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Lokales Bau der Bornaischen Brücke in Leipzig wird deutlich teurer
Leipzig Lokales Bau der Bornaischen Brücke in Leipzig wird deutlich teurer
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15:55 17.07.2015
Die neue Bornaische Brücke hat eine Spannweite von 45 Metern. Sie ist als Einfeldbrücke konzipiert und besitzt deshalb keine zusätzlichen Stützen in der Mitte. Durch die Verwendung von Spannstählen entsteht ein sehr schlanker Überbau. Sein Beton wurde bereits von Sprayern besprüht. Quelle: André Kempner

Der Stadtrat hat die Mehrkosten von knapp 1,6 Millionen Euro - 19 Prozent der Gesamtbudgets - bereits akzeptiert.

Dem Rat blieb auch nichts anderes übrig. Denn die Konstruktion ist schon 21 Monate gekappt und muss so schnell wie möglich fertig werden. Zur Erinnerung: In der parallel verlaufenden Bundesstraße 2 - die derzeit den größten Teil des Umleitungsverkehrs der Bornaischen Brücke aufnimmt - gibt es ebenfalls Reparaturstau. Dort sollte die Agra-Brücke ursprünglich in diesem Jahr abgerissen werden, weil in der Konstruktion Spezialstahl rostet (die LVZ berichtete). Damit die Agra-Brücke wenigstens noch bis zur Wiederinbetriebnahme der Bornaischen Brücke durchhält, wurden ihre Fahrspuren bereits deutlich eingeengt und die Geschwindigkeit auf der Konstruktion reduziert.

Die Kostenexplosion der Bornaischen Brücke ist nach Angaben der Stadt unter anderem den fehlerhaften Bauakten der alten Brücke geschuldet. Diese wurden genutzt, weil ein Teil der alten Brücke zu einer Behelfskonstruktion umgebaut werden musste, um den Straßenbahnbetrieb zu sichern. Wegen der Abweichungen zwischen dem alten Bauwerk und den Bestandszeichnungen hätten diverse zusätzliche Leistungen veranlasst werden müssen, heißt es jetzt.

Darüber hinaus gab es Schätzungsfehler bei punktuellen Baugrunduntersuchungen, die vor dem Projektstart Auffälligkeiten im Boden ergeben hatten. Die tatsächlichen Mehrkosten hätten weitaus höher gelegen, als damals geschätzt worden war, heißt es. So sei insbesondere beim Bau der an die Brücke grenzenden Bereiche der Bornaischen Straße von der Prinz-Eugen- bis zur Lichtensteinstraße festgestellt worden, dass die für den Neuaufbau notwendige Grundstabilität des Bodens in weitaus größeren Bereichen fehlte als angenommen. Dort habe ein 50 Zentimeter starker Bodenaustausch im gesamten Straßen- und Gleisbereich vorgenommen werden müssen. Auch der Kontaminationsgrad des Bauareals sei höher als angenommen gewesen. Es habe erheblich mehr Aufwand betrieben werden müssen, um Erdmassen zu entsorgen und so einen Bodenaustausch vorzunehmen.

Zusätzliche Kosten wurden auch durch die netzergänzenden Arbeiten für den Leipziger City-Tunnel verursacht. Denn die Bauabläufe des Brückenbau-Vorhabens mussten mit denen abgestimmt werden, die an den S-Bahn-Gleisen unter der Brücke abliefen. Es habe zum Beispiel trotz eines starken Wintereinbruchs gearbeitet werden müssen, weil ein Fertigstellungstermin von elementarer Bedeutung für die Inbetriebnahme des City-Tunnels gewesen ist, heißt es. Die Brückenplaner hätten deshalb Winterbauarbeiten veranlassen müssen, was die Kosten in die Höhe getrieben habe.

Die Baufirmen haben die sich daraus ergebenden Chancen ebenfalls genutzt und finanzielle Nachschläge angemeldet: Da die zusätzlichen Leistungen den vertraglich vereinbarten Bauablauf verändert hatten, reichten sie - rechtlich zulässig - Mehrkostenanzeigen wegen "gestörten Bauablaufs" ein. Die Stadtverwaltung will jetzt versuchen, für die Mehrkosten zusätzlich Fördermittel beim Freistaat einzuwerben. Andreas Tappert

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.10.2013

Andreas Tappert

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