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Baulärm lässt Leipziger Uni-Mitarbeiter verzweifeln – Konzentriertes Arbeiten erschwert

Baulärm lässt Leipziger Uni-Mitarbeiter verzweifeln – Konzentriertes Arbeiten erschwert

Auf der Baustelle des Leipziger Uni-Campus befinden sich die Arbeiten in der letzten Phase. Vor allem in der neuen Aula, dem sogenannten Paulinum, stehen die Werkzeuge in diesen Tagen nicht still.

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Das Paulinum der Universität Leipzig.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Wenige Meter darüber läuft der Wissenschafts- und Lehrbetrieb bereits ohne Einschränkungen, erklärte Uni-Rektorin Beate Schücking vergangene Woche im Rahmen eines Baustellenrundgangs. Das sehen manche Mitarbeiter allerdings anders. Aufgrund des dauerhaften Lärms aus dem Paulinum sei ein konzentriertes Arbeiten kaum möglich, heißt es aus der Informatik.

„Unsere Abteilung liegt direkt über der Aula“, berichtet Lars Kolb. Der Informatiker ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Datenbanken und sowohl in Lehre, als auch Forschung tätig. „Ich betreue Übungen von Studenten, gebe Seminare, mache aber auch viel Programmierarbeit, schreibe Algorithmen“, so Kolb am Mittwoch gegenüber LVZ-Online. Seit ein paar Wochen falle ihm seine Tätigkeit zunehmend schwerer. „In der riesigen Halle werden wohl derzeit Säulen eingesetzt und dazu im Abstand von 40 Zentimeter Löcher gebohrt“, sagt der Informatiker während der kreischende Ton einer Bohrmaschine seine Worte fast gänzlich verschluckt. Acht Stunden sitzt Kolb jeden Tag über der Baustelle: „Ich weiß, man muss da durch. Aber das geht nun schon seit Wochen so.“

 

Beschwerden blieben erfolglos – „Lärmpegel keine Gefahr für die Gesundheit“

Gelegentlich, wenn der Lärm überhaupt nicht auszuhalten ist, weicht der Informatiker mit einem Laptop ins Computerzentrum der Uni-Studenten oder in leisere Besprechungsräume aus. Allerdings könne die Flucht hierhin keine dauerhafte Lösung sein: „Ich brauche meinen Arbeitsplatz“, so Kolb. Dem pflichtet auch Anika Groß bei, die einige Büros entfernt an Biodatenbanken forscht und dabei oft komplizierte wissenschaftliche Texte zu lesen hat. „Das erfordert hohe Konzentration und dafür kann man auch mal in andere Räume ausweichen. Mein Laptop hat allerdings eine viel geringere Rechenleistung, als der Computer in meinem Büro. Zudem sind hier viele der Dinge, die ich auch für die Betreuung der Studenten brauche“, sagt sie.

Groß hat deshalb auch schon mehrere Hilferufe ans Dekanat geschickt: „Die brachten aber nichts ein. Im Dekanatsrat wurden wohl auch andere Räume angefragt, aber ohne Erfolg. Uns bot man eben nur die studentischen Computerpools oder die Besprechungsräume an“ Auch eine Anfrage beim Büro für Umweltschutz und Arbeitssicherheit der Universität führte zu keinem Ersatz für das Arbeiten über der Baustelle. Wie Leiterin Nicola Klöß gegenüber LVZ-Online erklärt, seien Beschwerden, wie die der Informatiker, nicht überraschend gewesen: „Die riesigen Lärmprobleme waren doch vorauszusehen, die Fakultäten für Informatik und Mathematik sind schließlich direkt über der Baustelle. Wir haben zwar nichts gemessen, aber ich glaube nicht, dass der Lärm lauter als der gesetzliche Grenzwert von 85 Dezibel und somit eine Gefahr für die Gesundheit ist. Er ist aber sicherlich belästigend“, so Klöß.

Das weiß auch die Universitätsleitung. Wie Uni-Sprecher Carsten Heckmann erklärte, sei der Baulärm zwar unerfreulich, aber auch unvermeidbar. „Wir wissen um die Belastung für die Mitarbeiter und können nur für Verständnis werben. Denn leider stehen Ausweichquartiere nicht zur Verfügung – mit Ausnahme von Seminar- und Vorlesungsräumen“, so Heckmann. Eine Anregung der Universität, die lärmintensiven Arbeiten auf die Nacht- und Wochenendstunden zu verlegen, habe der Bauherr nicht umsetzen können. Die Mitarbeiter und Studenten der beiden Fakultäten müssen so wohl noch bis zum Sommeranfang mit der täglichen Belastung leben. Ende Mai, so Uni-Sprecher Heckmann, wird mit einem Ende des gröbsten Lärms gerechnet.

Matthias Puppe

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