangestellten ihren Mandanten nicht erkannt und die Kopfbedeckung des Täters vielmehr als dunkel beschrieben hätten. Das in Rede stehende Basecap sei jedoch gelb. Eßbach kündigte erneut Revision an.

Im Vergleich zur Prozesserstauflage setzten die Richter die Strafe gestern auf fünfeinhalb Jahre Haft herab. Gründe dafür waren vor allem die lange zurückliegende Tat sowie die aufgrund der Drogensucht verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten. Da noch eine Vorstrafe mit einbezogen wurde, lautete am Ende die Sanktion: fünf Jahre und elf Monate Haft sowie Anordnung einer Langzeittherapie.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.03.2013

Kreuz, Sabine

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