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Bauabschluss für Leipziger Paulinum gefeiert

Acht Jahre verspätet Bauabschluss für Leipziger Paulinum gefeiert

Mit rund 300 Gästen und acht Jahren Verspätung ist in Leipzig der Bauabschluss für das Paulinum gefeiert worden. Es handelt sich um den Nachfolgebau der 1968 gesprengten Universitätskirche.

Am Mittwoch wurde die Baufertigstellung des Leipziger Paulinums gefeiert.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Das neue Paulinum am Augustplatz hat am Mittwoch seinen ersten Besucheransturm erlebt: Rund 300 geladene Gäste aus Politik und Wirtschaft kamen zur Bauabschlussfeier, mit der der Freistaat das Ende der Bauarbeiten am neuen Campus der Universität feierte. Universitätsmusikdirektor David Timm ließ beide Orgeln erklingen und Uni-Kustos Rudolf Hiller von Gaertringen ließ die Glaswand einfahren, die aus Klimagründen den Altarraum vom Aula-Bereich trennt. Das Paulinum war dadurch zum ersten mal in seiner ganzen Pracht erlebbar. Eingeladen hatte Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU).

Die Neugier auf das spektakuläre Bauwerk hatte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) nach Leipzig gelockt. Uni-Rektorin Beate Schücking und Leipzigs US-Konsul Timothy Eydelnant waren gekommen, ebenso Architekt Erick van Egeraat sowie Bundestags- und Landtagsabgeordnete. Nicht unter den Gästen war Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) – er war in der Ratssitzung, die zeitgleich stattfand.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte es Kritik an der Liste der Eingeladenen gegeben. Kritisiert wurde nicht nur, dass Kirchenvertreter aus Leipzig nicht dabei waren und Rektorin Schücking nicht auf der Rednerliste stand. Es gab auch den Vorwurf, die CDU habe aus der Baustellenfeier eine Wahlkampfveranstaltung gemacht. Offenbar schwenkte die CDU noch kurzfristig ein: Rektorin Schücking durfte die Gäste begrüßen; das war so ursprünglich nicht vorgesehen.

Acht Jahre verspätet ist am Mittwoch die Baufertigstellung des Leipziger Paulinums gefeiert worden. Mit dabei waren unter anderem der Architekt des Bauwerks und Sachsens Ministerpräsident.

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Wer gekommen war, konnte sich davon überzeugen, dass die Klangfülle der neuen großen Jemlich-Orgel gewaltig ist und dass auch die kleinere Schwalbennestorgel das gesamte Paulinum angenehm füllen kann. Im Mittelpunkt des Interesse standen ebenfalls die Glassäulen, deren anspruchsvolle Fertigung den Abschluss der Bauarbeiten über ein Jahr verzögert hatten: Sie tauchten den Neubau in ein warmes Licht; und die wegen der aufwendigen Fertigung relativ breiten Fugen der Konstruktionen waren kaum wahrnehmbar.

Ministerpräsident Tillich betonte, dass die Universität mit ihrem neuen Campus wieder „ein markantes Gesicht“ erhalten hat. Die in der DDR angewiesene Sprengung der alten Kirche – des Vorgängerbaus des neuen Paulinums – habe sich tief ins Gedächtnis der Stadtgesellschaft eingebrannt. „Es ist nicht gelungen, Glaube und Wissen zu trennen“, so Tillich. „In diesem Raum kommt wieder beides zusammen.“

Gleichzeitig betonte Tillich, dass für den Freistaat nie die Kosten des Bauwerks im Mittelpunkt gestanden hätten. Das neue Paulinum sei von Beginn an als Zeichen für jene gedacht gewesen, die sich in der DDR nicht einsperren lassen wollten, Widerstand leisteten. Der Neubau stehe deshalb insbesondere „für die Menschen, die an der Grenze ihr Leben ließen und in DDR-Zeiten für ihren Widerstand mit Gefängnis bestraft wurden“. Das Paulinum sei vielen zu verdanken. „Wenn es den Paulinerverein nicht gäbe, säßen wir heute nicht hier“, sagte er. Der Neubau sei „nicht nur sehr gut geworden, sondern wunderbar“, befand Tillich. Sachsen habe ein „einmaliges“ Bauwerk mehr“.

Ministerin Wanka zeigte sich ebenfalls beeindruckt. Der Bau sei „imponierend“, befand sie und nannte die Diskussion darüber, ob es sich um eine Aula oder eine Kirche handelt, „normal“. „Ich wünsche mir, dass hier ein Ort der Diskussion und Toleranz entsteht“, sagte sie und betonte, dass Sachsen bundesweit den zweithöchsten Anteil an ausländischen Studenten hat.

Einblicke ins Paulinum der Universität Leipzig. Die Räumlichkeiten sollen am Mittwoch fertiggestellt werden. Es folgt eine feierliche Eröffnung.

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Finanzminister Unland dankte den Bauleuten und erinnerte an jene, die sich bei den Arbeiten verletzt haben, ebenso an einen tödlichen Unfall 2009. Die Gesamtkosten des Campus-Neubaus seien mit rund 255 Millionen Euro deutlich höher ausgefallen als veranschlagt, räumte er ein und kündigte die erneute Einsetzung einer Kanzelkommission an. Sie soll herausfinden, ob und wenn ja wie die aus der Paulinerkirche gerettete Kanzel im Neubau angebracht wird. Dafür ist bereits eine Glassäule vorgesehen, die dafür statisch vorbereitet wurde.

Andreas Tappert

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