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Lokales Bau der Leipziger Markthalle verzögert sich – neue Straße auf dem Leuschner-Platz geplant
Leipzig Lokales Bau der Leipziger Markthalle verzögert sich – neue Straße auf dem Leuschner-Platz geplant
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17:45 15.02.2012
Einkaufen in der neuen Markthalle: So könnte das Gebäude auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig einmal von innen aussehen. Quelle: Markthalle GmbH
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Leipzig

Dies geht aus einem Verwaltungspapier der Stadt hervor, welches durch die Bürgermeisterrunde bestätigt wurde.

Der potenzielle Investor, die Leipziger Markthalle GmbH, zeigte sich am Dienstag enttäuscht über den erneuten Aufschub. „Es macht den Eindruck, dass das Projekt in der Stadtverwaltung nicht die höchste Priorität genießt“, sagte Geschäftsführer Klaus Behnke. Das Tochterunternehmen der Leipziger Stadtbau AG sucht bereits seit Mitte 2010 Mietinteressenten für das geplante Einkaufszentrum in der südlichen Innenstadt. „Wir haben 50 Interessensbekundungen von Händlern aus Leipzig und der Region“, so Behnke. Für einen kleinen Supermarkt, der ebenfalls entstehen soll, gebe es bereits drei Bewerber, darunter auch Konsum Leipzig. 

Markthallen-Bau kann frühestens 2013 beginnen

Ob die Markthalle GmbH den Zuschlag für das Grundstück erhält, ist jedoch noch offen. Zunächst muss die Stadt das auf einen Wert von etwa zwei Millionen Euro geschätzte Areal zum Verkauf ausschreiben – was nun mindestens bis zum Sommer aufgeschoben wurde. Dann wird ein Entwurf für das neue Einheitsdenkmal gekürt, welches bis 2014 auf dem westlichen Wilhelm-Leuschner-Platz entstehen soll. Dieser wird dann in "Platz der Friedlichen Revolution" umbenannt.

Baustart für die Markthalle könnte somit frühestens 2013 sein. „Das ergibt ja auch Sinn“, zeigte Behnke Verständnis für den neuen Fahrplan hinsichtlich des Denkmals. „Wenn man realistisch ist, muss man für die Fertigstellung der Markthalle jetzt 2014 als Termin ins Auge fassen.“

Kritik am Vorgehen der Stadtverwaltung kommt von Grünen-Stadtrat Ingo Sasama. Er hatte eine sofortige Ausschreibung des Grundstücks gefordert, um den bereits 2008 vom Stadtrat beschlossenen Bau der Markthalle am historischen Standort zwischen Roßplatz und Windmühlenstraße zeitnah umzusetzen. „Das Ganze wird seit Jahren verschleppt. Ich habe die Sorge, dass sich durch das lange Warten die Halle am Ende ganz erledigt“, so Sasama.

Ostseite des Wilhelm-Leuschner-Platzes wird umgestaltet

Die Ostseite des Wilhelm-Leuschner-Platzes soll dem nach den Plänen der Stadt umgestaltet werden. Zwischen der verlängerten Leplay- und Brüderstraße entsteht die neue Markthalle. Quelle: Copyright Stadt Leipzig

Neben einem neuen Zeitplan sieht der Verwaltungsstandpunkt, der in der Dienstberatung von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) bestätigt wurde, auch eine Neugestaltung des östlichen Wilhelm-Leuschner-Platzes vor. Danach soll für den Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Markthalle nicht die gesamte historische Fläche zur Verfügung stehen, sondern nur etwa 80 Prozent in der Mitte des Platzes.

Geplant sei auch eine Verlängerung der Leplaystraße nach Westen, um das Areal zusammen mit der Brüderstraße in "drei hochwertige Innenstadtblöcke" zu teilen, die separat vermarktet werden sollen, heißt es von Seiten der Stadt. Auf dem mittleren Grundstück entsteht die Markthalle, nördlich und südlich davon ist eine Bebauung mit Wohn- oder Geschäftshäusern angedacht. Eine zusätzliche Querung der Grünwewaldstraße für Autos ist nicht vorgesehen.

Mit der um ein Fünftel verkleinerten Baufläche kann die Markthalle GmbH gut leben. „Wichtig ist uns vor allem der historische Standort. Es war von Anfang an klar, dass eine heutige Markthalle nicht die Dimension von 8000 Quadratmetern haben kann“, erklärt Klaus Behnke. Stattdessen sei etwa nur eine halb so große Nutzfläche geplant. Ver- und Entsorgungsbereiche könnten unterirdisch entstehen, ebenso wie Parkplätze und Warenlager.

Erlebniseinkauf nach historischem Vorbild

Die historische Markthalle am Wilhelm-Leuschner-Platz wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Jetzt soll sie an gleicher Stelle wiederaufgebaut werden. Quelle: Markthalle GmbH

Dem Konzept des Investors zufolge soll die dreischiffige und etwa 15 Meter hohe Markthalle ihren Besuchern einen Erlebniseinkauf ermöglichen. Ein Frischmarkt mit kulinarischen Angeboten und Probierständen werde mit regionalem Kunsthandwerk, gastronomischen Einrichtungen, Kulturangeboten und regelmäßigen Veranstaltungen kombiniert, so Behnke.

Die Halle solle den Freiluftmarkt in der Innenstadt nicht verdrängen, sondern ergänzen, betont Grünen-Stadtrat Sasama. „Wir wollen einen Treffpunkt für die Bewohner der Stadt und ihre Besucher schaffen“, kündigt Behnke an und hat dabei neben dem historischen auch ein Münchner Vorbild: „Es soll so etwas wie ein kleiner Viktualienmarkt für Leipzig entstehen.“

Robert Nößler

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