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Lokales Bauernbrücke: Scheitert Provisorium am Auensee an 20.000 Euro?
Leipzig Lokales Bauernbrücke: Scheitert Provisorium am Auensee an 20.000 Euro?
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00:36 07.04.2018
Bauernbrücke Wahren am Auensee in Leipzig Foto: Andre Kempner Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Ostern startete die Parkeisenbahn am Auensee in die neue Saison. Und die begann gleich mit einem Ärgernis. Denn die Bauernbrücke über die Weiße Elster auf der Straße „Am Hirtenhaus“ – für viele Bewohner von Wahren, die zu Fuß ins Naherholungsgebiet kommen, der kürzeste Weg zum Auensee – darf seit November nicht betreten werden. Wegen Baufälligkeit infolge starken Pilzbefalls. Frühestens im kommenden Jahr steht sie wieder zur Verfügung (die LVZ berichtete). Solange müssen die Wahrener über die stark befahrende Rittergutsstraße laufen. „Teilweise ohne Fußweg“, kritisiert Stadtrat Konrad Riedel (CDU), „und bedeutend weiter.“ Besonders betroffen: Kindergruppen und Bewohner zweier nahe der Bauernbrücke gelegener Seniorenheime.

 Die Senioren-Union hat deshalb mit Brückenexperten des Technischen Hilfswerks (THW) untersucht, ob kurzfristig eine Behelfsbrücke die Lage am Auensee entspannen könnte und daraufhin der Stadt eine Lösung angeboten. Doch über die Antwort aus dem Baudezernat ist nicht nur Riedel verärgert: „Der Bürgerverein Möckern-Wahren und der Stadtbezirksbeirat Nord-West sehen dies ähnlich.“ Die Stellungnahme des Baudezernats zum Lösungsvorschlag „verdreht die Tatsachen und arbeitet nur auf Ablehnung hin“. „Für die Parkeisenbahn ist das existenzbedrohend“, argwöhnt Riedel.

Worum geht es?

Die Stadt hatte die Ablehnung einer Übergangslösung für dieses Jahr damit begründet, dass durch die Inanspruchnahme von privaten Grundstücken, Planungsmehraufwand und Umweltschutzuntersuchungen eine Behelfsbrücke auch nicht schneller verfügbar wäre als der ohnehin für das Frühjahr 2019 geplante Neubau der Fußgänger- und Radfahrerbrücke. Zudem sei so eine Behelfsbrücke 25 Tonnen und damit fast doppelt so schwer wie die aktuelle hölzerne Bauernbrücke.

„Das ist Unfug“, entgegnet Riedel. „Der zuständige Mitarbeiter im Verkehrs- und Tiefbauamt hat sich nicht mal die Mühe gemacht, beim THW nachzufragen. Dort hätte er erfahren, dass die Behelfsbrücke zirka 13 Tonnen wiegt und damit der Belastung durch die Ersatzneubaubrücke entspricht.“ Bernhard Kny, der früher für das THW arbeitete: „Wir haben einen Kostenvoranschlag gemacht. Das Provisorium würde alles in allem 20.000 Euro kosten, es müssten nur die Querträger angefertigt werden, der Rest ist da. Wenn die Stadt heute sagen würde ,Ja, wir machen das’, würden die freiwilligen Helfer des THW die Behelfsbrücke in vier Wochen an einem Wochenende hinstellen.“

Den ganzen Vorgang hat die Senioren-Union nun in einem Brief an Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) dokumentiert. Nur er könne jetzt noch eine gute Lösung für die Wahrener bewirken. „Der Mitarbeiter im Verkehrs- und Tiefbauamt“, so Riedel, „hatte offenbar nur einen Auftrag: unseren Lösungsvorschlag abzulehnen.“

Von Klaus Staeubert

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