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Bauarbeiten in früherer Leipziger Hauptpost starten

Stadt genehmigt Gesamtprojekt Bauarbeiten in früherer Leipziger Hauptpost starten

Die Stadt Leipzig hat jetzt die Baugenehmigung für die Wiederbelebung der alten Hauptpost am Augustusplatz erteilt. Damit sei die letzte große Hürde für das Vorhaben im Umfang von mehr als 100 Millionen Euro übersprungen, erklärte Jörg Zochert gegenüber der LVZ.

Entwurf für die neue, alte Hauptpost am Leipziger Augustusplatz. (Archiv)

Quelle: Fuchshuber & Partner

Leipzig. Die Stadt Leipzig hat jetzt die Baugenehmigung für die Wiederbelebung der alten Hauptpost am Augustusplatz erteilt. Damit sei die letzte große Hürde für das Vorhaben im Umfang von mehr als 100 Millionen Euro übersprungen, erklärte Jörg Zochert gegenüber der LVZ. Laut dem Sprecher des Leipziger Projektentwicklers KSW gilt der positive Bescheid für alle fünf geplanten Bauabschnitte. Wie berichtet, hatte dieses Unternehmen vor zweieinhalb Jahren das 13.400 Quadratmeter umfassende Areal von der Grand City Hotels GmbH aus Berlin gekauft. In östlicher Richtung erstreckt es sich bis zur Querstraße.

"Am 1. Oktober wollen wir mit dem nicht-statischen Abbruch beginnen", erläuterte Zochert. Zunächst würden Wand- und Deckenverkleidungen, Bodenbeläge, Türen, Lampen und dergleichen entfernt, auch die Baustelleneinrichtung geschaffen. Mit Rücksicht auf den Weihnachtsmarkt starte der Abriss des alten Gebäudes am Grimmaischen Steinweg jedoch erst in der ersten Januar-Hälfte 2016. Dann werde zuerst das nicht unter Denkmalschutz stehende frühere Telegrafenamt zeitweilig aus dem Stadtbild verschwinden. Dieser Altbau wird durch einen Neubau ersetzt, der genau die gleichen Ausmaße haben wird.

An der 1961 bis 1964 errichteten Hauptpost kehre die vielgelobte Aluminium-Vorhang-Fassade nach einer vorübergehenden Demontage originalgetreu zurück. Sie gelte als herausragendes Zeugnis der Architektur der Sechzigerjahre und stehe unter Denkmalschutz, so der Sprecher. Auch der historische Schriftzug "POST", eine meterhohe Uhr sowie eine aus Stahl geformte Postfrauen-Figur, die einst die Schalterhalle schmückte, seien künftig am Augustusplatz zu sehen.

Die riesige Postbotin soll zugleich auf eine neue, breite Treppe durch das Gebäude-Ensemble hinweisen, über welche Fußgänger auf einen zentralen Campus im ersten Obergeschoss gelangen können. Dieser nicht überdachte Raum reicht bis zu einem Fünfzigerjahre-Bau im Hof und wird mit begrünten Terrassen, Holzbänken, kleinen Wasserflächen und Skulpturen gestaltet. "Wir schaffen dort eine sehr hohe Aufenthaltsqualität, eine Oase der Ruhe mitten in der City", sagte Zochert. "Als Ideengeber diente der High Line Park in New York." Den Entwurf für den Campus habe das Büro für Landschaftsarchitektur Fagus/Seelemann aus Markkleeberg erstellt, welches auch schon Brachflächen an der New Yorker Hochbahn umgestaltet hat.

Der Abriss dauere etwa sechs Wochen. Dabei soll auch ein Notstromaggregat für einen Sendemast der Telekom versetzt werden. Das Landesamt für Archäologie führe keine eigenen Grabungen durch, betreue das Projekt nur baubegleitend, weil auf dem in der Geschichte mehrfach überbauten und im Zweiten Weltkrieg zerbombten Gelände kaum mit wichtigen Funden gerechnet werde, so KSW weiter.

Bagger starten am alten Telegrafenamt

Voraussichtlich im April soll der Bau einer zweistöckigen Tiefgarage mit mehr als 300 Stellplätzen beginnen. Sie führt von der Einfahrt am Grimmaischen Steinweg in einem Bogen hinter der Hauptpost entlang in Richtung Ausfahrt an der Querstraße. Anstelle des früheren Telegrafenamtes entsteht im Anschluss ein Budget Design Hotel mit fast 300 Zimmern. Die neue Hauptpost wird Firmenbüros, zahlreiche Studentenappartements und Geschäfte wie einen großen Möbelhandel aufnehmen. Die einstige Fernsprechhalle wird künftig als privat betriebene "Mensa" im Original-Ambiente weiter genutzt. Auf dem Dach ist ein gläserner Aufbau geplant, der Konferenz-Räume sowie eine "Sky-Bar" mit Blick auf den Augustusplatz aufnehmen soll. Um die Höhe dieses Aufbaus gab es Meinungsverschiedenheiten mit Denkmalschützern, die zu monatelangen Verzögerungen und schließlich einer Verringerung der genehmigten Höhe von 5,95 auf 5,30 Meter führten (LVZ berichtete).

In den beiden letzten Bauabschnitten kommen auf einer Brachfläche an der Querstraße ein Reha-Zentrum und eine Klinik samt Operationssaal und MRT hinzu. Die Klinik mit einem edel ausgestalteten, gemeinsamen Foyer soll gezielt auch gut betuchte Patienten aus dem Ausland ansprechen. Bis zum Sommer 2018 wird alles fertig sein, so KSW.

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