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Lokales Baupläne fürs Technische Rathaus stehen: Verwandlung in Wohnungen startet Ende 2015
Leipzig Lokales Baupläne fürs Technische Rathaus stehen: Verwandlung in Wohnungen startet Ende 2015
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23:59 23.03.2015
Das ehemalige Technische Rathaus soll ab Ende 2015 umgebaut werden (Archivfoto). Quelle: Wolfgang Zeyen

Firmenchef Christoph Gröner will das neue Konzept bundesweit in früheren Gewerbebauten umsetzen, hat dafür schon ungenutzte Büro-Hochhäuser in Frankfurt/Main, Berlin, Düsseldorf erworben. Und das ehemalige Technische Rathaus in Leipzig an der Prager Straße 20-28. Die Verwandlung dieses Elfgeschossers zu 320 Wohnungen startet Ende 2015, sagte er jetzt der LVZ.

Ungewöhnlich werde nicht nur die bauliche Lösung ausfallen, die am vergangenen Freitag mit Bravour das hiesige Gestaltungsforum für Architektur passiert habe. Demnach soll der riesige Block, der zu DDR-Zeiten für das Chemieanlagenbaukombinat Leipzig-Grimma errichtet wurde, ab der vierten Etage an drei Stellen eingeschnitten werden. Es entstehen also vier eigenständige Blöcke mit Tageslicht von allen Seiten. Im Erdgeschoss des gemeinsamen Sockels ist Platz für Läden und Dienstleister hinter einer neuen Arkaden-Struktur. "Unsere Antwort auf steigende Grundstückspreise in den Großstädten, wachsende Baukosten und Mieten ist eine optimale Raumausnutzung", erläutert Grönerden anderen ungewöhnlichen Aspekt. 50 Quadratmeter seien für Pärchen ausreichend und bezahlbar, wenn alles, was nicht zwingend in der eigenen Wohnung gebraucht wird, zumindest im gleichen Gebäude zur Verfügung steht.

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So sollen die künftigen Mieter in der Prager Straße 20-28 einige Büros sowie große Gemeinschaftsküchen samt Speisezimmer für besondere Anlässe nutzen können. Auch Sauna und Fitnessraum, eine Lounge im Dachgeschoss und ein Restaurant sind geplant. Elektroautos stehen im Keller zum Ausleihen bereit. "Das platzsparende Denken setzt sich in den Apartments fort", ergänzt Geschäftsführer Jürgen Kutz. "Ob Fußbodenheizung, bodengleiche Duschen oder besonders große Balkone und Loggien. Das alles schafft viel Lebensqualität auf nicht so verschwenderisch üppigem Raum."

Etwa 58 Millionen Euro kostet die Neubelebung des einstigen Rathauses. Dass CG solche Mammutvorhaben zu stemmen weiß, wurde gerade beim benachbarten LKG-Ensemble bewiesen. Dort entstanden für 53 Millionen Euro 332 Wohnungen. Im Juni wird das historische Kontorhaus, welches CG selbst saniert hat, bezugsfertig. Im August folgt der angrenzende Neubau, den die Firma Züblin in ihrem Auftrag errichtet hat. "Wir sehen beide Projekte an der Prager Straße als Teile einer gemeinsamen Standortentwicklung", so Kutz. Später würden auf der Brachfläche, die vom Technischen Rathaus bis zum Ostplatz reicht, weitere Wohnhäuser errichtet.

CG beschäftigt allein in Leipzig110 Mitarbeiter, hat soeben eine 1927 als Rauchwarenlager errichtete Klinker-Fabrik in Eutritzsch saniert und den Sitz dorthin verlegt. "In der Haferkornstraße sind wir nun mit allen unseren Handwerksfirmen unter einem Dach", betont Gröner. "Wir entwickeln nicht nur Projekte, sondern bauen sie seit 20 Jahren alle selbst oder mit Hilfe sächsischer und deutscher Firmen. Das bleibt auch so."

Bereits diesen Sommer will CG den dritten und letzten Abschnitt eines weiteren Großvorhabens im Graphischen Viertel beginnen. Neben dem Interdruckpalais an der Salomonstraße und einem benachbarten Neubau, der ebenfallsvoll vermietet ist, sind noch mal159 Wohnungen und 1500 Quadratmeter Ladenflächen an der Dresdner Straße geplant. "Schumanns Gärten" heißt dieses Vorhaben, das mit einer Tiefgarage und drei Gartenhäusern im Hof den Rest der riesigen Brachfläche bis zur Inselstraße füllt. 34,5 Millionen Euro kostet der dritte Abschnitt, in das ganze Karree wird CG damit 60 Millionen Euro investieren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.03.2015

Jens Rometsch

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