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Lokales Bauriese Gröner bestreitet alle Vorwürfe
Leipzig Lokales Bauriese Gröner bestreitet alle Vorwürfe
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22:49 04.12.2018
Christoph Gröner ist Chef und Namensgeber des in Leipzig entstandenen Bauprojektentwicklers CG-Gruppe. Dieser plant und errichtet gegenwärtig deutschlandweit Gewerbe- und Wohnhäuser in einem Volumen von über sechs Milliarden Euro. Quelle: Dietrich Flechtner
Leipzig

Am Leipziger Amtsgericht hat am Dienstag (4. Dezember 2018) eine Verhandlung gegen den prominenten Bauprojektentwickler Christoph Gröner begonnen. Staatsanwältin Sabine Fleiner-Krüger las drei Anklage-Schriften vor, laut denen der Gründer und Chef der CG-Gruppe vor langer Zeit in mehreren Fällen Steuerhinterziehung begangen haben soll. Dabei habe er Dritte oder eigene Firmen begünstigt. Dem Fiskus sei durch fehlerhafte oder unvollständige Angaben ein Gesamtschaden im unteren sechsstelligen Bereich entstanden.

Angebliche Insolvenzverschleppung im Jahr 2005

In einer vierten Anklage, die ebenfalls zu dem Strafverfahren am Amtsgericht zusammengefasst wurde, lautete der Vorwurf auf Insolvenzverschleppung. Im Jahr 2005 habe Gröner nicht rechtzeitig Insolvenzantrag für eine Tochterfirma namens Kapitalkonzept Bauträgergesellschaft gestellt. Dabei sei dieses Unternehmen ab 14. März 2005 nicht mehr in der Lage gewesen, alle Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Verteidigung beantragt Einstellung

Noch vor Beginn der Beweisaufnahme stellte die Verteidigung zwei Anträge an die Kammer. Rechtsanwältin Heide Sandkuhl aus Potsdam legte dar, weshalb die Anklage wegen Insolvenzverschleppung einzustellen sei. Dafür spreche nicht nur die extrem lange Verfahrensdauer, die allein den Justizbehörden anzulasten sei. „In jedem Fall ist die Verjährungsfrist spätestens im Januar 2016 abgelaufen“, sagte die Verteidigerin. Zudem habe es faktisch gar keine Insolvenz der Kapitalkonzept-Firma gegeben. Vielmehr habe dieses Unternehmen letztlich alle Forderungen beglichen, die Insolvenzanträge von Dritten seien daraufhin zurückgezogen worden. Obendrein habe Gröner im fraglichen Zeitraum in keiner juristischen Verbindung zu der Tochterfirma gestanden, diese vielmehr schon zu einem früheren Zeitpunkt an eine andere Person übertragen.

Höhe der Steuerforderung für 2005 unklar

Ihr Rechtsanwaltskollege Till Bellinghausen beantragte, dass eine der drei Anklagen wegen Steuerdelikten abzutrennen und auszusetzen sei. Dabei gehe es um einen Fehler in der Buchhaltung für eine andere Tochterfirma im Jahr 2005. Bis heute sei unklar, ob und in welcher Höhe diese Firma für 2005 hätte Steuern zahlen müssen. Hierzu laufe ein Rechtsstreit an einem Kölner Finanzgericht. Bei ihrer Anklage stützte sich die Staatsanwaltschaft allein auf eine Zeugin, die aber überhaupt erst 2007 ihre Arbeit bei der CG-Gruppe begonnen habe.

Entscheidung zu Anträgen nächste Woche

Richter Mathias Winderlich, der das Verfahren erst vor kurzer Zeit übernommen hat, erklärte, er halte beide Anträge für gut begründet. Entscheidungen dazu werde die Kammer nächste Woche verkünden.

Christoph Gröner selbst versicherte in einer Prozesspause, alle Vorwürfe gegen ihn in den Anklageschriften seien falsch.

Von Jens Rometsch

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